Vamos a Ecuador!

Sa

10

Sep

2011

Und sie lebten glücklich..

Schön wars!
Schön wars!

Ein Monat ist vergangen.

Das Zurückkommen war GRANDIOS, das Ankommen war schwer.

 

Die Rückkehr hat Spaß gemacht. Nach ein paar letzten sehr aufregenden Tagen und verrückten Nächten, verließen wir am 09. August morgens um 9.20 Uhr den ecuadorianischen Boden - mi tierra - und machten uns auf den Heimflug. Es war ein wenig wie auf dem Hinweg ironischerweise : Etwa 15 deutsche Freiwillige, eine Zwischenlandung in Bon Aire (wo Josi, Johanna und ich nocheinmal unser allererstes gemeinsames Bild wiederholten und uns die anderen Mitfliegenden sehr seltsam anschauten und) bei der uns allen die Hitze hochkam und dann die Ankunft in Amsterdam nach etwa 13 Stunden.

Dort hieß es dann zum letzten Mal Abschied nehmen.

Inzwischen habe ich ja einiges an Übung darin. Zuerst ein paar tränenreiche Male mit meinen Kindern -vor allem Ariana-, dann von meinen ecuadorianischen Freunden und schließlich von meinen engsten Leuten, vor allem meinem "Bruder" Josue, der mir doch sehr ans Herz gewachsen war.

Doch mit den Volunteers war es ein freudiger Abschied, wenn es denn so etwas gibt. Es war ein "Wie-schön-dass-wir-uns-kennenlernen-durften-Danke-für-die-gemeinsame-Zeit"-Abschied, wahrscheinlich, weil wir doch alle ein bisschen aufgeregt waren, nach so langer Zeit nach Hause zu kommen. Natürlich war ich auch sehr traurig, besonders, als ich dann allein im Flugzeug nach Berlin-Tegel saß. Da kam mir auch die eine oder andere Träne und die Melancholie übertrumpfte die Vorfreude.

Sehr emotional wurde ich erst, als ich den Brief meiner lieben Josi las. Ich habe ihn glaube ich dreimal hintereinander gelesen und gelacht und geweint und mich gefreut.

DANKE JOSI, falls du das liest. Eres en mi corazón y siempre te quedarás!

 

Ankunft, Berlin-Tegel um 9.35 Uhr : Bei der Landung kommt mir Berlin ungewöhnlich flach vor, aber wenn man ein Jahr in den Bergen wohnt, sollte das normal sein. Der Himmel ist ein bisschen grau mit einzelnen blauen Flecken. Bei der Gepäckausgabe warte ich lächelnd und gleichzeitig verunsichert auf meine Koffer, denn die Leute um mich herum, meckern nicht nur ungeduldig über das lange Warten, sondern sie haben auch alle einen Berliner Dialekt und ich stelle fest, dass ich von meinen deutschen Mitfreiwilligen vollkommen zu Unrecht für meinen Dialekt ausgelacht wurde, ich Berliner nämlich gar nicht so sehr!

Draußen warten meine Eltern und meine Schwester und ich kann es gar nicht fassen, dass ich sie so so so lange nicht gesehen habe. Es war das allergrößte, sie endlich wiederzusehen! Aber das könnt ihr euch sicherlich vorstellen.

Zu Hause kommt auch der Rest meiner Familie und zwei Freundinnen dazu. Ich bin sehr, sehr glücklich.

 

Doch ich will ehrlich sein.

Danach wurde es sehr schwer. Ich muss hinzufügen, dass dieser Teil sehr subjektiv ist und natürlich nur MEINE Wiederkehr erzählt und nicht das generelle Beispiel für Zurückkehrer ist.

Für mich war es alles andere als einfach, wieder hier zu sein.

Zu allererst sind mir alle Unterschiede aufgefallen. Von halbleeren Straßenbahnen (in Quito gibt es nur megavolle Busse) über hunderte pfeifende Fahrradfahrer (in Quito gilst du als lebensmüde, wenn du Fahrrad fährst) bis hin zu "normalen" Hunden (in Quito gibt es eigentlich nur Straßenhunde) oder Baustellen (das können die sich glaube ich gar nicht leisten).

Als nächstes wurde ich krank. Ich dachte, das deutsche Essen würde mich beflügeln, aber scheinbar musste ich mich trotzdem erstmal umstellen und so wartete ich auf diese Umstellung vier Tage lang. Der Arzt meinte danach, eigentlich sei ich kerngesund.

Und obwohl ich Tag für Tag meine Freunde endlich wiedersah und feststellte, dass sich nicht viel verändert hatte und das ein sowohl beruhigendes, sowie unberuhigendes Gefühl war und ich gleichzeitig Berlin mehr und mehr wiederentdeckte mit all den alten und neuen Bars und Ecken, hatte ich das Gefühl, dass ich, obwohl ich wusste, dass ich Berlin und alles daran liebte und immer lieben würde, es in dem Moment einfach nicht so fühlte. Ich war einfach ein wenig verloren mit mir selbst.

Selbstverständlich kam das auch von meinem Unwissen, wie es jetzt weiterging und mit meiner Unentschlossenheit und mit meiner Unlust. Oder war es umgekehrt? Jedenfalls war ich nicht nur verunsichert, sondern auch ein wenig abgeneigt gegenüber allem und jedem und sehr ängstlich. SEID GLÜCKLICH, dachte ich manchmal, wenn ich die Menschen beobachtete.

Voraussicht.
Voraussicht.

Es dauerte vier Wochen, bis ich das Gefühl hatte, wieder angekommen zu sein und meine Stadt und meinen Platz und mein Gleichgewicht wiedergefunden zu haben. Dass ich nach Hamburg fuhr, um Josi zu ihrem Geburtstag zu besuchen und eine Woche später nach Wien, um meinen Studiumsplan an der Wiener Uni zu realisieren, half mir ungemein, Berlin wieder zu fühlen und nicht nur noch herumzusitzen und zu reflektieren (obwohl das refekltieren sehr gut und sehr wichtig war!). Jetzt laufe ich durch diese Straßen und fühle mich wieder sehr wohl - estoy bien! Und ich treffe meine Freunde und es geht mir gut. Das ist ein sehr beruhigendes Gefühl. Obwohl ich mir immernoch nicht zu 100% sicher bin, wo meine Zukunft liegt - aber wer ist das schon?! - fühle ich wieder, dass ich hier immer hingehören werde. Berlin meine Heimat. Meine Herzglut.

 

Und gleichzeitig gehört mein Herz auch an den Äquator - lindo Quito de mi vida, Ecuador de mi alma, te amo! - wo so viele gute Momente, Lektionen und Menschen sind, die ich in der Zeit zu einem Teil von mir gemacht habe. Ich blicke zurück und bin sehr glücklich, dass ich das gemacht habe, denn es ist eine einmalige Erfahrung gewesen, die mir niemand nehmen kann und die mir sehr viel bedeutet. Pai por todo mis panas!

 

Und so geht diese Geschichte zuende. Besser hätte ich sie selbst für mich auch nicht schreiben können, wirklich nicht. Dann fehlt also nur noch das obligatorische "und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende"...

 

Danke fürs Lesen, ihr Lieben!

Besos desde Berlin,

Eure Berrin

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Di

02

Aug

2011

Eine Woche!

Noch eine Woche, dann gehts nach Hause. Ich freue mich riesig, bin aber auch ganz schoen traurig und noch dazu hab ich das Gefuehl, ich will noch so viel machen und hab einfach keine Zeit mehr dafuer!

 

Letzte Woche war ich mit drei Freunden unterwegs, zuerst in Montañita, dem Partyort Ecuadors, dann in Puerto Lopez Wale gucken und schliesslich in Cuenca, der europaeischsten Stadt Ecuadors den Geburtstag eines Freundes feiern.

 

Es war superschoen! Und fuer die letzte Reise auch einfach genial!

 

Aber seht selbst.

 

Ich freu mich auf euch, bis in 7 Tagen,

Eure Berrin

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Fr

22

Jul

2011

Wieder einmal Ausnahmezustand.

Meine Lieben,

 

Weniger als 20 Tage, bis ich zurueckkehre.

Gestern und vorgestern hab ich ein bisschen Geburtstag gefeiert, meinen 21., um genau zu sein.

Ich fing am 20.Juli um 17 Uhr an, denn nach deutscher Zeit, hatte ich da gerade schon Geburtstag

und ging mit meiner Gastfamilie essen. Gestern habe ich dann im Projekt und mit Freunden gefeiert

und war abends mit meinen Allerliebsten essen. Allerdings haben wir nur mit Cola und Nestea angestossen, denn in Ecuador gibt es mal wieder AUSNAHMEZUSTAND. Diesmal darf niemand Alkohol ausschenken oder trinken. Diese Massnahme wurde aufgrund eines tragischen Vorfalls ergriffen : Letztes Wochenende starben 23 Menschen an einer Alkoholvergiftung, weil mit dem Alkohol gepanscht wurde. 113 Menschen sind vergiftet. Der Praesident Rafael Correa hat deshalb ein 72-Stunden-Alkohol-Verbot ueber Ecuador verhaengt.

Somit haben wir meinen 21. sehr ruhig gefeiert. Das Ausrasten und Feiern folgt also noch. Mal sehen, wie das mit dem Alkohol weitergeht. Eigentlich ist die Sperre jetzt vorbei.

 

Hier findet ihr noch weitere und bessere Informationen : Ausnahmeszustand Alkoholsperre Ecuador

 

Ich mache mich jetzt nochmal eine Woche auf Ecuadorreise und freue mich schon sehr auf euch.

Die allerliebsten Gruesse,

Eure Berrin

 

 

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Mo

18

Jul

2011

Eine Woche Glueckstage.

Meine Lieben,

das Jahr neigt sich dem Ende zu, es sind nur noch so 24 Tage - ein Weihnachtskalender.

Was Josis und meine Reise angeht, so hatten wir eine Woche Glueckstage. Das Wetter

hat immer gut mitgespielt und alle drei Kapitel - Macora Pt.1, Chachapoyas mit der Chachas-Ruine

in Kuelap und Mancora Pt.2 - waren ganz wunderbar und schoen.

Aber seht selbst, das laesst sich glaube ich kaum uebertreffen, auch wenn es in live noch viel

schoener war, als auf den Fotos.
Liebe Gruesse und bis in Kuerze!

Eure Berrin

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Mi

06

Jul

2011

Abschiede.

Um auf den neuesten Stand der Dinge zu kommen, fehlen mir noch das Abschlussseminar und meine letzte Arbeitswoche.

 

Verknappt gesagt : Eine ziemlich traurige Woche!

 

Am Wochenende (Samstag, Sonntag und Montag) hatten wir das ultimative Seminar. Unsere Truppe, die seit einem Jahr auch eine kleine Familie ist, bestand aus den VASE-Leuten, den deutschen Jahres-Freiwilligen (plus eine Finnin) und den 6 Halbjahres-Freiwilligen (2 Deutsche, der Rest aus Schweden, den USA, Island und Estland).

Das Seminar an sich war nicht so superspannend. Wir redeten ueber unser Jahr, ueber die Veraenderungen, ueber die besonderen Ereignisse und ueber unsere Zukunftsplaene. Viel schoener war es eigentlich, die ganzen Rabauken noch ein letztes Mal gesammelt zu sehen und ein bisschen Zeit miteinander zu verbringen.

An dem einen Abend gingen wir zu einem Dorffest in der Naehe von der FBU (das ist die organische Farm von einiger unserer Freiwilligen, wo das Seminar stattfand) und an dem anderen Abend setzten wir uns ans Lagerfeuer. Ferienlagerstimmung.

Die Tage danach war ich ein bisschen traurig und gleichzeitig superbeschaeftigt, denn es waren die letzten Tage auf Arbeit und meine Kollegin war der felsenfesten Ueberzeugung, ich muesste mit dem Gedanken gehen, nochmal "richtig gearbeitet zu haben". Daher steckte sie voller Energie und voller Tatendrang, was sehr anstrengend war und ich demnach sehr geschafft nach der Arbeit.

Auch war ich immer trauriger. Natuerlich habe ich noch einen Monat und ich kann meine Kinder nochmal besuchen, aber mein Gedanke galt dem Danach. Danach wuerde ich sie wahrscheinlich nicht wiedersehen. Und das machte mich sehr sehr traurig. Der kurioste Moment war, als eine meiner 3jaehrigen meinte : Berrin, ab jetzt weinst du nicht mehr!
Mann mann und das von einem so kleinen Maedchen...
Der Abschied fiel mir also generell schwer (es gibt keine Bilder) und auch mit einigen Kolleginnen wurde ich sehr emotional. Aber es war doch letztendlich eine sehr schoene Zeit. Und das ist das, was zaehlt.

Im Moment warte ich darauf, dass sich das Reisegefuehl einstellt und es los geht nach Peru. Nebenbei verbringe ich die Tage zu Hause (ich arbeite ja nicht mehr) mit meiner kranken Gastschwester und deren Tochter und mit den Freiwilligen, die noch nicht losgefahren sind. Aber in Kuerze geht es auch fuer mich los. Freude!

 

Viel Liebe und Kuesse aus Ecuador,

Eure Berrin

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Mi

22

Jun

2011

Abenteuer Adrenalin.

Ich bin mal wieder im Verzug!
Allerdings moechte ich die Bilder noch veroeffentlichen,

BEVOR es nach Peru geht und das ist in wenigen Tagen.

 

Auf diesen Bildern seht ihr mich und ein paar lebensmuede

Freiwillige am Krater-See Quilotoa rumturnern, -reiten und

viele Fotos und wilde Posen machen.

Das war ein superspannender und nicht unanstrengender

Ausflug, denn mit insgesamt 10 Leuten ging es von Latacunga

mit einem sehr alten, etwas mueden Auto die Berge und Kurven

hoch und runter bis zu der Lagune. Aber es hat sich sehr gelohnt,

wie ihr bestimmt auch unschwer erkennen koennt.

Da wir aber noch nicht genug Abenteuer hatten, machten wir uns

gleich am naechsten Tag noch auf zum Chimborazo, einen ueber

5000m-hohen Berg, dem hoechsten von Ecuador, dessen

schneeverspielten Gipfel in mir die Sehnsucht nach Skifahren

und heisser Schokolade, sowie Kaese-Schinken-Toaests weckten.

Das Wetter war dort leider nicht so bezauebernd und ich bezweifle,

dass ich die richtige Kleidung dafuer mithatte, denn es war sehr

sehr sehr kalt. Zurueck nach Ambato, dem naechsten Ort, ging

es auf einen der Camionettas - einen der Pick-ups mit Ladeflaeche-

wo wir bei Hagel uns zu fuenft zusammenkuschelten, damit wir

nicht ganz zu Eiszapfen wurden.

Das Ganze haette ich jetzt noch sehr viel ausfuehrlicher beschreiben

koennen/sollen, aber ihr seht es ja schon : Wir hatten eine Menge Spass!

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Mi

15

Jun

2011

10 Monate.Es wird knapp.

Die Zeit ist so verflogen.

Zehn Monate sind vorbei und bald geht es nach Hause.

Die letzten Wochen arbeiten und die letzte Zeit reisen. Und Abschied. Mal wieder. Nach Argentinien und Chile vor zwei Wochen, bin ich wieder im Alltag in Quito angekommen und mache nebenbei Bewerbungen und all den Kram, den man in der Abschiedszeit und der Zeit danach planen muss.

Das Zurueckkommen nach Ecuador war unerwartet schwierig. Schwierig deshalb, weil Argentinien und Chile so anders sind als Ecuador. Nicht, dass ich es nicht erwartet haette. Mir war schon klar, dass die beiden Laender um einiges reicher sind, als Ecuador. Aber denken zu wissen und tatsaechlich sehen, das sind dann schon zwei verschiedene Paar Schuhe.

Meine erste Frage, als ich bei Lennart in Santiago de Chile ankam, war : " Wo sind denn die ganzen Strassenkinder?"

Ich kann ganz schwer erklaeren, wie diese zwei Wochen in Argentinien und Chile waren.

Auf jeden Fall schoen, weil ich mit Menschen zusammen war, die ich sehr lieb habe.

Aber mehr moechte ich gar nicht dazu sagen. Lieber mache ich weiter mit Ecuador, denn der Urlaub hat mich ganz schoen aufgewirbelt und rausgebracht. In Ecuador geht alles den gleichen, ungewoehnlichen Gang.

Wir haben den Kindertag am 1.Juni gleich drei Tage mit viel Suessigkeiten gefeiert und jetzt arbeite ich gerade mal hier und mal dirt in den Gruppen, am liebsten natuerlich in meiner, aber manchmal dort, wo gerade jemand fehlt. So wird es in den letzten Wochen nicht langweilig.

Die Wochenende habe ich groesstenteils in Quito verbracht, nicht unbedingt, um Geld zu sparen, aber auch, weil ich schon sehr viel von Ecuador gesehen habe und meine Abenteuerlust erstmal gestillt ist. Letztes Wochenende war ich mit Josi und ihrem Freund Freunde in Otavalo besuchen. Die machen wie wir ein Weltwaerts-Jahr, aber meiner Ansicht nach mit sehr anderen Erfahrungen.

Sie wohnen in Indio-Communities und das ist zu meiner Quito-Mittelklasse-Familie schon ein ziemlicher Unterschied. Ein bisschen hatte ich es mir so vorgestellt, bevor ich nach Ecuador kam : Ein Haeusschen (4 Waende aus Lehm-Stein) auf einem Berg mit Kuehen und Meerschweinchenstaellen. In dem Fall die ich kennen lernte,hatten sie sogar ein Bad mit Toilette und Dusche (Luxus meinten alle anderen Freiwilligen) und einen Computer (noch unfassbarer meinten die anderen).

Und trotzdem, im Vergleich zu meiner Familie (Haus mit 2 Etagen, warmes Wasser, gefuellter Kuehlschrank, Strom, Internet usw.) war das einfach unglaublich.

Aber so ist das hier in Ecuador : Du machst die Augen auf und siehst immer wieder etwas, was neu ist, was dich begeistert oder verstoert und dir in jedem Moment klar macht, dass du, egal ob du 2,8 oder 24 Monate hier bist, nie wirklich dazugehoeren wirst, weil du eben 20 Jahre lang in der anderen Welt gelebt hast, in einer Welt, die zu 100% anders ist als diese hier. Du kannst kein richtiges Teil von dem sein, selbst wenn du es willst. Das klingt negativ, bedeutet aber nicht, dass man hier nicht leben kann. Ich habe es schliesslich auch gekonnt und es hat mir viel gegeben und ich habe sehr viel gelernt und viel mitgenommen. Danke dafuer, mi lindo Ecuador und auf in die letzten 2 Monate!

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Mo

23

Mai

2011

Happy Birthday Papi!

Lieber Papi,

 

zum 50. wuensche ich dir alles alles Liebe!

Du bist jetzt schon fast 21 Jahre immer fuer

mich da gewesen, hast jeden meiner Schritte

und jeden meiner Stuerze miterlebt und

auch wenn ich mal nicht weiter wusste,

oder wenn ich einen Fehler gemacht

habe, dann weiss ich, dass du mich trotzdem

unterstuetzt, manchmal mit Strenge, manchmal

mit einem Schmunzeln und immer mit Rat

und Tat. Ich moechte mich dafuer bei dir bedanken

und hab deshalb dieses Lied fuer dich ausgewaehlt.

Bleib immer so toll wie du bist und besserwisserisch

(denn davon habe ich viel gelernt, wenn auch mit einem

Augenrollen) und feier schoen. Ich hab dich sehr

lieb und vermisse dich! Aber jetzt dauert es ja nicht

mehr lange. Schade, dass ich nicht dabei sein kann.

Ich werde heute an dich denken und mit Josi auf

dich anstossen.

Tausend Kuesse!

 

Deine Berrin

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So

08

Mai

2011

Dia de la madre.

Uebersetzung :

 

Viele Gruende, um sich bei Mama zu bedanken.

 

Fuer jede Gewalt-Demonstrationen,

gibt es auch viele Liebes-Kundgebungen.

 

Fuer jede Umarmung einer Mutter,

kommt ein Monster nicht aus dem Kleiderschrank.

Weil die Umarmungen mehr Zaertlichkeit als

200 Millionen Kuscheltiere haben.

 

Danke Mama.

 

 

 

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Do

05

Mai

2011

Ab nach Chile/Argentinien!!

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Mi

27

Apr

2011

Junglefever.

Schreibblatt. Das "Peace" ist von mir =)
Schreibblatt. Das "Peace" ist von mir =)

My heart is beating like a jungledrum

Rakatungkatungrakatukatungtung

My heart is beating like a jungledrum

Rakatungkatungrakatukatungtung

My heart is beating like a jungledrum

 

emiliana torrini - jungledrum

 

Nachdem ich letzten Mittwoch mit meinen Kids Ostern gefeiert habe

(soo suess! Ich hab sie alle als Osterhaesschen geschminkt, dann

haben wir ein bisschen Hasen gespielt, Eier bemalt und schliesslich

durften sie Osterschoki suchen.. es war so schoen!), sind wir zu 6. ueber

Nacht nach Cuyabeno gefahren. Cuyabeno liegt im Regenwald und ich

war superaufgeregt - mein erstes Mal im Regenwald!

 

Morgens kamen wir ein bisschen erschoepft an - diese Nachtfahrten machen

einen fertig - und haben dann erstmal etwa eine Stunde drauf gewartet, dass wir

abgeholt wurden... Mit dem Kanu sind wir dann ueber den Cuyabeno River gefahren

und haben erstmals ein bisschen Regenwald-Atmosphaere aufgeschnappt.

Das war superkrass. So viel gruen, so viel Natur, dass es einen erschlaegt und

man sich ploetzlich einfach extrem verbunden mit der Natur fuehlt. Da hat Mama

Erde einen guten Job geleistet!

Unsere Lodge, also unsere Unterkunft, war dann total abgegrenzt von jeglicher

Zivilisation hatte ich das Gefuehl; Handynetz Fehlanzeige.

Es gab kleine Bungalows aus Holz und viele riesige Baeume und wie fast immer

Haengematten. Es war eine wirklich schoene Unterkunft, muss ich zugeben, mehr

als ich erwartet hatte. Was auch unerwartet war, war unser kleines, krabbeliges Haustier :

An der Wand unseres Bungalows klebte erstmal eine Vogelspinne. Netter Gast.

"Aber die tut nichts", sagte unser Guide. Hundebesitzer sagen das ueber ihre Hunde

auch immer. Aber nun gut, wir spannten unsere Mosquitonetze und hofften einfach,

dass die Spinne zu freundlich war, als dass sie sich nachts neben uns legen wuerde.

 

Nach eine kurzen Verschnaufpause sind wir dann auch schon losgewandert. Unser

erster Guide hiess Hugo (sehr untypischer Eckiname) und fuehrte uns ueber einen

Holzsteg mitten in den Jungle. Es ging hoch und runter und es war unglaublich heiss -

kurz gesagt : Diese Wanderung war superanstrengend (sollte aber nicht die Letzte sein).

Hugo wusste einfach alles. Oder jedenfalls hatte ich das Gefuehl es sei so. Ueber ungefaehr JEDEN Baum, JEDE Spinne und JEDEN Vogel, die wir sahen, konnte er neben

den Geraeuschen und Besonderheiten einfach noch hundert andere Dinge erzaehlen.

Beeindruckend und ein wenig beaengstigend. Ebenso war der Jungle an sich. Alles

feucht, krabbelig und GROSS; unglaublich gross. Ich war begeistert und fuehlte mich

ein bisschen wie Alice in Wunderland, wenn sie ihren Schrumpf-Trunk getrunken hatte.

Und mal im Ernst : Ich bin ja so schon klein, aber dort...!

 

Als wir zurueckkamen, haben wir als erstes festgestellt, dass einer meiner Freiwilligenfreunde mit seiner Familie ebenfalls in unserer Lodge war. Ich sag es ja immer wieder : Egal, wo man in Ecuador hingeht, irgendwen trifft man immer und wenn es nur eine Gruppe Deutscher ist. Oder vielleicht gerade das.

Nach dem Mittagessen hatten wir Siesta-Pause. Das war aeusserst hilfreich, sonst haetten wir naemlich die Nachtwanderung nicht geschafft. Um kurz vor Abenddaemmerung ging es dann wieder gemeinsam mit Gummistiefeln und Taschenlampen ausgeruestet auf Entdeckungstour und ich muss echt zugeben, dass ich mich bei dieser Wanderung ein bisschen ueberwinden musste, so nachts im Jungle ist schon noch mal eine ganz andere Sache, das soll gut ueberlegt sein. Im Grunde haben wir auch irgendwann kaum was gesehen, sind ueber saemtliche Wurzeln gestolpert und auf dem feuchten Boden ausgerutscht, aber es war GRANDIOS. Am meisten beeindruckt haben mich, mal von den unzaehligen Spinnen, die natuerlich teilweise auch giftig waren, die Zitronen-Ameisen, die wir vom Baum weggegessen haben (und sie haben wirklich nach Zitrone geschmeckt, kein Scherz!), das Blatt, auf dem man Nachrichten schreiben konnte, die mehr als 3 Monate ueberdauern (siehe Bild oben) und vor allem die Baeume, die von ihren eigenen Aesten erwuergt wurden (superscary! Die Aeste haengen bis runter zum Boden und von dort schlaengeln sie sich dann wie Schlangen um den Stamm herum, um ihn zu erwuergen...).

Als wir nach einer Ewigkeit endlich wieder aus der umhuellenden Dunkelheit herauskamen, reichte ein Blick in den UNFASSBAREN Sternenhimmel, um wieder die Sprache zu verlieren. Ich weiss nicht mehr, was ich gedacht habe, aber ich glaube ich habe ewig hochgeschaut. So etwas habe ich noch NIE gesehen und nicht nur, weil ich in der Stadt wohne, sondern einfach, weil es nirgendwo einen vergleichbaren Himmel gab.

 

Am zweiten Tag sind wir dann mit Guide Nummer Zwei (hab seinen Namen vergessen, aber er hat eh nicht viel gesprochen, sehr schweigsamer Kumpane) zum Piranha-Fischen gegangen. Auf dem Weg haben wir Papageien, Affen und eine Menge anderer Voegel gesehen, ziemlich cool, vor allem die Affen. Doch leider waren wir nicht besonders erfolgreich beim Fischen, sodass wir mit leeren Haenden, aber umso mehr Ehrgeiz zum Mittagessen zurueckkehrten, wo wir ein paar Amerikaner mit aehnlichem Ehrgeiz kennen lernten, sodass die sich unserer Gruppe anschlossen. Zusammen gingen wir ein zweites Mal fischen und immerhin SAHEN wir diesmal schon Piranhas, gefangen haben wir jedoch wieder keinen. Es sollte jedoch nicht unser letztes Mal sein. Abends hingen wir dann noch bis spaet in die Nacht mit den Amis ab und erzaehlten viele Geschichten, einige sehr spannend, andere noch unfassbarer.

 

Am dritten Tag waren wir alle ziemlich aufgeregt. Es sollte zuerst mit dem Kanu zwei Stunden den Fluss entlang bis zu der Grossen Lagune gehen und danach zum Indiodorf. Da es eine Gruppe gab, die diese Tour genau einen Tag vor uns gemacht hatte, waren wir supergespannt, vor allem auf die Delfine und auf die Schlangen (uns fielen fast die Augen aus, vom Auf-den-Baum-starren!).

Die zwei Stunden auf dem Fluss waren cool. Unser dritter Guide Romolo hatte einfach noch viel mehr Ahnung, als alle, die wir davor hatten und erzaehlt uns die coolsten Sachen. Von Papageien, bis Schildkroeten und Affen gab es unglaublich viel zu sehen und zu hoeren und ehrlich gesagt haette ich ewig so weiterfahren koennen...

In der Lagune gingen wir dann schwimmen, das war auch in bisschen gruselig, man weiss schliesslich nie, was so in deiner Reichweite umherschwimmt... Es war unglaublich wie doll alles ueberschwemmt war, die Baeume sahen auf einmal so klein aus, die Voegel kamen einem so nah vor und irgendwie sah es alles sehr unwirklich aus. Diesmal hatte ich also eher das Gefuehl ploetzlich sehr viel groesser zu sein.. verkehrte Welt.

Leider haben wir KEINE Delfine gesehen, wir waren alle sehr enttaeuscht, scheinbar waren sie schon weitergezogen.

Nach einer Mittagspause mit Thunfischsalat ging es dann zu dem Indiodorf. Ich war ehrlich gesagt eher negativ ueberrascht, als ich mich mit den Kindern dort unterhalten habe. Anscheinend kamen jeden Tag andere Touris zu ihnen. Natuerlich, dass ist ihr Weg zu Geld zu kommen, allerdings fuehlte ich mich teilweise sehr unwohl, Fotos zu machen, von dem Ort, wo sie lebten. Wer will schon eine Bande Paparazzis in seinem Wohnzimmer stehen haben?? Andererseits war es suuuperinteressant : Die Huetten, die Einfachheit, der Hausaffe "Nacho", die Kinder, die in ihrer Umgebung einfach so viel Spass hatten, der kleine Junge, der mit einer Schildkroete umherrannte, die vielen Papaya- und Bananenbaeume im Garten, die Kakaobohnen und die Yuca-Planzen. Aus den Yuca-Wurzeln (sieht ein bisschen aus wie Ingwer, nur sehr viel groesser) haben wir dann so eine Art Pizzaboden gemacht, der unglaublich trocken war und einfach aus nichts anderem als aus dieser geraspelten und ausgewrungenen Wurzel bestand. Wir haben ihn mit Banane gegessen. Unser Guide hat uns Kakaobohnen geroestet, die einmalig waren. So rein, pur, lecker, ein bisschen bitter, Geschmackserlebnis hoch zehn. Nebenbei habe ich von dem Familienopa die Zahlen von 1 bis 10 auf ihrer indigenen Sprache gelernt (Pacua heisst die und es klang unaussprechbar, mein Blatt Papier sieht aus wie Kauderwelsch).

Die Kinder standen daneben und haben mit selbstgemachten Ketten und Armbaendern aus Muscheln, Tierzaehnen und Steinen gespielt. Der Affe huepfte hin und her und sprang von einer zur naechsten Person. Lustige Tiere.

Schliesslich fuhren wir mit dem Kanu zurueck zur Lodge. Diesmal war es absolut dunkel und wir mussten den Weg mit der Taschenlampe leuchten. Ich hab trotzdem keine Ahnung, wie wir es eigentlich zurueck geschafft haben. Aber hey, die machen das schliesslich fast jeden Tag, irgendwann wird man fast jeden Baum und jede Liane kennen (und ein paar Abkuerzungen ;)). Zwischendurch sahen wir eine Eule und ich hatte manchmal das Gefuehl, dass wir viel laenger brauchten, als auf dem Hinweg.

Zurueck in der Lodge gab es Abendessen und wieder sassen wir wieder abends zusammen und lachten und plapperten, als waeren wir nicht muede und erschoepft von der Tour. Unser Guide Romolo setzte sich auch irgendwann zu uns und zeigte uns eine Menge wahnsinnstoller Fotos. Besonders die Fotos von der Schlange, die irgendetwas riesiges im Bauch hatte, waren krass. Ploetzlich hatte ich das Gefuehl, ich muesste doch nicht soo unbedingt eine in echt sehen...

 

Tag Vier hatte es dann noch einmal richtig in sich. Um fuenf Uhr frueh machten wir uns zum dritten Mal auf Piranha-Fang, allerdings wieder erfolglos. Nach dem Fruehstueck ging es in Gummistiefeln auf Schlammtour. Das Wasser war ueber Nacht gesunken und so huepften und kaempften wir uns durch Pflanzen, Wasser und Schlamm. Es war superlustig und machte sehr viel Spass. Nur das Einsinken bis ueber die Knie machte mir ein bisschen Angst. Die Maenner kletterten einen umgefallenen Stamm hinauf und hangelten sich die Liane runter und wir rieben uns mit Ameisen ein (angeblich brachte das Glueck beim Angeln...). Noch einmal sahen wir eine unzaehlige Menge an interessanter Tiere (vor allem Ameisen : Conga-Ameisen, die Fieber und Schmerzen verursachte, Soldaten-Ameisen mit kleinen Hoernern, die sich in deinen Finger bohren konnten und Feuerameisen). Ich muss zugeben, der Urwald hat es mir ganz schoen angetan. Unglaublich, was ich 8 Monate lang verpasst hab! Mit quietschenden Stiefeln und von oben bis unten mit Schlamm eingesaut gingen wir zurueck zur Lodge und fuhren erstmal den Fluss hinauf, um in dann mit Schwimmwesten herunterzuschwimmen. Das war saulustig!

Nach dem Mittagessen versuchten wir dann NOCHMAL unser Anglerglueck. Der Jungle meinte es diesmal gut mit uns, nicht nur hatten wir unglaublicherweise das Glueck, eine Anaconda auf einem Baum zu beobachten (ich haette die ja niemals gesehen! Romolo ging ungefaehr bis auf einen halben Meter Abstand und fotografierte sie... unfassbar der Typ!), sondern diesmal befanden wir uns auch DEM Piranhafleck. Ich fing zwar keinen, allerdings 4 andere aus unserer Gruppe. Und die Fiecher waren interessant! Und sahen so fischig aus, eigentlich gar nicht so gefaehrlich..

Zurueck in der Lodge packten wir und assen noch ein letztes Mal zu Abendbrot, verabschiedeten uns von der Crew und von unseren Mateys und dann fuhr uns Romolo zurueck zur Bruecke, wo der Bus war. Auf dem Weg dahin hatten wir dann noch das Glueck das Auge eines kleinen Krokodils zu sehen.

Schliesslich nahmen wir den Bus zurueck, wurden einmal mitten in der Nacht kontrolliert und kamen morgens in Quito an. Wie sollte es anders sein, regnete es.

 

Der Urwald ruft. Ich hoer ihn immer noch.

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Do

14

Apr

2011

Ein wunderschoenes Fleckchen Erde

Josi und ich auf der Bambusbank
Josi und ich auf der Bambusbank

 

Der April April, der macht, was er will.

Auch in Ecuador.

 

Seit  Tagen regnet es. Ich hab heute zum ersten Mal wieder fuenf Minuten lang die Sonne gesehen und haette das beinahe mit einem Eis zelebriert, dann wurde es jedoch wieder grau. Menno.

 

Es ist auch schon wieder drei Wochen her, dass ich geschrieben hab, was so los ist, da mache ich mich mal an die Arbeit.

 

Am 25.3 haben wir Hannans Geburtstag in Tumbaco gefeiert (Prinzessinnenparty! Yeah! Und Josi und ich haben wieder einmal unsere Backkuenste unter Beweis stellen wollen...jajaa) und am naechsten Tag waren Josi und ich so geraedert, dass wir, statt wie wir urspruenglich geplant hatten nach Pelileo oder nach Cotacachi (Indiodorf in der Naehe von Otavalo, bekannt fuer ihre Ledersachen) zu fahren, ziemlich durchhingen und zu Marcel und Ciko nach Tumbaco fuhren und erstmal nur relaxten. Spaeter fuhren wir dann zu 4. in die Mariscal, wo wir Yannis und Vale trafen, einen Abstecher ins Casino machten und in mehrere Bars machten und dann tanzen gingen. Am Sonntag waren Josi und ich dann fitter und fuhren nach mehreren Ideen nach PACTO, wo wir weder wussten WO es war, noch WIE gross es war oder WAS man dort machen konnte. Aber nun gut. Anderthalb Stunden  Fahrt durch komplett saftgruene Huegellandschaften mit Wasserfaellen etc. kamen wir in Pacto an, was uns sogleich ueberraschte : Es waren Fiestas de Pacto, also die Feiern von Pacto, so eine Art Dorffest. Zuerst wollten wir jedoch die "magischen Kreise" finden. Deshalb gingen wir einen Weg neben einem Wasserfall lang. Ein bisschen matschig, aber sehr gruen und sehr schoen. Irgendwann kamen wir dann zwar zum Wasserfall, allerdings sahen wir nirgendwo die Steine mit den Kreisen darauf, die angeblich von den Ureinwohnern darauf gezeichnet wurden (und ich schwoer ich hab JEDEN STEIN angeguckt). So gingen wir (ein wenig enttaeuscht) wieder zurueck und genossen das Dorffest mit Schoenheitskoeniginnenwahl etc. Als es anfging zu regnen, kam unser Bus und fuhr uns ein wenig verrueckt zurueck nach Quito. Wer haette gedacht, dass Pacto so interessant sein wuerde...

 

Am Dienstag  (29.3.) kam dann endlich meine Exkollegin und Exnachbarin Iris wieder und das mussten wir natuerlich mit ihrer Familie und reichlich Pizza feiern. Es ist so so so toll, dass sie wieder da ist und ich freue mich riesig, auch wenn es "nur" 6 Wochen sind.

Wir beschlossen dann, am Wochenende zusammen wegzufahren und so ging es Freitagnacht mit Yannis, Vale, Svende, Sonja, Silja, Iris und Josue nach MOMPICHE, einem kleinen Strandort an der Nordkueste Ecuadors. Zuerst fuhren wir bis Atacames, wo wir fruehstueckten und, weil kein Bus bis zum Nachmittag kam, einen Pickup bis nach Mompiche nahmen. Dort angekommen checkten wir uns in ein supercooles, schoenes Hostel ein, entspannten erstmal in den Haengematten und gingen dann zum Strand. Der Strand war UN-GLAUB-LICH. Superklares Wasser, wunderschoener Sand, Palmen, Sonne, kleine Fischerboote und wir fast die einzigen Menschen am Strand. GEIL. Mittags gingen wir  Krabbensuppe essen und nach einer Mittagsruhe zurueck zum Strand, wo sich Vale und Yannis ein Surfbrett ausborgten, mit dem man nicht su7rfen, sondern im flachen Wasser schlittern konnte. Die Sonne ging unter und bereicherte unseren Urlaub mit dem schoenen Licht ueber dem Strand... einfach unbeschreiblich schoen. Nach einem Abendessen chillten wir uns in die Haengematten auf der Dachterrasse und tranken Bier. Entspannung pur. Am naechsten Tag wollten wir noch ein bisschen was sehen. Es hiess in der Naehe von Mompiche gaebe es einen wunderschoenen schwarzen Sandstrand, den Playa Negra. Also machten wir uns mit Handtuechern und Sonnenbrillen bewaffnet auf dorthin. Wir brauchten eine Weile, um es zu finden durch das gruene Dickicht, aber dann waren wir da und es hatte sich absolut gelohnt : Absolut SCHWARZER, glitzernder Sand und die hoechsten Wellen, die ich in Ecuador jemals gesehen habe. Es war einfach nur atemberaubend und diesen Ort saugte ich auf, als waere es alles. Wir hatten superviel Spass dort, haben uns von den Monsterwellen wegtreiben lassen, mit schwarzem Sand eingecremt und ich hab ein paar riesige Muscheln gefunden. Zum Schluss nahmen wir ein bisschen Sand mit und gingen zurueck nach Mompiche, wo wir duschten, Mittag assen (um 2 ;)) und den Bus zurueck nach Atacames nahmen. Dort kamen wir dann abends an und gingen Pizzaessen, bevor wir den Nachtbus zurueck nach Quito nahmen. Quito begruesste uns, wie sollte es Anfang April auch anders sein, mit : Regen. Urlaub aus und vorbei. Entspannung floeten.

 

Dieses Wochenende wurde dann auch ziemlich cool. Iris hatte Geburtstag und obwohl sie alle Leute selber einlud, als wir am Dienstag beim monatlichen Volunteer-Pizzaessen waren, veranstalteten wir eine kleine Ueberraschungsparty fuer sie am Freitag. Ich hatte Kuchen gebacken und zu 4.(Hannan, Yannis, Josi und ich) machten wir ueberbackene Toasts. Dann kamen Iris und Josue rein und wir sangen (deutsche) Geburtstagslieder. Serkan, Johanna, Byron und Anahi kamen auch noch dazu und nach einer guten Einstimmung gingen wir dann feiern. Es war superlustig und ich glaube alle hatten ziemlichen Spass. Im Club stiessen dann auch noch die Amis aus Johannas Projekt dazu und wir tanzten un spackten ab bis zum Umfallen. Samstag ging ich dann mit meiner Gastschwester Vicky und meiner Gastnichte Cris zum Colegio von meinem Gastvater, wo sie eine Art Kirmes veranstalteten. Auf dem Rueckweg regnete es Elefantentropfen und die Strassen schwammen dahin. Einmal Klamottenwechsel und einen Tee und ein Mittagessen spaeter, machte ich mich auf zum Stadion, wo Yannis und ich zum Fussballspiel Liga vs. Deportiva Quito gingen. Das war allerdings mal abgesehen von den irren Fans, eher lahm. Nach dem Spiel gingen wir dann zu der Elektroparty von meinem Lieblingscafe Dirty Sanchez und zappelten mal wieder zu was anderem als Salsa und Reggaeton ab. Geil!

 

Was gab es sonst  noch? Auf Arbeit haben wir fuer eine schwangere Kollegin ei9ne Babyshowerparty gemacht mit Spielen und Kuchen und tausend Babysoeckchen. Und am Freitag haben meine und iris Gruppe ein Theaterstueck aufgefuehrt, das war supersuess.

Gestern kam meine Gastma zurueck von ihrem einmonatigen Trip in die Staaten und hat megaviel Zeugs aus den USA mitgebracht. War eine richtige Bescherung, fast krasser als Weihnachten hier... Heute war ich mit Vicky vor meiner Arbeit auf ihrer Arbeit und hab ihr ein bisschen geholfen (sie hat ein Catering) und jetzt gehe ich gleich nochmal zum Kindergarten und feiere dort mit den Tias und den Eltern der Kinder den Tag der Erzieher und Lehrer - hey! =)

 

Ich hoffe bei euch ist alles gut, ich vermisse euch sehr.

Passt auf euch auf,

viel Amor aus Ecuador,

Berrin

Playa Negra Berrin Negra
Playa Negra Berrin Negra
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Mi

16

Mär

2011

Wasser.

Liebe Familie, liebe Freunde,

 

ich moechte schnell ein paar Worte zu dem Thema Wasser loswerden.

Am Freitag haben wir hier die Nachwirkungen des in Japan tobenden Tsunamis erwartet.

Abends wurde zuerst Galapagos erreicht. Die Wellen dort waren ungefaehr 2,5m hoch. Nichts im Vergleich also zu Japan. Allerdings wurden drei Inseln auf den Galapagos beschaedigt und erstmal fuer Touristen gesperrt. Die Flamingos und Riesenschildkroeten brauchen Ruhe.

 

Spaet nachts erreichten die restlichen Wellen dann auch das ecuadorianische Festland. Wie mir bekannt ist, wurden einige Straende und vor allem Fischergebiete ueberschwemmt und ein paar Boote zerstoert. Das klingt nicht viel, ist fuer einige Fischer aber die reinste Katastrophe und stellt sie foermlich vor den Ruin.

 

Bis in die Sierra zu mir nach Quito ist das Wasser natuerlich nicht gekommen. Ich habe auch bisher nichts von Toten gelesen, man hat vorher dafuer gesorgt, dass die Menschen evakuiert werden. Ehrlich gesagt haben sie hier ziemlich viel Panik geschoben. Aber so ist das hier oftmals: Wenn man einen Grund zum Drama findet, dann macht man es auch. Die Wellen an der Kueste waren so 2 m hoch(normalerweise etwa 1m stand in der Zeitung. Mir kommen sie aber am Strand immer hoeher vor). Also kein Grund zur Panik. Soweit ich es mitbekommen habe, durften auch schon alle Menschen zurueck in ihre Staedte-Doerfer kehren.

 

Viel schlimmer ist also die Lage in Japan und daran sollten wir jetzt zuallererst denken.

Was die Menschen dort jetzt durchmachen muss, will man niemandem zumuten. Ich finde es einfach schrecklich.

 

Wo ich beim Thema Wasser bin, moechte ich noch kurz erwaehnen, dass ich am Wochenende mit meinen Freunden nach Papallacta, 2 Stunden von Quito, ins Thermalfreibad gefahren bin. Das war nicht nur superschoen, sondern wegen dem sehr warmen Wasser auch ein kleines bisschen anstrengend. Trotzdem hatten wir superviel Spass und vielleicht fahren wir nochmal irgendwann hin.

 

Ich hoffe trotz allem, dass ihr wohlauf seid und euch keine Sorgen macht.

Ich habe euch lieb und denke an euch, passt auf euch auf.

 

Eure Berrin

 

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Do

10

Mär

2011

Oh,wie schoen ist Karneval.

Schaumparty im Kindergarten
Schaumparty im Kindergarten

¡Que viva el Carnaval!, hiess es wie zu erwarten war, in den letzten Tagen. Das Karnevalsfieber war ausgebrochen und machte ganz Ecuador unsicher. Und die Reisestrecken anstrengender.

 

Das fing schon am Freitag bei mir auf Arbeit an : Schaumparty im Kindergarten. Ausgeruestet mit etwa 30 Schaumspruehdosen machten wir auf dem Spielplatz mit den Kindern eine riesige Schaumparty. Das Zeug ist weiss, gelb, rosa oder blau, riecht nach Kaugummi oder Bodylotion und verschwindet innerhalb von 3 Minuten, allerdings haftet es unsichtbar an Haaren, Haut und Kleudung. Es hat superviel Spass gemacht, die Kinder waren groesstenteils verkleidet oder trugen selbstgebastelte Masken (Konstantin und ich haben uns auch welche gemacht) und freuten sich riesig ueber den Schaum und den Krawall. Eigentlich ist es ja in Quito Brauch mit Wasser zu spritzen, allerdings waere das im Kindergarten mit den Kindern keine gute Idee gewesen, weil ist die Kleidung erstmal nass, sind die Kinder auch ganz schnell krank. So fing die Wasserschlacht erst an, als die Kinder schliefen. Nach Arbeitsschluss war ich demnach meganass und vollgeschaeumt, aber supergluecklich. Ich fand es einfach SO WITZIG! Fuer die naechsten Tage habe ich dann Schaum, Konfetti, Glitzer, meine Maske und alete und neue Klamotten eingepackt und bin am Freitag frueh ins Bett gegangen.

 

 Am Samstag verliess ich dann um 6.30 Uhr das Haus, war endlich um 8.30 Uhr am Busbahnhof Quitumbe im Sueden. Dort war die Hoelle ausgebrochen : Hundertausende von Menschen draengelten, schrien und warteten. Mein erster Gedanke : Ach du Kacke, ich komme auf keinen Fall nach Ambato! Ich stellte mich also etwas hoffnungslos und genervt an eine der fuenf Schlangen der fuenf Ambatoschalter an und wartete. Und wartete. Das Lustige ist eigentlich, dass an normalen Tagen (also keine Fiestas), alle Schalter nach Ambato leer sind und sich alle darum draengeln, dass du zu ihnen kommst. Diesmal war es eher so, dass sie dich am liebsten losgeworden waeren. Und zwischendurch hiess es "erstmal keine Tickets mehr" oder "es gibt gar keine Busse momentan" und so weiter. Da stand ich also als Dritte am Schalter. Ecuador kann einen fertig machen. Um 10 Uhr sass ich dann doch im Bus und war schonmal relativ fertig vom ganzen Morgenstress. Und hungrig. Ich schlief ein und wachte erst auf, als wir im Stau standen. Ohje. Die Fahrt, die eigentlich 2,5 Stunden dauern sollte, hat diesmal unglaubliche 4 Stunden gedauert (nicht mitgerechnet, dass ich 2 Stunden von zu Hause zum Bahnhof brauchte). Scheinbar wollten wirklich ALLE nach Ambato oder Guaranda oder Riobamba. Um 14 Uhr tanzte ich dann bei Ciko an und musste erstmal essen und mich ausruhen. Spaeter gingen wir ins Zentrum, aber da ging noch gar nicht so viel, sodass wir bald zurueckfuhren, kochten, den Paten guckten (3 Stunden lang!) und auf Yannis und Fabian warteten, die wegen der Menge an Reisenden mit einem Sammeltaxi fuer 10 $ nach Ambato fuhren (Bus kostet 2,50$) und erst um kurz vor 12 Uhr nachts ankamen. Dann guckten wir noch einen Film und gingen um 3 Uhr schlafen, wissend, dass wir nicht besonders viel schlafen wuerden.

 

Am Sonntag gings dann fruehs um 8.30 Uhr (was hiess, dass wir um 7 Uhr aufstanden) ins Zentrum fuer die Blumen- und Fruechteparade. Die Parade fing natuerlich statt um 9 Uhr erst um 11 Uhr an, aber es warn Traum! Wunderschoene Wagen verziert mit Blumen und aussehend wie Blumen und Fruechte zogen vorbei, waehrend die Sonne knallte und wir auf der eigens organisierten Tribuene sassen. Auf den Wagen standen die "Reinas de Ambato", die Schoenheitskoeniginnen Ambatos und winkten und warfen Rosen in die Menge und zwischen den Wagen tanzten hunderte von Frauen und Maennern in Blumen- und Bienchenkostuemen vorbei. Zum Schluss folgten Gruppen mit Laenderkarnevalstypischen Kostuemen (Peru, Bolivien, Kolumbien, Chile, Mexiko, Argentinien, Brasilien und natuerlich die einzelnen Provinzen von Ecuador).

Es war superschoen, doch die eigentliche Fiesta feierten wir danach.

Nach der Parade lieferten wir uns naemlich in den Strassen Ambatos eine erbitterte Schaumschlacht. Die Autos wurden angespritzt, es liefen fast nur noch schaumig-weisse Menschen umher und der Kampf legte sich erst ein wenig, als es anfing zu regnen. Dann spielten Yannis, Ciko und Moritz Carwash, indem sie das naechstbeste Auto einschaeumten, die Huellen fallen liessen und sich und das Auto ein bisschen sauberputzten. Schliesslich fingen wir zu Ciko und hatten eigentlich noch grosse Plaene fuer den Abend, aber  irgendwie wurde es spaeter und spaeter und als wir die Wohnung verliessen, da fuhren Moritz und ich auch schon zum Busbahnhof, um unsere Nachtfahrt nach Guayaquil anzutreten. Wir waren superfertig und kamen ziemlich ko um 5 Uhr in Guayaquil an, von wo es noch mal 4 Stunden weiter nach Puerto Lopez ging, wo bereits Santino und Josi die letzten Tage verbracht hatten. Wir kamen so um 10 Uhr an und suchten erstmal ein Hostel, was sich als schwieriger als gedacht erwies. Mit ziemlich viel Glueck bekamen wir ein Zimmer im gleichen Hostel wie Santino und Josi. Uebrigens auch das billigste (trotz Ferien 10 $ pro Nacht und Kopf, die anderen lagen so bei 15 bis 25 $). Als wir Josi und Santi endlich trafen, entschieden wir, einen Nachmittagstrip nach Montañita zu machen (Josi und ich waren bereits zweimal dort, einmal im November und einmal zu Silvester). Montañita ist nur eine Stunde von Puerto Lopez entfernt, dafuer ist dort aber dreimal soviel los. Puerto Lopez ist auch eher als Hafen und zum Angeln in Nutzung, waehrend sich in Montañita die Surfer (und Touristen) tummeln. In Montañita legten wir uns gleich an den Strand, badeten und trafen erst die Amis und dann Serkan und Linda, mit denen wir dann auch noch einen Cocktail tranken, bevor es nach Hause nach Puerto Lopez ging. Dort entspannten wir noch ein wenig in den Haengematten und gingen frueh schlafen.

 

Am Dienstag machten sich Moritz und ich dann auf zu unserer Tour auf die Isla de Plata. Diese Insel gilt als das "Galapagos fuer Arme", de4nn es gibt dort eine Menge Aussergewoehnliches zu sehen. Wir waeren also supergespannt und wurden mit einem Motorradtaxi zum Strand gefahren, wo bereits der Rest der Gruppe (Haelfte Touris, Haelfte Ecuadorianer) wartete. Mit einem Motorboot fuhren wir dann etwa eine Stunde zu der Insel, die irgendwann ziemlich gruen in Erscheinung trat.

Es war UNGLAUBLICH und SO TOLL.

Erst machten wir eine zweistuendige Wanderung bei knallender Sonne ueber die Insel und sahen dabei die supercoolen Blaufusstoelpel und eine beachtliche Anzahl an Voegeln, ausserdem viele bunte Raupen, Schmetterlinge und einen Salamander.

Von der Sonne geplaettet fluechteten wir dann auf das Boot, wo wir uns erfrischten und etwas assen (alles in der Tour mitinbegriffen). Als wir auf den Rest der Truppe warteten, die eine groessere Tour gemacht hatten, kamen ploetzlich riiiiiesige Schildkroeten an. Sowas tolles habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen! Die waren soo schoen und so elegant und sahen einfach so suess aus, obwohl sie bestimmt halb so gross wie ich waren.

Ich war total geplaettet. Habe tolle Fotos gemacht waehrend wir die Schildis gefuettert haben.

Als der Rest der Gruppe ankam, haben wir uns dann die Schnorchelmasken aufgesetzt und sind ins sauklare Wasser gesprungen. Ich fand, ich hab mich irgendwie bloed dabei angestellt, aber es hat trotzdem Spass gemacht und als ploetzlich die ganzen bunten Fische ankamen, habe ich mich schnell aufs Boot gefluechtet und meine Kamera gezueckt (danke Mami und Papi!!!). Nach einer Stunde sind wir dann zurueck aufs Boot und eine Stunde zurueck nach Puerto Lopez gefahren.

Ich war sehr gluecklich, das war einfach der Hammer!

Um 7 Uhr abends sind wir dann nach einer Polizeikontrolle endlich mit dem Bus zurueck nach Quito gefahren und kamen dort kurz vor 4 Uhr morgens an. Man beachte, dass wir im November 14 Stunden Tagesfahrt gebraucht haben, waehrend es nachts nur 9 Stunden gedauert hat...

 

Zurueck in Quito bin ich noch vollkommen begeistert von dieser Reise! Ich kann einfach nicht glauben, wie wunderschoen es hier ist und freue mich total auf die naechsten Erlebnisse.

Die werde ich euch dann natuerlich so schnell wie moeglich abtippen. Ich hoffe es geht euch allen gut und das der Fruehling langsam kommt.

Ganz viel Amor aus Ecuador,

Eure Berrin  

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Sa

05

Mär

2011

Mein Lieblingslied mal in langsam.

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Mo

21

Feb

2011

Bergfest.

Halbzeit.

Die zweite Haelfte beginnt und irgendwie weiss ich gar nicht so recht, wie das werden soll.

Ein bisschen stelle ich mir einfach vor : BESSER.

Ich kann es ueberhaupt nicht glauben, dass jetzt die Haelfte vorbei ist. Es ging so unfassbar schnell vorueber und mir faellt auf, dass ich noch so viel machen moechte und ich natuerlich immer weniger Zeit habe.

 

Der letzte Eintrag und somit die letzte Reise sind auch schon eine ganze Weile her und natuerlich war es seitdem nicht weniger unspektakulaer. 

Zuerst kam da ja noch unser Midterm Camp (das Mittelseminar, was von Weltwaerts gefordert wird).

Eigentlich hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an das Midterm. Am Ende war ich glaube ich ziemlich enttaeuscht, weil es ueberhaupt nicht so war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber andererseits konnte ich auch schlecht sagen, wie ich es mir denn eigentlich vorgestellt hatte.

Ich wusste, dass es groesstenteils ein AUSTAUSCH von Erfahrungen und Erlebnissen von hier sein wuerde und dass ich die Leute nicht "neu" kennen lernte, wie sonst auf den Seminaren, war auch ziemlich logisch. Das heisst wir haben hauptsaechlich Spiele gespielt, Erfahrungen und Probleme ausgetauscht und verglichen. Doch teilweise habe ich mich echt gefragt, wozu wir das ganze ueberhaupt machen.

Auf das Seminar folgte ein Barbecue, wo wir alten Hasen auch die neuen Gruenschnaebel kennen lernten. Das war eigentlich superschoen, wir trafen uns und gingen in Quitos groessten Park Metropolitano, der eher ein wenig wie ein Wald war und grillten dort und unterhielten uns.

Dabei lernte ich auch meinen neuen Kollegen Konstantin kennen, der aus Bonn kommt und jongliert. Zu der Zeit hatte ich gerade ein Projekttief, weil man mich in eine andere Gruppe stecken wollte.Natuerlich GEGEN meinen Willen. Das heisst, ich habe erstmal in der alten Gruppe von Iris gearbeitet. Allerdings war ich dort ziemlich ungluecklich, obwohl ich die Kinder und die beiden Kollegen immer ganz gerne mochte. Ist aber einfach nicht dasselbe, wie bei meiner Gruppe.

 

Am naechsten Wochenende gab es mal wieder eine Abschiedsfeiern, momentan bin ich echt Spezialistin in Abschieden, denn nach Iris, hab ich noch Juan, Linda und Nadine verabschiedet. Alle fertig mit ihrem Freiwilligendienst, die Klabaueter.

Naja und am Sonntag haben wir dann DAS Abenteuer erlebt! Es ging morgens um 7 Uhr von der Mariscal los. Mit einem Pickuptruck, einer Truppe Freiwillige und unserem Tourguide Alberto sind wir bis ins Cotopaxi-Reservoir gefahren, wo der Cotopaxi, einer der hoechsten aktiven Vulkane der Welt, halb mit Schnee bedeckt auf uns wartete.Voellig beeindruckt standen wir da auf dem Berg, ueber uns die Schneespitze und blauer Himmel und dachten wahrscheinlich alle dasselbe : WOW.

Aber dann ging es erst richtig los : Die Fahrraeder wurden runtergehievt, die Helme aufgesetzt, ein paar Sicherungstipps gegeben und RAUF auf die RAEDER!

Und ruuuuuuuunter gings! Es war so verrueckt, wir sind da runter gefahren und man ist tierisch schnell geworden, sodass ich die komplette Downhill-strecke auf den Bremsen drauf war. Als es dann flacher wurde und wir anhielten, bekamen wir mit, dass eine unserer Mitstreiterinnen hingefallen war und das mitten auf das Gesicht! Sie sass dann in dem Pickup, der uns die ganze Zeit begleitete und wir fuhren weiter, bis.. Johanna ebenfalls hinfiel und zwar so boese, dass ihr Fuss gebrochen war. Wir machten Essenpause und hielten Kriegsrat, sodass wir schliesslich entschieden, dass wir besser ins Krankenhaus fuhren. So endete unser Ausflig ungluecklicherweise mit zwei Verletzten bei 3 Verletzten jaehrlich, au weia.. Geil war es aber trotzdem!

 

Das Wochenende darauf verbrachten wir dann mal wieder auf der Farm, wo wir Valentins Geburtstag feierten, mit Lagerfeuer. lauter Musik und viiiiel Bloedsinn.

 

Momentan arbeite ich wieder in meiner Gruppe, waehrend Konstantin in den aelteren Gruppen (5, 6 und 7) routiert (er moechte lieber mit den aelteren Kindern arbeiten). So finde ich es eigentlich ganz schoen, obwohl wir gerade zu 4 ziemlich wenig zu tun haben. Aber wenn Konstantin sich fuer eine Gruppe entschieden hat, dann werde ich vormittags in meiner Gruppe und ab dem Mittagessen bei einer der aelteren Gruppen arbeiten. Soviel zur Theorie.

 

Dieses Wochenende waren wir dann in Baños, eigentlich um Bungee zu springen, aber dann kam es natuerlich anders... Um 18 Uhr funren wir am Freitag los und kamen dementsprechend erst um 22Uhr in Baños an. Zum Glueck hatten Josi und Santi schon ein Hostel rausgesucht, sodass wir nur kurz unsere Sachen abstellten und dann tanzen gingen.

Schlechte Idee.

Natuerlich standen wir am naechsten Tag nicht wie geplant frueh auf, um die Fahrradtour zu machen, sondern machten uns erst mittags auf den Weg mit den Bikes vorbei an den Wasserfaellen und nach Puyos.. war jedenfalls der Plan.

Leider kamen wir nicht so weit, wie wir dachten. schon gar nicht bis nach Puyo. Irgendwie hielten wir dann doch ueberall an, wo es was zum Gucken gab : Wasserfaelle, Canopee, Bungejump von der Bruecke.. Letzteres wollten wir eigentlich auch erst machen, aber dann fehlte uns die Energie und wir fanden den Sprung an sich auch nicht sooo cool (zu niedrig und nicht wirklich Bungee-Freifallmaessig). so fuhren wir weiter, hielten an einem grossen Fluss, machten Jause und liefen dann noch zu einem grossen wasserfall, genannt Teufelswasserfall, der riesig war und den man von vielen verschiedenen Hoehen, u.a. von einer Haengebruecke aus sehen konnte. Danach waren wir alle relativ hungrig, sodass wir zurueck nach Baños mit einem Pickuptaxi fuhren und uns dort auf Nahrungssuche begaben. Vollbepackt mit Pizzakartons setzten wir uns auf die Dachterrasse und gingen diesmal frueh schlafen. Demnach waren wir am Sonntag frueh wach, gingen gut und lecker fruehstuecken und danach noch in ein Therme. Dieses Freibad war sehr viel schoener als das vom letzten Mal, mit Wasserrutschen, kalten und warmen Becken und weniger Menschen als bei dem anderen. Nachmittags fuhren wir dann zurueck nach quito.

 

Dieses Wochenende ist Karneval hier und obwohl ich eigentlich kein grosser Fan davon bin, werde ich mir das hier mal in ambato antun. wir duerfen gespannt sein...

Sicher ist, dass man wohl weder "Helau" noch "Alaaf" sagen wird. Vielleicht "Que viva"??

 

Tut mir Leid fuer mein Schreibchaos. Nach dem halben Jahr stecken wir scheinbar alle in einer Tippkrise, die Haelfte meiner Mitstreiter ist noch bei Weihnachten... aber jetzt werde ich auf jeden Fall wieder regelmaessiger schreiben. Es geht ja auch wieder auf Reisen :)

Ich sende euch Sonne und gute Laune!

Eure Berrin

 

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Mo

07

Feb

2011

Fly high like a bird

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Di

25

Jan

2011

Canoa - ein entspanntes Abenteuer.

Ich glaube, in meinem letzten Bericht habe ich etwas gemeint, wie "ich muss unbedingt wieder zum Strand" oder so.

Jetzt (17.Januar) bin ich gerade wieder aus Canoa zurueck und denke mir so "ach, soo bald muss ich nicht wieder zur Kueste. Ich meine mittags habe ich auch hier in Quito 30 Grad, nur eben kein Meer."

Aber ich hatte irgendwie vergessen, dass mich die Kueste fertig macht. Dass man ewig lange hinfaehrt und noch viel laenger zurueck, dass es fast nie Busse gibt. Naja und dann ist da noch meine geklaute Kamera und meine Sonnenbrille, die baden ging. Aber alles nicht soo schlimm. Kann ja nicht immer heile Welt und Sonnenschein sein.

 

Wir, das heisst Hannan, die fast genauso Panik schiebt, wenn es darum geht, Busse zu bekommen, wie Josi ("Also ich wuerd da schon ne halbe Stunde frueher da sein..") und ich, sind also am Freitagabend ueber Nacht losgefahren, nach Chone, obwohl wir nicht so genau den Plan hatten, wo Chone eigentlich ist, ausser, dass es in der Naehe von der Kueste sein sollte. Egal. Im Bus sass so ein Ecuadorianer neben uns, der Hannan mit seiner Lebensgeschichte vollgequatscht hat (ich hab getan als wuerde ich schlafen oder es tatsaechlich getan). Morgens um halb 6 kamen wir in Chone an und nahmen als naechstes den Bus nach San Vicente. Warum? Weil ich bei Hannans Gespraech mit dem Typen im Halbschlaf mitbekommen hatte, dass wir nach San Vicente muessten und dann dort nochmal umsteigen muessten. "Wie kannst du dir sowas merken?", hat mich Hannan gefragt. Gute Frage. In San Vicente kamen wir dann so um 7 an und wussten erstmal nicht, was wir machen sollten, wo der naechste Bus abfaehrt und wie wir jetzt weiterkommen koennten. Da haben wir mitbekommen, wie so eine kleine Gruppe von Menschen, die auch in unserem anderen Bus mitgefahren sind und auch nach Canoa wollten, so einen Typen ueberredet haben, sie mit seinem Pickup nach Canoa zu fahren. Da haben wir uns einfach dann mit rein geschlichen (nein, natuerlich haben wir gefragt!). Der Pickup sah megaalt aus, mit Kassettenspieler und hat bei jedem kleinen Huegel gefaehrlich geschuckelt. Um 8 waren wir dann jedenfalls an unserem Reiseziel - hurra.

Als naechstes ging es mal wieder auf Hostelsuche. Wir blieben im Hostel Shelmar, wo uns die nette Besitzerin im Satinschlafanzug aufmachte und uns gaehnend zu Zimmer Nr 10 fuehrte. Mit Privatbad 8 Dollar die Nacht. Und kleiner Balkon mit Haengematten daneben...

Nachdem wir uns eingerichtet hatten ging es natuerlich sofoooort an den Strand. Der Strand war soo schoen und weitlaeufig, mit wunderschoenem hellen Sand und vielen Strandmuscheln und kleinen Strandkrebsen. Es war zwar erst Zehn Uhr, aber die Sonne knallte schon ordentlich und wir sprangen sofort in die Wellen und machten kleine Kunststuecke. Das Wasser hatte genau die richtige Temperatur um der brennenden Sonne zu entfluechten und es war so uuuunglaublich schoen und befreiend. Ausserdem war es einfach toll, nur mit Hannan am Strand zu sein, weil wir vollkommen stressfrei da lagen und uns entspannten. Surfen bin ich diesmal auch nicht gewesen, irgendwie trau ich mich das noch nicht. Naechstes Mal nehm ich mir erstmal ein Bodyboard und tu so als ob ich es koennte, bwz uebe dann mal ein wenig ;) Doch die anderen Surfer, die auf den Wellen tanzten, als waere es eine Kleinigkeit, sahen uuunglaublich cool aus. Weniger cool war, dass es irgendwie voller war, als ich gedacht haette. Und das obwohl erstens die Reina de Camino, die staerkste Kuesten-Busgesellschaft, seit dem Busunglueck im Dezember nicht mehr fuhr und zweitens es immer hiess, Canoa sei eine ruhige Zone, wo noch nicht so viele Touristen herumirrten. Denkste. Oder waren das alles Hippies auf der Suche nach dem Glueck am Meer?

Als die Sonne uns zu stark wurde, sind wir zurueck ins Hostel und haben uns mit dem Ventilator aufs Ohr gehauen.

Danach sind wir was essen gegangen : Pizza und Cola. Genau das richtige wenn man im Urlaub ist. Wir mussten sogar nichts bezahlen, denn so ein Typ hat uns das spendiert (jaa jaa, die Eckis), was unser Budget wieder aufheiterte.

Dann sind wir wieder ein paar Stunden zum Strand schwimmen gegangen und kurz vor Sonnenuntergang waren wir duschen und uns umziehen, sodass wir, als wir zurueck zum Strand kamen, gerade noch die rosafarbenen Streifen der Abendsonne mitbekommen haben. Schoen. Dann haben wir uns mit zwei Colas (entgegen meiner vorherigen Vorstellung, ich dachte naemlich wir wuerden uns mit Cocktails hinsetzen, aber naja, nach Alkohol und Party war uns an diesem Wochenende ganz und gar nicht, also eben Cola und Ruhe) an den Strand gesetzt und den ganzen Abend, obwohl in Canoa ziemlich was los war, gequatscht und das Meer beobachtet.

 

Am naechsten Morgen standen wir gemuetlich um 9 Uhr auf und goennten uns ein Fruehstueck Continental, das heisst Ruehrei, Kaffee, Saft, Toasts und Marmelade und gingen danach, ihr erratet es sicher, zum Strand, wo wir noch eine Stunde verbrachten, um uns dann im Hostel nochmal zu duschen und auszuchecken. Weil es dann genau mittags war und Hannan und ich eher vorsichtig mit der ecuadorianischen Sonne umgehen wollten, setzten wir uns noch ins Cafe unseres Hostels und tranken was, wobei wir Marie kennen lernten, die aus Frankreich kam und gerade erst in Ecuador angekommen war, um Urlaub zu machen. Zusammen mit Marie gingen wir dann nochmal zum Strand, lernten ein paar nette Einheimische kennen, vergnuegten uns im Wasser (wobei meine Sonnenbrille von einer Riiiiiesenwelle erfasst wurde) und sassen eine Weile im Sand. Kurz nachdem ich meine Zebraohren-Fotos gemacht hatte, die ich immer mache, egal an welchem Ort ich bin, kamen 4 Typen an uns vorbei und schuetteten uns unglaublich viel Sand entgegen. Wir beschwerten uns empoert und ich wollte sofort nach meiner Kamera schauen, damit nicht noch mehr Sand darankam, allerdings bemerkte ich in dem Moment, dass sie weg war. Ein Typ, der zu den anderen 4 Typen gehoerte, hatte sie mitgenommen. Und dann ging es los. Die Einheimischen, mit denen wir uns angefreundet hatten, trommelten sofort ihre gesamten Cousins zusammen und verteilten Auftraege ("du rufst die Polizei", "du merkst dir das Kennzeichen von dem Auto", "du faehrst denen hinterher" etc.) und kurze Zeit spaeter machten wir uns auf den Weg zur Polizei, leider ohne Ergebnis. Meine Kamera mit der letzten Speicherkarte, das heisst Bilder seit Weihnachten, Silvester, Cikos Geburtstag in Ambato und jetzt die Canoabilder, war weg. Und meine entspannte Laune damit eigentlich auch erstmal. Allerdings hatte dann die gesamte Surfercrew von dem Missgeschick gehoert und versammelte sich um uns rum, sodass der restliche Nachmittag eigentlich noch ziemlich lustig war.

Erst am Abend wurde es wieder kritisch. Hannan und ich hatten so gegen halb 7 unsere Sachen vom Hostel abgeholt und stellten uns an die Bushaltestelle, wobei uns alle Einheimischen etwas anderes ueber die Busse erzaehlten ("der faehrt da ab", "nee dort faehrt der ab", "der bus kommt heute gar nicht mehr", "kommt in 10 min" etc.). Nach einer Ewigkeit fragten wir noch einen Typen, der uns empfahl mit dem Taxi nach San Vicente zu fahren, weil die Tickets nach Quito sicherlich bald weg sein wuerden. Da wir dringend nach Quito mussten, um am naechsten Tag zu arbeiten, nahmen wir also das naechste Taxi. Doch erfolglos, in San Vicente waren die Tickets ausverkauft. Und in Bahia. Und in Chone. Oh-oh. Wir fuhren also wieder zurueck nach Canoa und ueberlegten lange hin und her. Das Ergebnis : Wir blieben noch eine Nacht.

Demnach setzten wir uns den Abend wieder an den Strand und genossen noch einmal, diesmal weniger entspannt, das Meer.

Am naechsten Morgen standen wir in aller Fruehe auf und fuhren mit dem Bus von Canoa nach Pedernales, drei Stunden noerdlicher. Von dort aus nahmen wir um 11.40 h dann den naechsten Bus nach Quito. Zum Glueck dachten meine Leute bei der Arbeit, dass ich noch krank mit Bindehautentzuendung war. Abends um 7 Uhr kamen wir dann nach einer anstrengenden Tagebusfahrt (ich HASSE Tagebusfahrten) in Quito an. Quito begruesste uns mit Regen.

Urlaub aus und vorbei. Strandabendteuer zuende.

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Mo

10

Jan

2011

Start all over again..

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Mo

03

Jan

2011

Frohes Neues!

Mit Cocktails in der Strandbar - So muss das!
Mit Cocktails in der Strandbar - So muss das!

So, kaum bin ich zurueck, wuensche ich mich schon wieder weg!

Es war soo schoen... und viiiiel zu kurz!

 

Aber mal von Anfang an :

 

Am Donnerstag ging es los. Ich mit der Riesengrippe und Josi mit der Ach-du-kacke-wir-kriegen-keine-tickets-mehr-Panik. Aber das ging einfacher, als erwartet und so sassen wir bis abends noch bei mir zu Hause, tranken Tee und schauten "Er steht einfach nicht auf dich".

Um 9.15 h ging es PUENKTLICH (Was war denn mit denen verkehrt? War bestimmt keine ecuadorianische Busgesellschaft...) los und wir fuhren die komplette Nacht und hielten nur einmal eine halbe Stunde, Josi meinte irgendwas vonwegen, wir waeren von der Polizei angehalten worden. Ich schlief weiter, oder versuchte es mit dem unheimlichen Druck auf den Ohren (ein Nachteil wenn man von 2800 m runter faehrt). Um 5.30 Uhr kamen wir in Jipijapa an, ein Ort der mir nur in bleibender Erinnerung wegen der vielen grossen und springenden Kaefer auf dem Busbahnhof bleibt. Als naechstes ging es von Jipijapa eine Stunde nach Puerto Lopez, wo die Jungs residierten. Als wir um 7 Uhr dort ankamen, suchten wir schnell das Solinn, schaukelten ein wenig in der Hollywoodschaukel, schauten uns den Strand und die Fischerboote an und kehrten dann zum Hostel zurueck, wo wir uns noch ein wenig hinlegten, bis der Rest der Truppe auch aufstehen wollte.

Gemeinsam ging es ein wenig spaeter nach Montañita, wo ungefaehr das halbe Land und nochmal so viele Auslaender ueber Silvester sein sollten. Und tatsaechlich, als wir dort ankamen, war weder von dem Wetter, das wir im November dort hatten, noch von der Leere etwas zu spueren. Es war unglaublich voll und noch heisser.

Wir stellten unsere Sachen bei Johanna, Linda, Chrisso, Matti und Jan im Hostel ab und schon gingen wir zum Strand. Schon als wir vor den riesigen Wellen im heissen Sand standen, dachte ich mir so : Ich muss ab jetzt oefter an den Strand!

Dann ging es ab ins Wasser, das einfach die perfekte Temperatur hatte. Ich glaube wir fuehlten uns alle, wie die Koenige der Wellen.

Und am Strand trafen wir natuerlich gleich mal auf die WG-Jungs Marian, Fabian und Elias, sowie auf die Amis vom Muchacho. Und zum ersten Mal dachte ich mir : Na, das kann ja "witzig" werden! (Anmerkung : Seit wir in Cuenca so viele Deutsche/andere Freiwillige getroffen hatten, war WITZIG das Synonym dafuer geworden, das wir andere Deutsche trafen)

Salzig und sandig waren wir irgendwann megahungrig und machten uns auf Nahrungssuche, wobei wir in der Garage landeten, die eigentlich als Restaurant umfunktioniert wurde. Hier wurde man fuer wenig Geld und wenn man es nicht eilig hatte, echt satt. Dann machten wir uns Silvesterfertig und Josi und ich freuten uns wie Bolle, dass wir das erste Silvester in Kleidern feiern konnten und nicht frieren wuerden.

Zusammen mit Yannis und Ciko gingen wir in eine der vielen komplett gleichen Cocktailbars und tranken auf das neue Jahr, das in Deutschland bereits begonnen hatte, hier aber noch 3 Stunden hin war. Ein wunderschoener und purer Moment.

 

Nachdem wir eine Weile auf den Felsen vor dem Hostel gesessen hatten und immer mehr der Leute kamen, die wir auch kannten, machten wir uns um halb 12 auf zum Strand. Die Idee schienen etwa 200 andere Menschen auch gehabt zu haben und so war der Strand rappelvoll. Es wurde ungefaehr 20 Mal eingezaehlt (die Eckis nehmen es ja nicht so sehr mit der Zeit) und mit vielem OOOHHH und AAAHHHH und UUIIII das Feuerwerk bewundert. Dann wollten wir los feiern, was sich etwa als so schwierig erwies wie in Berlin. Zu viel los, ganz schoen teuer und zu viele Menschen. Und dann gehoerte man selbst zu einer grossen Gruppe, die sich nie entscheiden kann. Demnach trafen wir unterwegs ganz viele Leute (zum Beispiel Milena und Linda, die ich aus Berlin kenne und die ihr FSJ in Cuenca machen ) und ein wenig feierten wir weiter am Strand, wo man die laute Musik aus dem Electromundo hoerte, was ziemlich cool war (und immerhin kostenlos). Am Ende landeten wir in einem Laden, der Caña Grill hiess und dort war es ziemlich cool, sodass sich das neue Jahr doch ganz gut zelebrieren liess.

 

Den naechsten Tag begannen wir mit einem Katerfruehstueck und dann ging es nochmal an den Strand, Sonne, Salz, Energie und Frohsinn tanken. Entspannung pur. Josi und ich fuehlten uns zwar ziemlich k.o. aber auch sehr sehr gluecklich. Und nach endloser Sonne und Abkuehlung, machten wir uns gegen 4 Uhr auf den Heimweg. Zusammen mit den Amis Ben, Adam und Lindsey und Katia und ihrem ecuadorianischen Freund, ging es von Montañita erstmal nach Santa Elena, vorbei an endlosen LEEREN, weissen Straenden (naechstes Mal, dachte ich mir, geht es auf jeden Fall an einen DIESER Straende und dann wir nur noch entspannt, weil man den Strand fuer sich allein hat!!!) mit glitzerndem Wasser. Einmal flog sogar ein Hubschrauber ueber das Meer in die Sonne, das sah so genial aus!

Von Santa Elena ging es dann nach Guayaquil, wo wir abends ankamen und schon megafertig waren auf einmal. Um 21 Uhr sind wir von Guayaquil dann weiter nach Quito gefahren und Josi und ich gaben uns ordentlich Muehe, zu schlafen. Nur einmal wurden wir erschreckend wach und waren leicht geschockt, weil jemand eine Busscheibe eingeworfen hatte (und dabei einen Typen traf, der Arme) und dann alle Ecuadorianer gleichzeitig aufstanden und durch den Bus riefen : "Wir werden ausgeraubt, wir werden ausgeraubt, ruft die Polizei!" Josi und ich, die nicht alles gleich richtig mitbekamen, waren ein wenig veraengstigt, aber nach einer halben Stunde, nachdem bereits die Polizei da war und gemeinsam mit eifrigen Ecuadorianern den Raeuber suchte, waren wir leicht genervt, dass es nicht weiterging. Der Typ war schliesslich sicher schon ueber alle Berge in einem guten Versteck und wuerde sich nicht nochmal trauen, einen Stein zu werfen.

Morgens um halb 6 kamen wir dann in Quito im Norden an. Bisschen sehr frueh. Und bisschen sehr kalt und regnerisch in Quito. Ach herrje.

Um 8 Uhr lag ich dann endlich ziemlich durchgefroren im Bett und schlief.

Und als ich wieder aufwachte mittags, war unser kleines Abenteuer vorbei und mal wieder fast nicht zu glauben.

Hoffentlich schaffen wir es bald wieder an den Strand!

 

Und damit ein ganz bezauberndes, neues Jahr an euch alle, ich hoffe ihr hattet alle einen guten Start... Frohes Neues!

Viel Amor aus Ecuador,

Eure Berrin

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Do

30

Dez

2010

Going to the Beachside for New Years Eve

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Di

28

Dez

2010

Weihnachtsfeierei

Wie versprochen jetzt der zweite Teil des Weihnachtsblogs.

 

Die Woche fing damit an, dass Iris und ihre Familie ein Weihnachtsfest geplant hatten, zu dem etwa 15 Kinder aus dem Kindergarten kommen durften. Ich nahm 3 Kinder von den Kindergaertnerinnen mit, mit denen ich am meisten zu tun hatte und mein Lieblingskind Ariana, die in meiner Gruppe ist. Iris brachte die restlichen 11 Kinder aus ihrer Gruppe mit.

Mit 20 Personen (es waren noch ein paar Erwachsene dabei) fuhren wir in dem Bus Guadalajara bis zu Iris und mir und liessen die Kinder dann erstmal draussen auf der Wiese spielen. Die Freundin von Iris Gastbruder David machte den Kinderanimateur (was ganz gut war, denn erstens waren Iris und ich noch ziemlich k.o. von der Arbeit und den Kindern dort und zweitens mussten wir, das heisst Josue, Iris, David, eine Freundin von David und ich noch das Minitheaterstueck proben, um es den Kindern spaeter vorzuspielen.. Das Maerchen von Goldloeckchen und der Baerenfamilie, falls es jemandem was sagen sollte..) und spielte mit den Kindern ein Spiel, bei dem die Kinder vor dem boesen Wolf wegrennen sollte. Ungluecklicherweise hatten sie eine richtige Wolfsmaske und Ariana, die ja die kleinste in der Runde war, war superaengstlich und krallte sich an mir fest. Im Uebrigen hatte ich zwar die Erlaubnis von der Mutter, Ariana mitzunehmen, aber ich wusste weder, ob sie abgeholt wurde, noch wohin genau ich sie haette bringen koennen! Das machte mir den ganzen Nachmittag Riesensorgen, weil ich ja schlecht ein Kind bei mir lassen konnte. Und ich als Mutter haette mir doch auch irgendwann Sorgen um mein Kind gemacht! Naja, die ecuadorianischen Muetter sehen das irgendwie alles ein wenig anders hab ich das Gefuehl.

Als es zu dunkel zum draussen Spielen wurde, nahmen die 15 Kinder im Wohnzimmer Platz und wir spielten unser Theaterstueck vor. Danach wurde ein wenig gesungen und heisse Schokolade getrunken und dann wurden die Kinder auch schon nach und nach abgeholt. Zu meiner Erleichterung kam auch Arianas Mutter in dem Auto von meiner Kollegin Glenda mit, da fiel mir wirklich ein Stein vom Herzen!

 

Einen Tag spaeter war dann das Kinderweihnachtsfest in unserem Projekt, was ziemlich gross gefeiert wurde. Es wurden die Eltern eingeladen, jede Gruppe fuehrte einen Tanz oder ein Lied vor und auch die Eltern machten kleine Auffuehrungen. Mittagegessen wurde dann in der jeweiligen Aula des Kindes, die knackevoll waren mit allen Eltern und Kindern der Gruppe (die sind ja schon manchmal zu klein allein fuer die Kinder!) und dann kam Papa Noel bzw. unsere Direktorin und verschenkte Puppen und Autos an die Kinder. Und natuerlich eine Menge Suessigkeiten. Als dann die meisten gegangen waren, ging der ecuadorianische Saftwein im Becher herum und Eltern und Tias und wir nahmen  ihn schlueckchenweise zu uns. Danach gingen Iris und ich mit Josi Weihnachtsgeschenke besorgen und einen Kaffee trinken. Und endlich und muede kamen wir zu Hause an.

 

Am Donnerstag war dann normal Arbeit wie immer und erst nach der Arbeit sollte dann die Mitarbeiterweihnachtsfeier statt finden. Wie immer wenn die Ecuadorianer 16 Uhr sagen, fing es erst um 18.30 h an und so langweilten Iris und ich uns ein bisschen, obwohl wir extra erst um kurz vor 5 gekommen waren. Zuerst spielte eine mexikanische Gruppe und dann fuehrten die Tias aus allen Gruppen kleine Theaterstuecke auf. Sogar die Essensfrauen stellten sich auf die Buehne und sangen ein Weihnachtslied. Es gab superleckeres Essen und wir spielten Secret Friend, wobei ich von meinem geheimen Freund ein ecuadorianisches Bild und einen Pullover geschenkt bekam. Von dem Projekt bekamen auch alle etwas geschenkt, Iris und ich Schals, Muetzen und Handschuhe (manch einer mag es nicht glauben, aber die kann man hier auch sehr gut gebrauchen!). Nach der ganzen Zeremonie wurde dann die Musik laut aufgedreht, Bier und Saftwein gemischt (iiieh!) und getanzt, getrunken und gefeiert. Um kurz vor 12 fuhren Iris und ich mit dem Taxi in die WG von Marian, Fabian und Elias, weil die dort ebenfalls eine kleine Party veranstalteten und irgendwann ging es dann nach Hause und schlafen.

 

Am Freitag mussten Iris und ich auch arbeiten, aber weil es Iris letzter Tag war, blieben wir nur bis zum Mittagessen und dann verabschiedete Iris sich von allen, was suuupertraurig war. Die Kinder konnten natuerlich schlecht verstehen, warum ihre geliebte Tia den nun gehen musste und die Tias waren auch alle sehr emotional. Ziemlich k.o. kam ich dann zu Hause an, wo ich alleine war bis abends. Ich oeffnete dann Mamis und Papis Geschenk, was sie mir zugeschickt hatten und las meine Weihnachtsmail von ihnen. Das war wirklich wirklich traurig (und schoen!) und so wie mein Tag angefangen hatte, war ich eigentlich schon ziemlich deprimiert und freute mich ganz und gar nicht auf den Heiligabend.

Abends kamen dann so gegen 9 meine zweite Gastschwesterund die Enkelin und dann haben sich alle bedankt fuer das, was ihnen in diesem Jahr wiederfahren war und sich Dinge fuers naechste Jahr gewuenscht. Ich hab mich bedankt, dass ich in Ecuador sein konnte und mir gewuenscht, dass es meiner Familie gutginge und dass meine Kinder aus dem Kindergarten auch ein schoenes Weihnachten haben wuerden. Dann haben wir uns verkleidet (keine Ahnung warum, aber ich setze mir dann einfach ein paar Puschelohren auf und gut war) und es wurde Bescherung gemacht! Das war eigentlich ziemlich schoen und ich hab auch ein paar Kleinigkeiten bekommen. Superschoen war (war das Zufall oder wollten meine Gasteltern das?), dass mein Gastvater eine CD mit deutschen Weihnachtsliedern auflegte und so konnte ich auch ein bisschen mitsingen... :)

Nach der Bescherung haben wir dann ENDLICH gegessen und es war ein FESTMAHL. Truthahn und eine leckere Nusssauce dazu, mit Rosmarinkartoffeln und ein wenig Salat (und natuerlich, wie konnte es anders sein, Reis!). Nach dem Essen sassen wir noch eine Weile zusammen, aber irgendwann war ich dann einfach zu muede und ging schlafen.

 

Am Samstag ging es aehnlich weiter. Zusaetzlich zu meiner zweiten Gastschwester und der Enkelin, kam dann noch die dritte Gastschwester und ihr Ehemann und der Freund meiner ersten Gastschwester dazu und so war es schon ein wenig voller (aber eigentlich trotzdem nichts im Gegensatz zu unseren Weihnachtsfeiern zu Hause). Es gab eine zweite Bescherung, wir haben ein wenig gespielt und ein fast genauso leckeren Essen wie am Tag zuvor. Nach dem Essen konnte ich dann endlich endlich mit meiner Familie zu Hause feiern und obwohl es sehr schoen war, sie zu sehen, war ich natuerlich auch ein wenig traurig, obwohl es fast war, als waere ich dabei (ich konnte ja immerhin alle sehen und mit allen reden und sie konnten mich auch sehen und hoeren :D). Abends hatte ich fast ein schlechtes Gewissen, weil ich so viel geskyped hatte undmich dann auf den Weg zum Muchacho Trabajador machte, um dort die Amis, Johanna, Ciko und Josi zu treffen und noch ein wenig mit denen Weihnachten zu verbringen. Die Dekoration im Gemeinschaftsraum des Projekts war superschoen und wir machten ein Feuerchen im Kamin und tranken Wein und hoerten Weihnachtsmusik.

 

Das fast schoenste Weihnachtsfest OHNE meine Familie hatte ich am Sonntag. Ich weiss nicht, ob die anderen drei meiner Liebsten das auch so sehen, aber fuer mich war es eindeutig das allertollste! Am Abend trafen Josi, Ciko, Yannis und ich uns bei Yannis zu Hause und obwohl sein Zimmer wie immer aussah wie bei Dana zu Hause und auch nicht weihnachtlich geschmueckt war, hatte ich das Gefuehl, jetzt war wirklich Weihnachten.

Wisst ihr, die drei Musketiere Josi, Ciko und Yannis sind glaube ich, hier am meisten zu meiner Familie geworden. Josi las eine Geschichte vor aus meinem Buch, das ich von Illy geschenkt bekommen hatte und ich las DIE GESCHICHTE vor, die, die Papi seit 3 Weihnachten jedes Mal vorliest und immer aufs Neue geruehrt war. Und ich, ich wollte diese Geschichte einfach vorlesen, einfach im Kreise meiner Liebsten und auch geruehrt sein. Und das war ich auch. Danach machten wir unsere kleine Volunteerbescherung und schliesslich sahen wir uns zusammen einen Film an. Als ich zu Hause ankam, haette ich gluecklicher nicht sein koennen.

 

Und damit nochmal an euch alle ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ganz viel Liebe von meiner Seite, ich habe euch sehr vermisst!

Eure Berrin

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So

26

Dez

2010

Weihnachten mit VASE und Udos Abschied.

Froehliche Weihnachten an euch alle!

 

Jetzt sind 2 Wochen vergangen und ich habe eine Menge neue Entdeckungen und Erfahrungen gesammelt, an denen ihr teilhaben koennt. Ich mach am besten aus den Weihnachtseintraegen gleich zwei, einen von der letzten Woche vom VASE-Weihnachtsfest und einen von diesem Wochenende vom "anderen" Weihnachten.

 

Zuallererst einmal war unser Weihnachtsfest mit VASE in Lindas Projekt Camp Hope suuuperschoen! Wir kamen morgens alle ein wenig verschlafen und muerrisch an, denn "das ist doch keine Zeit aufzustehen!" (man denke an die Freiwilligen in Collaqui, die, um den Bus zu bekommen, um 5 aufstehen mussten..).

Nach einer letzten aufregenden Generalprobe fuer unser Weihnachtstheaterstueck, wurden die Kinder vom Projekt von unserer Chefin Gina, der Praktikantin Farah und von Linda begruesst und dann in 4 Gruppen eingeteilt.

In diese 4 Gruppen wurden auch wir Freiwillige eingeteilt und so ging ich mit Felix und Johanna zu "unseren" Kids. Einer der anderen deutschen Freiwilligen, die ebenfalls im Camp Hope arbeiteten, aber nicht von VASE sind, der Marian, schloss sich uns an.

Zuerst ging es in die Maerchengruppe, wo Hannan und Jan Schneewittchen und der gestiefelte Kater vorlasen und die Kinder danach Bilder zu den beiden Maerchen ausmalen durften.

Als naechstes ging es in die Bastelgruppe, wo jedes Kind ein Teelicht basteln durfte. Das war gar nicht so einfach fuer die, denn ein drittel der Kinder war behindert und ein zweites drittel noch ganz klein! Natuerlich mussten wir da ein bisschen Hand anlegen :)

Danach machten wir uns auf den Weg in die suesseste aller Gruppen : Die Plaetzchengruppe! Es wurde Teig ausgerollt und genascht, ausgestochen und aufs Blech gelegt und nach dem Backen mit Zuckerguss und bunten Perlen verziert. Es Leckerschmaus! Vor allem die ganz Kleinen hatten ihren Spass beim verzieren... aber auch wir Freiwillige, sodass ich Moritz, Marian und Yannis nach einer Weile die Hand wegklatschen musste. Die Plaetzchen waren doch fuer die Kinder! ;)

Nach der Mittagspause, die ich mit Hannan und Iris im Sandry verbrachte und Sandwiches ass, machten wir uns mit der Gruppe auf in die Musikgruppe, wo Fabian, Ciko und Dirk die Kinder ordentlich animierte, Weihnachtslieder zu singen. Eine Endlosschleife aus "Feliz Navidad", "Con mi burrito sabanero" (deutsch: mit meinem esel aus Sabanero gehe ich nach Bethlehem) und "Rudolfo que tenia la nariz" (Rudolph mit der roten Nase!) und ein bisschen tanzen, singen und mit den Rasseln klappern - sehr sehr schoen und sehr sehr niedlich! Man hat den Kindern die Freude richtig angemerkt. Und uns hat es natuerlich auch viel Spass gemacht...

Zum Schluss fanden sich dann alle wieder in den Haupt- und Essensraum ein, wo wir endlich endlich unser Theaterstueck auffuehrten, das ein voller Erfolg war. Mit der gruseligen Musik wurde mein Auftritt perfekt, nur die Frage "Cual es la capital de Quito?" (deutsch: Wie ist die Hauptstadt von Quito), brachte alle zum Lachen. Auch gut.

Micky mimte den perfekten Weihnachtsmann und die Wichtel, vor allem Yannis, der erst am selben Morgen zu der Rolle zugeteilt wurde, weil der andere Wichtel (Lars) krank war, machte seine Sache supergut! Am Ende standen wir dann oben und sangen "Feliz Navidad" und dann wurden endlich die Geschenke an die Kleinen verteilt, die sich superdoll freuten.

Als wir dann den Raum fuer uns hatten, machten wir noch unsere Secret Friend Bescherung und dann ging es fuer mich nach Hause. War ja auch ein langer Tag.

 

Am Samstag bin ich dann mit Udo und Micky nochmal nach Otavalo gefahren, weil wir, das heisst Marcel/Micky und ich, Udo einen gebuertigen Abschied feiern wollten. Leider regnete es wie Sau in Otavalo und so wurden unsere Plaene vom Wasserfall etc, im wahrsten Sinne weggespuelt. So haben wir nur die "Chillerhosen" bzw Stoffhosen mit bunten Muster gesucht und fanden eine freundliche Familie, die uns mit zu ihrem Haus nahm, wo sie die Hosen herstellten. Das war suuuperinteressant zu sehen und sah ultraaufwendig aus. Udo kaufte seine 30 Hosen zum Zuhauseindeutschlandverkauf und Micky und ich bewunderten die verschiedensten und buntesten Muster ueberhaupt. Auf der Rueckfahrt schlief der liebe Udo und so quatschten Micky und ich, waehrend im Fernseher ein seltsamer Karatekungfufilm lief. Wieder in Quito angekommen fuhren wir direkt zu Udo ins Projekt (falls ich es noch nicht erwaehnt haben sollte : Udo, Johanna und die Amis wohnen und arbeiten in dem Projekt Muchachos Trabajador, wo Kinder in den verschiedensten Arbeiten "ausgebildet" werden, um sich so das Geld nicht beim Betteln/Schuheputzen/Zigarretten und Lollis verkaufen verdienen zu muessen) und assen dort Abendbrot. Danach ging es mit der gesamten Muchacho-Truppe und saemtlichen Freiwilligen in einen Club, der Elektromusik spielte und bei denen die Frauen umsonst reinkamen (die Herren mussten bezahlen, aber beide Geschlechter durften umsonst trinken ;)), um dort Johannas Geburtstag und Udos Abschied zu feiern. Es war lustig und traurig und danach fuhren wir noch in die WG von den Jungs die bei Linda mit ihm Projekt arbeiten, wo wir auch die Weihnachtsfeier von VASE gemacht haben. Die WG von den dreien (Marian, Fabian und Elias) ist supergross und die Jungs feierten ebenfalls Abschied - von Elias, dessen Jahr fast vorueber war.

 

Am Sonntag schliefen Josi und ich ewig lange und machten uns dann nochmal auf zum Muchacho Trabajador, weil wir ein paar Sachen bei Johanna gelassen hatten und weil wir uns von Udo verabschieden wollten. Der war allerdings gar nicht da, sondern auf dem Mercado Artesanal. Also schnappten Josi und ich uns unsere sieben Sachen und fuhren als naechstes nach Carapungo, wo Yannis und Moritz arbeiteten. Nach einigen Umwegen, denn die Wegbeschreibungen in Ecuador machen es einem nie leicht, ans Ziel zu kommen, kamen wir in dem bunten Spieleparadies, genannt Grundschule, bei Yannis und Moritz an. Wenn ich sage bunt, dann meine ich, dass kein einziger Fleck weiss war. Alles war LILA, ROSA, GELB, GRUEN, BLAU, ROT und weiss der Kuckuck was noch. Ich hab mich gleich wohl gefuehlt! :) Waehrend Yannis und Moritz an ihrer Torwand fuer die Fussbaldtore haemmerten und saegten, spielten Josi und ich Basketball und besahen uns das gesamte Gebaeude aus allen Ecken. Als es anfing, zu regnen, raeumten wir auf, warfen noch ein paar Koerbe und machten uns dann wieder auf dem Weg in die Stadt, denn Carapungo ist im Grunde fast genauso weit weg wie Collaqui, nur eben in eine andere Richtung...

Auf dem Rueckweg rief mich Udo nochmal an und fragte, ob ich ins Projekt fahren wuerde, um mich doch noch richtig von ihm zu verabschieden. Also ging es nochmal zum Muchacho! Ich wartete auf Udo und als er kam, fragte er "Hast du Hunger? Ich kenn da so eine Ladenverkaeuferin, die laed mich zum Essen ein. Komm einfach mit!" Herrlich. Typisch Udo. Spontan wie Sau.

So gingen wir ein paar Haeuser weiter und ich lernte Jolly und ihre gesamte Familie kennen. Wir assen Tortillas mit Guacamole und danach machten wir Novena, so eine Art Gesangs- und Gebetskreis, im Grunde wie in Deutschland die Adventszeit, man veranstaltet das 9 Tage lang vor Weihnachten.

Nach der Novena gingen Udo und ich zurueck zum Projekt, verabschiedeten uns und ich fuhr mit dem Taxi nach Hause und war ziemlich traurig, dass Udo nun auch weg war. Abschiede sind einfach nicht schoen, egal wann und egal wo auf der Welt.

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Di

14

Dez

2010

Chivan, Weihnachtsfest und neues aus dem Projekt

Von draussen vom Walde, da komm ich her... ich kann euch sagen es weihnachtet (nicht) sehr!

 

Hallo Ihr Lieben!

Mich hat immer noch nicht richtig die Weihnachtsstimmung. Jingle Bells singt man hier "ding ding dong ding ding dong vamos a cantar.." und der Weihnachtsbaum bei mir zu Hause steht zwar schon, leuchtet aber nicht so schoen wie zu Hause. Und auch, wenn ich mit Josi und Iris fleissig Plaetzchen backe und mit den Kindern im Kindergarten Weihnachtsmaenner male, ist es bei mir noch nicht angekommen.

Mir fehlt der Schnee.

 

Auf Arbeit hat sich die heisse Phase abgekuehlt. Die Ecuadorianer. Erst machen sie ein Riesendrama um die Schliessung des Kindergartens und dann passiert erstmal wieder gar nichts. Meinem Kind, was von der Rutsche gefallen ist und sich den Arm verdreht hat, geht es soviel ich weiss auch besser, aber Schmerzen hat sie. Ansonsten machen wir jetzt jeden Tag in der Mittagspause eine Art Weihnachtsbibelstunde. Zwischen Singen und ueber Jesus, Maria und Josef reden, wird dann suesse Brause getrunken, Kekse gegessen und Secret Friend gespielt.

Und wenn Iris und ich das nicht machen, dann bereiten wir jetzt den Hintergrund zu unserem Weihnachtstheaterstueck vor (ein Weihnachtsdorf). Am Freitag ist es naemlich schon so weit und wir feiern mit VASE Weihnachten im Camp Hope. Ich freu mich schon riesig.

Gleichzeitig bin ich ein wenig traurig, dass ich nicht mit unserem Kindergarten mitkann. Am Freitag und Samstag gehen naemlich die Aermsten unserer Kinder in Schulen und werden betreut von einem Schulkind, wobei sie auch ein Geschenk bekommen und Suesses. In meiner Gruppe ist es mein Lieblingskind Ariana. Ich hab bevor sie es gestern gesagt haben, nicht gewusst, dass sie das aermste Kind aus unserer Gruppe ist...

 

So, was gibt es sonst noch Neues? Am Freitag war ich bei Josi in Cumbaya, wir haben Plaetzchen gebacken und "The Notebook" geguckt und dann sind wir nach Guapulo gefahren und haben dort noch einen Canelazo getrunken und mit den anderen Freiwilligen geschnackt. Am Samstag waren wir dann in Otavalo, dem Indiodorf 2 Stunden von Quito entfernt, und sind dort auf den Markt gegangen. Irgendwie waren Josi und ich beim ersten Mal aufgeregter, jetzt kam es uns vor, als wuerden sie ueberall die gleichen Dinge verkaufen. Trotzdem wurden wir von der Alpaca-Wolle angelockt und haben ein wenig einkauft.. ;)

Abends sind wir dann zu Johanna und Udo ins Projekt gefahren und zusammen mit zwei dutzend aus unserer Freiwilligentruppe, dem Haufen Amis aus dem Projekt und einer kleinen Anzahl Ecuadorianer, sind wir mit einem Chiva-Bus durch das Zentrum Quitos gefahren. Der Chiva-Bus ist so eine Art Partybus, bei dem es keine Stuehle gibt, dafuer aber megaviel Beleuchtung und Musik und man tanzt eben die ganze Zeit da oben und freut sich des Lebens oder so haben wir es jedenfalls gemacht! :D

 

So, ich mache mich mal wieder zur Arbeit auf.

Passt alle gut auf euch auf, ich denk an euch und sende euch Sonne, wenn ihr mir dafuer Schnee schickt :)

Viele Kuesse aus Quito

Berrin

 

 

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Mo

13

Dez

2010

I am dreaming of a white christmas..

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Di

07

Dez

2010

¡Que viva Quito!

"¡Que viva Quito!" - "¡Que viva!",

bruellten wir dieses Wochenende mit Sicherheit um die hundert Mal. Der Grund waren die Fiestas de Quito : Am 6. Dezember 1534 wurde Quito gegruendet und zu Ehren dieses Ereignisses wird jedes Jahr ein paar Tage lang gefeiert. Dieses Mal fielen die Tage auf ein Wochenende, sodass hier ab Freitag ordentlich die Post abging!

 

Vor allem in Quitumbe, das ist ganz ganz im Sueden Quitos, liessen es die Quiteños mal ordentlich krachen, denn dort stand die groesste der Buehnen in Quitos und vier Tage lang wurden dort Konzerte am Laufenden Band gespielt.

Ausserdem bemerkenswert sind die Desfiles, die Paraden, die zu Ehren der Gruendung stattfinden.

Man kann sich das ungefaehr so vorstellen : Die Fiestas de Quito sind etwa vergleichbar mit dem Karneval der Kulturen gemixt mit der Fête de la musique, nur nicht sooo unvorstellbar gut. ;)

 

Was haben wir also getrieben? Uiuiui. Am Freitag haben wir den Abend in der Mariscal verbracht, wo auf dem Plaza Foch eine Buehne aufgebaut war und die Strassen voller Ameisen waren. Am Samstag sind wir nach grossem Hin und Her nach Quitumbe gefahren (von meinem Zuhause aus faerht man etwa anderthalb Stunden nach Quitumbe...Der Norden und Sueden klafft eben ziemlich weit auseinander, geographisch wie auch sozial gesehen!) und haben uns Calle 13 angeguckt, eine ziemlich ziemlich grosse Nummer. Das ist ein Saenger, den man weltweit kennt und der ordentlich Stimmung gemacht hat. Sonntag haben wir uns dann abends wieder in die Mariscal bewegt und am Montag sind wir dann nochmal zu The Wailers nach Quitumbe gefahren, das ist die Band von Bob Marley und ein MUSS, wenn man Reggae auch nur ansatzweise mag und auf Oldschool Bob Marley Songs steht.

Abends haben wir die Fiestas dann mit einem der drei (komplett gleichen??) Paraden ausklingen lassen. Die Parade der Bruederlichkeit fand schon im Norden und Sueden morgens statt und am Montagabend ging sie etwa zweieinhalb Stunden mit abschliessendem Feuerwerk. Es war zwar kalt und irgendwie auch ziemlich lang, aber wunderschoen! All die funkelnden und glitzernden Kostueme, die Marschmusik und Taenze! Ja, es hat mich doch an Karneval erinnert.

Und nach dem hundertsten Mal "¡Que viva Quito!" - "¡Que viva!" ging das Fest mit dem Feuerwerk zuende.

 

Mir fehlen eigentlich mal wieder die Worte, um genau zu sagen, WIE TOLL das war, aber ich hoffe ihr glaubt es mir auch so. Es war WUNDERBAR.

 

Ganz viel Amor aus Ecuador,

Eure Berrin

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Mi

01

Dez

2010

Advent, Advent, Weihnachtsbaeckerei und Chaos

So, jetzt ist schon wieder ein wenig Zeit vergangen und ich muss dringend ein paar Dinge loswerden.

 

Als erstes Folgendes : Juchu, ich hab mein erstes Tuerchen aufgemacht!

 

Mann,war das eine Tortur bis zu diesem Gluecksmoment, ich sags euch.

Lasst euch eins gesagt sein : Schickt niemals ein Paket ueber 4 kg nach Ecuador, es sei denn es geht an eure Feinde.

Grund ist der, dass Pakete ab 4 kg Steuern kosten und geoeffnet werden. Problem bei meinem Paket war jedoch, dass es zuviel Essen enthielt (Mamas Plaetzchen, Schoki ohne Ende und ja, richtig,ein Weihnachtskalender).

Demnach ging es fuer mich mehrere Male zur Post, wo ich mit flatternden Nerven vor den Postofficern stand und jedes Mal total am Ende die Post verliess (beim 2. Mal MIT meinem Paket, aber nervenaufreibend war es trotzdem).

 

Die Wochenenden verbringen wir momentan in Quito, einerseits wegen den Theaterproben, andererseits einfach so, weil wir wahrscheinlich erst ab Januar wieder reisen werden. Und dann war da ja noch die Sache mit dem Censo, denn es gab hier eine Volkszaehlung am Sonntag, bei der niemand das Haus verlassen durfte. Das heisst ein "ausgebildeter" Schueler kommt ins Haus und stellt Fragen ueber den Wohlstand und Zustand des Hauses und der Bewohner, sowie Fragen zu den Personen an sich. Damit soll wohl der Lebensstandard und die Situation der Menschen registriert werden, damit die Subventionen des Staates im naechsten Jahr gerecht verteilt werden. Klingt ja erstmal nicht schlecht. Aber so ganz hab ich das nicht verstanden, weil ja nur die urbanen Bereiche gezaehlt wurden...

 

Nunja, das bedeutete den Sonntag hat jeder ausnahmsweise mal bei sich verbracht, bzw so ganz stimmt das nicht, denn da Iris direkt neben mir wohnt, bin ich am Nachmittag zu ihr gegangen und hab mit ihr und ihrer Familie den Weihnachtsbaum geschmueckt und Lichterketten verteilt und den Kamin zur Weihnachtskrippe umfunktioniert. Am Freitag waren wir bei meiner Kollegin-Freundin Karla und am Samstag bei Iris Pizza essen. Montag hab ich zum ersten Mal Plaetzchen gebacken mit Iris und Josi, was total schoen war. Die Plaetzchen hab ich dann an meine Gastfamilie und meine beiden Kolleginnen verteilt (seit etwas ueber einer Woche arbeite ich ja "fest" in meiner Gruppe und was soll ich sagen, es wird euch nicht ueberraschen,dass es die 2b geworden ist, stimmts?).

Gestern bin ich dann noch zu Yannis gefahren, wo wir auf seinem Dach zwei Bierchen getrunken haben. Hat mich stark an zu Hause erinnert. Ueber den Daechern Quitos. Wunderbar.

 

Soviel erstmal dazu. Bei der Arbeit geht gerade alles drunter und drueber, denn weil wir zu viele Kinder beherbergen und das dem Direktor (fragt mich nicht wovon) aufgefallen ist, sollen zum naechsten Jahr Kinder- und Arbeitsplaetze wegfallen. Das ist ziemlich schrecklich, denn natuerlich bestreite ich nicht, dass wir viele Kinder haben, aber zum einen verstehe ich nicht, wieso das jetzt passieren muss, warum gerade die Schulkinder, die ab 13 h zu uns kommen, gehen sollen und noch schlimmer WOHIN sie denn ueberhaupt gehen sollen. Und dann sollen auch noch die neuesten Kollegen gehen, was im Grunde alle meine Lieblingskolleginnen betrifft. Und was mich am meisten zittern laesst, ist, dass ich nicht weiss, welche von meinen Kindern gehen muessten. Jedes Kind, dass verschwindet, wird mich traurig machen.. :(

Naechste Woche Mittwoch werden wir deswegen streiken. Das geht so nicht! Wohin sollen denn die Kinder? Die Eltern arbeiten meist bis um 4 oder 5 und wenn die Kinder dann zu Hause sind? Da kann doch eine ganze Menge schief gehen! Und ueberhaupt, warum muessen denn die Mittagskinder gehen und was sollen wir denn dann mit dem ganzen Platz, der zurueck bleibt? So richtig steige ich hinter der Logik des Direktors nicht durch, aber das werde ich dann bestimmt naechste Woche sehen..

 

Eine letzte Sache habe ich noch und die hat mit meiner Kollegin-Freundin Karla zu tun. Zuerst war es nur eine Schnapsidee, aber inzwischen schmieden wir beide richtige Plaene und damit es Ernst werden kann, will ich euch davon berichten und ein wenig um eure Hilfe bitten.

Am Freitag kamen wir eben auf die glorreiche Idee, dass Karla doch nach meinem Jahr in Ecuador, ein Jahr nach Deutschland kommen koennte (Karla ist Ecuadorianerin). Jetzt wollen wir uns mal erkundigen, wieviel so etwas kostet und wie man an den Kosten rumschrauben kann. Sicher ist, dass es teuer wird. Und sicher ist, dass Karla das niemals alleine schaffen wird. Aber da sie meine Freundin ist und ich sie gerne unterstuetzen wuerde und ich die Idee generell super finde, habe ich mich gefragt, ob man ihr nicht finanziell unter die Arme greifen koennte.

Karla ist jetzt 18 Jahre alt und ich hab sie in meinen ersten 4 Wochen in der Babygruppe kennen gelernt. Sie studiert hier gerade Medizin, also ein ganz cleveres Kerlchen. ;) Sie ist eine kleine Verrueckte und die Kinder LIEBEN sie. Genau wie ich. Wenn ich weiterweiss, wieviel das kosten soll und so, dann schreibe ich das auf jeden Fall nochmal, aber ich wollte das unbedingt erzaehlen, denn es liegt mir sehr am Herzen. Obwohl ich selber noch nicht weiss, wo ich naechstes Jahr stehe und was ich machen werde, finde ich es einfach grossartig, wenn Karla nach Deutschland kommen koennte.

 

Vielleicht wuerdet ihr mir und damit natuerlich Karla dabei helfen koennen.

Aber wie gesagt, das ist erstmal die Vorgeschichte, der Hauptgang kommt dann spaeter.

 

Sonst freue ich mich auf die Fiestas de Quito, die jetzt am Wochenende beginnen. Wenn das so wird wie in Cuenca, na dann wirds schnieke.

 

Ihr hoert von mir!

Ganz viel Liebe und Weihnachtsgruesse und Kuesse von mir!

Eure Berrin

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Mi

17

Nov

2010

Vorweihnachtsgedanken.

Schalom ihr Lieben!

 

Bald ist Weihnachten und ich mach mir immer mehr Gedanken darueber.

Zum Beispiel kennen die Eckis keine Weihnachtskalender und deshalb moechte ich meinen Kids einen basteln. Bin noch am Ueberlegen, was in die einzelnen Tage reinkommt. Ich denke ein bisschen Schokolade oder Bonbons und eine kleine Zeichnung oder sowas.

 

Mit unserer Organisation feiern wir auch ein kleines Weihnachtsfest. Darauf freu ich mich schon total, denn das Fest findet in einem der Projekte statt, das sich CAMP HOPE nennt und mit behinderten und Waisenkindern arbeitet. Dort werden wir dann Plaetzchen backen, mit den Kindern spielen, ein kleines Theaterstueck auffuehren und ich hoffe noch ganz viel mehr. Ich bin echt gespannt, was sich das "Weihnachtskomittee" so hat einfallen lassen.

 

Ich war dieses Wochenende mal zur Abwechslung in Quito und hab es haeuptsaechlich mit Josi und Yannis und Ciko verbracht. Wir waren Freitag kurz in der Mariscal und haben uns von einem netten Busfahrer mitnehmen (eigentlich fuhren keine Busse mehr, aber der Herr war sehr freundlich und nahm uns auf seinem Weg nach Hause mit) und von einer TaxifahrerIN nach Hause fahren bringen lassen. Samstag war ich mit Josi auf dem Quitomusikfest, was ziemlich witzig war, denn am Samstag spielten nur Heavy Metal und Death Core Bands, sodass Josi und ich allein schon in unseren bunten Jacken bei Dresscode Schwarz ein wenig fehl am Platz waren. Wir hatten trotzdem unseren Spass. Abends waren wir dann noch mit Yannis und Ciko in Guapolo, wo man, waere es nicht so neblig und verregnet gewesen, einen wundervollen Blick aufs Lichtermeer gehabt haette. Den verregneten Sonntag verbrachten wir dann auch bei mir zu Hause, machten Pfannkuchen/Eierkuchen und guckten Filme. Also ein sehr entspanntes Wochenende.

 

Diese Woche hab ich in Iris Gruppe (Septimo - 7) gearbeitet und dann bin ich eigentlich auch schon mit de Gruppen durch. Die letzte Woche hab ich in der Sexto verbracht, was eigentlich ganz schoen war, allerdings geht mir nichts ueber meine Segundo B. Die Einzige, die mich von der 2b abhaelt ist meine kleine Juliet, die in der Babygruppe vor sich hingrinst und sich jedes Mal wie Bolle freut, wenn ich komme. Fuer ihr Laecheln wuerde jeder alles geben, glaubt mir. Ich finde ja immer noch, dass sie Dana aehnelt, als sie noch kleiner war. Sie ist genauso ein Fresssack und heult rum, wenn sie ihren Willen nicht bekommt. Irgendwie habe ich in jeder der Gruppen meine Lieblingskinder. Da ist zb. in der 2a Chary, die mich an ein Kind aus dem Kindergarten in Deutschland erinnert, wo ich mein Praktikum gemacht hab, dann in der 3a Ariel, der der Sohn von einer meiner Lieblingstias ist, in der 5 Maria Belen, die mich an mein Aupairkind Rocio erinnert mit ihrer lebhaften, selbstverstaendlich Art und ihren tauben Ohren, in der 6 Alejandra, die so ein suesses rundes Mondgesicht hat und in der 7 hab ich mich noch nicht entschieden.

 

Gestern musste ich an die Weihnachtsgeschichte denken, die Papi uns seit ein paar Jahren jede Weihnachten vorliest und wie ruehrend das Ende immer ist. Jedes Mal denke ich, dass das eine so wunderschoene Geschichte ist, dass sie jeder hoeren muesste. Ich mag den Weihnachtsmann und Coca Cola, aber die wahre Geschichte ist mit den Jahren immer mehr verloren gegangen. Noch weiss ich nicht, wie man Weihnachten hier feiert. Allerdings hoffe ich, da Ecuador wesentlich religioeser ist, dass man hier die wahre Geschichte erzaehlt.

 

Achja, was wir Silvester machen, wissen wir auch noch nicht. Ein bisschen also wie jedes Jahr, wenn wir bis zum 31. warten und uns dann spontan fuer irgendeinen mehr oder weniger guten Einfall begeistern. Andererseits fand ich letztes Silvester in Barenthin wirklich schoen und hab daran tolle Erinnerungen an meine Freunde. Ich bin eigentlich ganz gespannt, wie dieses Silvester wird... genau wie Weihnachten ist es, so weit von zu Hause, ein ziemlich anderes Erlebnis. 

 

Viel Liebe und Waerme aus Ecuador!

Eure Berrin, die sich ueberlegt, sich Maria Belen zu nennen, weil sich die Kinder und Tias das besser merken koennten..

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Mi

10

Nov

2010

Urlaub!

Und da fliegen die Flitzefinger wieder ueber die Tasten!

 

Meine Lieben!

Ich bin jetzt wieder aus meinem UUUURLAUB da und habe natuerlich ein bisschen was zu erzaehlen.

So wie der Urlaub war, braeuchte ich erstmal Urlaub vom Urlaub. Oder eher Urlaub vom Busfahren, denn wer haette es gedacht, das ist hier mein absoluter Tod. Es fing auf der Hinfahrt mit so einer seltsamen Frau an, die ihren eigenen Bus verpasst hatte (zugegeben war das nicht schwer, denn ihr Bus und unser Bus hatten dieselbe Nummer und dasselbe Ziel, nur eben nicht dieselbe Abfahrtszeit) und sich dann strikt weigerte, von unserem Platz aufzustehen, sodass der andere Bus warten musste auf unseren Bus, damit die Frau endlich auf "ihren" Platz konnte und unseren freigab. Ein Drama sag ich euch! Nach zehn Stunden Nachtfahrt (eindeutig die bessere Option, aber dazu komme ich spaeter noch) kamen wir, das heisst Iris und ihre Freunde Johanna, Flo, Byron und Juan (der eigentlich Johannes heisst und aus Oesterreich kommt) endlich in Cuenca an, wo gerade die Fiestas de Cuenca stattfanden, sprich es sollte ziemlich viel los sein.

Auf der Suche nach Kaffee landeten wir in dem Hostel/Cafe/Restaurant "El Cafecito" und nach dem ersten Kaffee gings zum Markt, um dort richtig zu Fruehstuecken. Sobald unsere Lebensgeister erwachten liefen wir auch schon singend, springend, tanzend, jonglierend und Bloedsinn redend durch Cuenca, schauten uns das Zentrum an und was es sonst noch so zu sehen gab. Am Mirador de Cuenca konnte man auf die ganze Stadt heruntersehen und feststellen, dass sie durch saemtliche Backsteingebaeude sehr rot wirkte. Cuenca wirkt irgendwie viel europaeischer, was wahrscheinlich daran liegt, dass weniger Strassenverkaeufer unterwegs sind, die Stadt sehr viel sauberer und reicher erscheint und sogar die Flaggenfarben Cuencas (rot und gelb) eher an Spanien, als an Ecuador erinnern. Die Stadt der Reichen sozusagen.

 

Ein bisschen fuehlte ich mich wie zu Hause in Berlin, denn nicht nur, dass man an jeder Ecke andere Freiwillige traf aus Quito oder Riobamba, von VASE oder vom DED, sondern genau wie in Berlin hatte selten jemand einen Plan, wohin man als naechstes gehen koennte. Das war eigentlich wirklich witzig, weil ich Leute traf, die ich in Baños im Supermarkt kennen gelernt hab oder einen Typen den ich ueber einen Freund aus Berlin schonmal am 1.Mai in Berlin getroffen hatte (Zufaelle gibts?!) und insgesamt hatte ich das Gefuehl, Cuenca wollte mir ein bisschen geben, was ich an Heimat vermisst hab. Die meiste Zeit verbrachten wir in Cuenca auf Konzerten oder in Clubs oder auch auf dem Markt und vor allem die Konzerte erinnerten mich total an die "Fete de la musique" in Berlin am 21.Juni. Nur das Feuerwerk war ein wenig uebertriebener als in Deutschland, wahrscheinlich nehmen die das mit den Sicherheitsregeln hier ein wenig anders. Nichtsdestotrotz war es sehr sehr sehr schoen.

 

Einen Tag verbrachten wir im National Park von Cajas in der Naehe von Cuenca. Das war ganz cool. Die Landschaft war BEEINDRUCKEND. Je hoeher wir stiegen, desto freier fuehlte ich mich und irgendwann setzte ich mich und saugte einfach nur die Landschaft auf, die ganze verrueckte Natur, die wir zu sehen bekamen. Einfach krankhaft schoen. Waehrend ich so dasass und meine Freiheit genoss und ein wenig die Augen schloss, wurde mir ploetzlich wieder bewusst, dass ich die Reise auch ein wenig deshalb unternommen hatte, um mich selber besser kennen zu lernen : meine Staerken und Schwaechen, meine Wuensche und Ziele und Erwartungen vom Leben und von der Zukunft.

Den Rueckweg trampten wir zu 12. in einem Pickup, was ziemlich lustig, aber auch ein bisschen eng war.

 

Den letzten Tag in Cuenca schauten wir uns nochmal alles an, was wir kriegen konnten : Athleten und Clowns, Militaers und eine Gothikbar, Konzerte, Seifenkistenrennen, sogar Praesident Correa konnten wir sehen. Zu viert (Johanna, Flo, Iris und ich) endeten wir am Abend wie eigentlich taeglich einmal im Cafecito und liessen den Cuencaurlaub mit Tee und Schokotorte ausklingen. Der Kellner, der uns inzwischen ziemlich gut kannte, gab uns, obwohl es nicht Montag war und es das Angebot nur montags gab, Schokokuchen 2x1 und so freuten wir uns und waren bester Laune. Schliesslich ging es zum Busbahnhof und ich fuehrte meine Reise alleine weiter...

 

Ueber GUAYAQUIL nach MONTAÑITA!

Guayaquil ist die 2.groesste Stadt Ecuadors und ich fuhr fruehmorgens nur kurz durch, allerdings wirkt es fuer mich sehr entspannt mit vielen Palmen und wenig hohen Haeusern.

Morgens um 8 h kam ich dann in Montañita an, der Stadt an der Kueste, von der man behauptet, es waere die Surferlagune und Partymagnet. Der Empfang war dank Regen und Schlamm eher unschoen und so stampfte ich etwas muede noch von der Busfahrt zum Hostel TIKILIMBO, wo Josi, Ciko, Yannis und Moritz eingecheckt hatten. Die freuten sich natuerlich sehr von mir geweckt zu werden und zusammen gingen wir fruehstuecken. Leider war das Wetter in Montañita nicht wirklich toll und in allen Tagen sollten wir die Sonne nicht einmal sehen. Vielleicht zum Trotz, vielleicht auch als eine Art Lockmittel fuer die Sonne, versuchten wir wenigstens so zu tun, als waeren wir am Strand im Urlaub, demnach gingen die Jungs surfen und Josi und ich Volleyballspielen und das natuerlich in kurzen Klamotten. Eigentlich hatte ich trotz Karibikflair mit den kleinen Bambushauesern mit Haengematten und den vielen Surfbrettern und Surfern, eher das Gefuehl Urlaub an der Nordsee zu machen.

An der Nordseekueste...

Die schoenste Entdeckung war glaube ich die Minischildkroete, die uns zwei einheimische Kinder zeigten, denn sie wollten unbedingt, dass die Jungs sie mit dem Surfbrett zurueck in die Wellen brachten. Ich hab sie gekuesst, wurde aber leider kein Prinz draus...

Ansonsten war es trotzdem ein sehr entspannter Urlaub trotz schlechtem Wetter : Wir badeten im Wasser, spielten Volleyball, gingen zu einer Poolparty, machten uns mit der halben Stadt bekannt und entspannten in den Haengematten mit einem Cocktail - wunderbar!

Am Sonntag in der Fruehe machten wir uns dann wieder auf dem Heimweg, dh. es gab eine sehr sehr sehr anstrengende Busfahrt, die um 6.30h in Montañita ueber Puerto Lopez nach Quito begann und erst um 21h abends endete. Wie konnte das sein? 1.Die Fahrt von Puerto Lopez nach Quito dauerte 13 h. 2.Wir hielten in etwa JEDER Stadt an, was nicht weiter schlimm gewesen waere, wenn 3.nicht etwa 100 Menschen bei jedem Halt ein oder ausgestiegen waeren und 4.bei jedem Stopp nicht etwa 30 Strassenverkaeufer (oder sollte ich sagen Busverkaeufer??) schreiend und nervtoetend durch den Bus gelaufen waeren. 5. Dann natuerlich die ueblichen Busprobleme : zu heisse, stickige oder zu kalte Luft, Fenster, die sich nur mit Sesam-Oeffne-Dich oeffnen liessen und natuerlich zu wenig Platz = zu wenig Schlaf und nichts gescheites zu essen. Sprich : Schlechte Vorraussetzungen fuer Gute Laune. Als wir dann endlich um ca 21h am Busbahnhof Quitumbe im Sueden Quitos ankamen, das naechste Problem : Wir zum Geier komm ich um diese Zeit von ganz im Sueden nach Hause ganz in den Norden? Als ich um 23 Uhr im Bett lag, kann man ohne Zweifel sagen, dass ich sehr erleichtert war.

Was fuer ein Urlaub, Karracho!

 

Aber jede Reise ist hier ein kleines Abenteuer...

 

Viel Amor aus Ecuador,

Eure Berrin

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Sa

30

Okt

2010

Homesick

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Fr

29

Okt

2010

Ambato und Guaguas

So Ihr Lieben!

 

Morgen geht es fuer mich nach Cuenca, das ist die drittgroesste Stadt in Ecuador (Quito und Guayaquil sind die groessten) und dort feiern wir dann die Unabhaengigkeit Cuencas und vielleicht Halloween oder so, bisher weiss ich noch nicht, ob man das wirklich hier feiert.

Die Zebraohren kommen wie immer mit.

 

Letztes Wochenende waren wir, das heisst Yannis, Josi und ich, Ciko und Verena in Ambato besuchen. Die wohnen dort im Projekt und sind deshalb ziemlich eingebunden ins Projekt und haben eher wenig Freiraum und Freizeit. Die 17 Jungs, die sie betreuen, sind eigentlich immer da und koennen ganz schoen anstrengend sein. Ehrlich gesagt, hat es mich schon fuer ein Wochenende ganz schoen angestrengt, denn obwohl Ciko und Verena am Wochenende frei haben, wurden wir eigentlich immer um Punkt 7 Uhr von den Jungs geweckt. Die Nationalen Freiwilligen haben es sogar noch einen Tick schwerer als unsere beiden, denn die muessen sogar mit den Jungs vom Projekt zusammen schlafen und Ciko und Verena haben ihren eigenen Bungalow. Als Frau hat man es mit dieser Bande denke ich auch nicht so leicht, weil die einen ganz schoen von der Seite anmachen und einen auch nicht so ernst nehmen. Alles in allem war der Trip nach Ambato auf jeden Fall erlebnisreich und wir hatten schon unseren Spass. Interessant ist es natuerlich auch, mal die anderen Projekte zu sehen. Ausserdem haben wir unsere Riesen-Tropical-Pizza gebacken und das allein war doch schon die Reise wert (Fotos kommen noch!).

 

Unter der Woche habe ich letzte Woche in der 3a gearbeitet, die 3-Jaehrigen, die ziemlich aktiv und plappernd um mich rumgerannt sind. Beim Essen ging es eigentlich immer um das Thema "Magst du Suppe? Ich mag Suppe. Magst du Reis? Ich mag Reis. Magst du Saft? Ich mag Saft" und dieses Gespraech etwa mit zehn Kindern gleichzeitig. Allerdings gibt es auch in der Gruppe 3 Kindergaertnerinnen, deshalb denke ich, bleibe ich immernoch bei meiner Meinung mit der Favouritengruppe 2b.

Diese Woche habe ich in der 5. Gruppe gearbeitet, weil in der 4. bzw. auch 3b genannt, gab es 4 Tias und deshalb brauchten sie keine Hilfe und haben mich weitergeschickt. Mit den 5-Jaehrigen habe ich schon richtig viele Gespraeche und die flitzen rum, fallen hin, rappeln sich wieder auf und wollen das ich mit ihnen irgendwelche Spiele spiele. Ich denk mir dann immer fleissig was aus. Die Gruppe hat zwar nur 2 Tias, aber irgendwie bin ich weiterhin bei der 2b und trotz 41 Kindern in der 5. hab ich mich nicht besonders nuetzlich gefuehlt. Heute ist der letzte Tag in der Gruppe und dann muss ich mal sehen, wo ich weitermache nach den "Ferien".

Gestern haben Iris und ich einen ziemlich witzigen Arbeitstag gehabt, weil wir ihn komplett in der Kueche verbracht haben, was ja sonst nicht der Fall ist. Aber die Tias haben uns gefragt, ob wir mithelfen wollen "Guaguas" zu backen, das sind Babies aus Brot (eigentlich sehen sie eher aus wie verzierte Mumien oder so), die man hier zu einem Getraenk dazuisst, das Colada Morada heisst. Was wir nicht wussten : Die Kueche hatte die Temperatur einer Sauna und die Aktion dauerte den ganzen Tag. Etwa 400 Babies haben wir geknetet, geformt, gebacken und dann verziert. Aber irgendwie hat es schon Spass gemacht mal was anderes zu tun, als die Kinder zu hueten. Nur konnten wir am Ende weder Guaguas noch anderes Brot sehen... ;)

 

So, da ich mich jetzt ein bisschen sputen muss, um zur Arbeit zu gehen, muss ich den Eintrag leider beenden. Ich hoffe ihr seid alle wohlauf und esst schon ein paar Spekulatius-Kekse :)

Ich vermiss euch.

Eure Berrin

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Do

21

Okt

2010

Baños und 2b

Meine Lieben!

 

Hier ist der zweite Streich.

 

Letztes Wochenende waren wir in Baños und haben dort die Gegend unsicher gemacht, denn wir hatten einen guten Grund : Micky, also Marcel, hatte Geburtstag und sein Wunsch war es, mit uns nach Baños zu fahren.

Also sind Josi, Marcel, Thomas und ich am Samstag frueh los. Der Rest der Volunteers wieder schneller gewesen und hat sich schon am Freitag auf die Socken gemacht, aber wir wollten keine zwei Naechte zahlen und sind deshalb erst am Samstag gefahren.

Wieder kamen wir mittags an und suchten uns zuerst unser Hostel,wobei wir einmal quer durch Baños liefen.

Baños liegt suedlich von Quito knapp 3,5 Stunden entfernt (Mindo ist noerdlich von Quito etwa 2,5 Stunden entfernt gewesen) und liegt sehr viel tiefer als Quito, weshalb es auch hier sehr oft regnet, was aber eher so ein Spruehregen ist.

Weil Josi und ich kein Actionprogramm geplant hatten, sondern vielmehr fuer Entspannung und wenig anstrengende Aktionen waren, liessen wir die anderen ihre Fahrradtour fahren und schauten uns erstmal ein wenig in Baños um.

Wir kamen ueberein, dass wir es ziemlich touristisch fanden mit all den Staenden und Tourishops und Travelagencies. Da auch ziemlich viele Gringos rumliefen, wurde der Eindruck noch verstaerkt. Es gab auch so kleine Staende mit vielen vielen Suessigkeiten und da haben wir uns erstmal die ungewoehnlichsten Sachen zum Probieren mitgenommen und den ersten Zuckerschock erlitten. Diesen wollten wir dann durch einen Spaziergang wettmachen, also haben wir uns fuer den Pfad der Jungfrau entschieden (und die Entscheidung waehrend des Pfades etwa 30 Mal verflucht). Was wir nicht wussten : Der Pfad fuehrte komplett einen Berg hoch (es hiess 300 m, spaeter war uns klar,dass damit wohl 300 HOEHENMETER gemeint waren), wobei der Schwierigkeitsgrad noch erhoeht wurde, denn es gab eine Treppe die zur Jungfrau fuehrte mit etwa 400 Stufen, die schraeg und schief waren, sodass wir am Ende vollkommen fertig und ALLES ANDERE ALS ENTSPANNT oben ankamen. Aber immerhin, es gab die Jungfrauenstatue,denn auf dem Weg nach oben hatten wir schon sehr zu zweifeln begonnen.

Nach dieser sportlichen Betaetigung machten wir uns wieder auf ins Hostel und klaerten dann erstmal die Bettenfrage, denn da einige der Freiwillige noch zusaetzlich Leute mitgebracht hatten, wurde das mit den reservierten Betten ploetzlich ziemlich eng. Am Ende fanden wir noch zwei Betten und so fehlten uns statt 4 nur noch 2 Betten, aber wir regelten das so, dass Josi und ich mit Lena und Johanna und Matti mit Linda in einem Ehebett schliefen.

Abends ging es dann ENDLICH los. Josi und ich begannen den Abend mit Zhumir (oder zu dir?) aus dem Supermarkt, wo wir ausserdem ein paar nette andere Freiwillige getroffen hatten,denn in Ecuador findet man IMMER andere Freiwillige! Um 9 fing unsere Tour mit einer gemeinsamen Busfahrt an. Eigentlich war die weniger spektakulaer, als wir dachten, denn es war dunkel und regnete, deshalb sahen wir nicht so viel und spielten eher Spiele im Bus und sangen und tranken. Als wir nach 2 Stunden zurueck ins Hostel kamen machten wir uns als geschlossene Gruppe auf zum Ziel : Die Bar-Disko Leprechann. Dort verbrachten wir einen ziemlich witzigen Abend und landeten dann frueh morgens abgetanzt in unseren Betten.

Am Sonntag hatten wir dann als erstes ein wirklich UNGLAUBLICH LECKERES FRUEHSTUECK mit Pancakes und selbstgemachtem Brot und frischem Saft. Danach checkten wir aus und gingen zur Terme, wofuer Baños unter anderem hier in Ecuador bekannt ist. Allerdings waren wir eher nicht so begeistert davon, weil zu viele Menschen da waren, das Wasser ziemlich braun und bruehig aussah und es einen doch ziemlich verwirrt, wenn ein Wasserbecken Badewannentemperatur hat (noch dazu,wenn so viele Menschen da sind, vielleicht versteht ihr was ich meine..).

Um 15 Uhr machten wir uns dann mit einigen Freiwilligen wieder auf dem Heimweg und kamen abends an.Ich war zwar ziemlich k.o. aber dennoch sehr gluecklich, als ich dann in mein Bettchen fiel.

 

In der Woche vor Baños habe ich auf Arbeit in der Gruppe 2b gearbeitet und die ist bisher meine absolute Favoritengruppe. Dafuer sprechen drei Gruende : Die Kinder sind sooo suess (das ist kein Argument, das trifft eigentlich auf alle Kinder hier zu) und es gab eine Schwester von einem meiner Lieblingskinder aus der 1. Gruppe (was besagte Schwester zu meinem Lieblingskind aus der 2b machte, ist doch klar!), dann sind die Tias, also die Kindergaertnerinnen, nur zu zweit, weshalb ich mich weniger ueberfluessig, sondern vielmehr gebraucht fuehlte und drittens waren die beiden Tias die absolut LUSTIGSTEN Tanten aus dem Kindergarten, sodass ich sie extrem lieb gewonnen habe und sehr sehr viel Spass hatte mit ihnen. Bis jetzt gehoert die Gruppe zu meinen Lieblingsgruppen und so richtig will ich gar nicht mehr weiter rotieren, weil ich das Gefuehl habe, dass ich mich eigentlich schon entschieden habe.

 

Viel Liebe von mir!

Uebrigens bin ich jetzt schon zwei Monate hier... die Zeit kann doch fliegen.

Kuesse aus Quito,

Eure Berrin

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Do

21

Okt

2010

Mindo und 2a

Hallo Ihr Lieben!

 

Ich hab lange nichts mehr geschrieben und deshalb moechte ich die letzten Wochen in drei Eintraege teilen. Der erste ist der ueber Mindo und die Gruppe 2a. Ich hoffe es verwirrt euch nicht so sehr.

 

Also, vor zwei Wochen sind wir am Wochenende sehr spontan nach Mindo gefahren - das heisst eigentlich bin ICH sehr spontan nach Mindo gefahren, denn der Rest war ziemlich entschlossen,nur ich hab ein bisschen rumgekraenkelt (und fuer meine Gesundheit waere es besser gewesen, waere ich zu Hause geblieben, aber fuer meine Abenteuerlust war es lustiger mitzugehen ;)) und habe dann sehr kurzfristig am Samstag frueh entschieden, dass ich doch mitwill.

Demnach bin ich mit Valentin und den 4 Maedels von Praktikawelten einen Bus spaeter gefahren als der Rest und als wir mittags ankamen, wurden wir gleich von unserer Hostelmami begruesst, die uns ihr BESTES FRUEHSTUECK IN GANZ ECUADOR und ihre Unterkunft,die auch im Lonely Planet stand, fuer 8 Dollar die Nacht inkl.Fruehstueck schmackhaft machte. Wir fuhren also mit ihr im Auto mit und kamen in einem sehr rustikalen natuerlich eingerichteten Hostel an, wo die Bettdecken Karomuster haben und wo komplett alles aus Holz war und ueber der Bar eine Schlangenhaut hing. Auf der Terrasse gab es Haengematten (Mami, Papi, koennen wir uns auf den Balkon nicht bitte auch Haengematten hinhaengen??) und die haben wir natuerlich sofort besetzt. Von der Terrasse hatte man einen ziemlich schoenen Blick auf Baeume und morgens sollte man dort Voegel beobachten koennen.

Mindo liegt im Regenwald,sogar fast im beruechtigten Nebelwald (wo man manchmal seine eigene Hand nicht mehr vor Augen sehen konnte) und es ist sehr viel waermer und feuchter da unten.

Unser erstes Vorhaben war die Schmetterlingsfarm, wirklich wunderschoen (ein bisschen klein) und ich wollte unbedingt solche Fotos machen, wie meine Mami, als wir damals auf der Schmetterlingsfarm waren, aber erstens hatte ich nicht die noetige Geduld mit den Schmetterlingen und zweitens hatten die anderen auch nicht die noetige Geduld mit mir, also haben wir uns in die Haengematten gelegt und Kolibris beobachtet und fotografiert (das war natuerlich noch viel schwerer, diese verflixten Flitzer sind ja so verdammt schnell!).

Danach gingen wir essen (ich hielt mich dabei zurueck, denn mein Magen spielte immer noch guuut verrueckt). Als wir kurz einen Abstecher im Hostel machten, meinte unsere Hostelmami, dass wir unbedingt Canopy machen sollten und so fuhr sie uns den Berg hoch. Canopy muss man sich etwa so vorstellen wie die Seilbahnen auf dem Spielplatz, wo man sich an die Schaukel ranhaengt und dann vom einen Ende des Seils zum naechsten rumsaust. Das Canopy hier hat natuerlich nur wenig mit der Kinderspielplatzseilbahn zu tun, denn man saust von einem Berg zum anderen und das in atemberaubender Hoehe. Es war soooo witzig. Ich liebe dieses Gefuehl ganz ganz ganz weit oben in der Luft zu sein und in den Abgrund zu gucken! Wir haben sogar Figuren gemacht,die nennen sich Schmetterling und Superman, wenn ich die Bilder hochgeladen hab, dann seht ihr, was damit gemeint ist.

Danach sind wir als naechstes zur Schokoladenfabrik gegangen (aber ich hab weder Charlie noch Willy Wonka getroffen :P) und haben dir einen zu teuren und nicht guten Milchkaffee getrunken.

Abends haben wir uns dann mit dem Rest der Truppe in ihrem Hostel getroffen (wir haben uns geteilt, weil wir preislich unterschiedliche Vorstellungen hatten), das war zwar relativ ab vom Schuss, aber dafuer ziemlich gross. Ich fand unseres trotzdem schoener.

Am Sonntag bin ich mal wieder frueh wach geworden und hab mich dann eine Weile draussen in die Haengematte gelegt und Kolibris und Schmetterlinge beobachtet (oder es jedenfalls versucht), dann die anderen geweckt und bin mit ihnen zum Fruehstueck. Wir sassen mit einer Neuseelaenderin, einem Ami und einem Briten am Tisch und das war wirklich interessant mit den verschiedenen Akzenten und den Themen die wir hatten. Das Fruehstueck war auch ziemlich gut, aber ich hatte immer noch Magenprobleme,deshalb hab ich es im Endeffekt nicht so sehr genossen, wie ich es gern gehabt haette.

Nach dem Fruehstueck sind wir dann noch auf Wasserfalltour gegangen. Der Pick-up-taxifahrer nahm uns hinten in seinem Pick-up mit und wir fuhren wieder den naechsten Berg hoch. Von oben sind wir dann immer weiter runter gewandert durch den Wald und schwangen an einer Liane herum und liefen solange, bis wir an den Wasserfall gerieten, der schon ein bisschen touristisch war mit der Wasserrutsche und den einzelnen Becken dazwischen (viele waren baden, ich nicht,weil es mir nicht ganz so gut ging). Dort trafen wir auch die restlichen Volunteers und sind mit denen weiter den Weg gegangen, der damit anfing,dass wir eine unglaubliche Treppe hinabstiegen, die etwa 15 m runter ging und an allen Enden wackelte und morsch war (ja, ich hatte Todesaengste! :D), weiter ueber eine alt und kaputt wirkende Bruecke, ueber einen Baumstamm hinueber (wobei ich Ciko anmeckerte, weil er mich von hinten umarmen wollte als wir darauf sassen, aber ich mir war echt unwohl auf dem Baum ueber dem Fluss... okay, es war meine Idee gewesen dort ein Foto zu machen, aber nur, weil Ciko vorher Handstand auf der Jahrhundertbruecke gemacht hatte..) und dann den Berg hoch bis wir zu einer Art Seilbahn/Gondel kamen. Es war eher ein Eisenkasten mit Baenken, der von einem Seilende zum anderen Ende fuerhte. Auch hier hatte ich wieder dieses Adrenalingefuehl, denn wir fuhren von einem Berg zum anderen, schwangen ueber dem Abgrund und hatten die UNGLAUBLICHSTE Aussicht, die man sich vorstellen konnte. Auf der anderen Seite war unsere Tour beendet und wir fuhren mit einem Pick-Up-Taxi zurueck ins Hostel.

Schliesslich fuhren alle Freiwilligen um 17 h gemeinsam zurueck und von dort ging es mit dem Taxi nach Hause..

 

In der Woche habe ich dann in der Gruppe 2 a angefangen zu arbeiten. In der Gruppe sind die Kinder 1,5 Jahre bis 2 Jahre und natuerlich hatte ich auch dort meine Lieblinge, aber im Endeffekt war ich jeden Tag bei meinen Babies und hab in der Pause auf Maris aufgepasst, die selten schlaeft, aber wenn sie dann auf meinem Arm war, hat sie immer geschlafen... :)

Dennoch hab ich mich nicht ganz sooo wohl gefuehlt in der Gruppe und 4 Kindergaertnerinnen fand ich auch zuviel, bei denen reichen auf jeden Fall 3!

 

Gut, das war der erste Streich und der zweite folgt sogleich!

Ganz viel Amor aus Ecuador!

Eure Berrin

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So

03

Okt

2010

Aktuell : Ausnahmezustand und Krisenquito und ein bisschen Resumee

Hallo ihr Lieben!

Wie ihr ja vielleicht schon mitbekommen habt, obwohl es scheinbar nicht so riesig durch die Nachrichten ging wie hier, ging es in letzter Zeit politisch in Ecuador und besonders in Quito total ab.

 

Hier hab ich einen Link von Spiegel-Online, wenn ihr das nochmal nachlesen moechtet.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,720607,00.html

 

Wie ich das mitbekommen habe, war das ungefaehr so : Unser Praesident hier, Rafael Correa, wollte den Polizisten die Loehne kuerzen und daraufhin sind die Polizisten in den Streik gegangen (es fanden Demonstrationen und Antidemonstrationen im historischen Zentrum statt). Bei einer Rede des Praesidenten wurde eine Traenengasbombe geworfen, die Correa in die Augen bekam. Also wurde er ins Polizeikrankenhaus gebracht. Doch nach einer Weile war scheinbar nicht klar, ob er sich dort freiwillig aufhielt oder ob er entfuehrt wurde. So entbrannte vor dem Krankenhaus eine Schiesserei zwischen der Polizei und dem Militaer, welches den Praesidenten befreien wollte. Bei der Schiesserei kamen soviel ich weiss 4 Menschen ums Leben. Gegen zehn Uhr wurde Correa dann befreit und hielt auf dem Plaza de la Independencia eine mitreissende Rede, die mit der ecuadorianischen Hymne endete.

Mein Tag war dagegen relativ unspektakulaer, ich ging wie jeden Tag zur Arbeit und dort wurde mir dann Bescheid gesagt, was gerade im Zentrum Quitos los war (ich arbeite und wohne im Norden Quitos). Demnach sollten wir Freiwilligen uns weniger rumtollen und uns moeglichst sicher und schnell nach Hause begeben. Da bis dato auch nicht klar war, wie sich die Situation aendern wuerde, denn der Notstand wurde in gesamt Ecuador fuer eine Woche ausgerufen, sollten wir erstmal am Freitag nicht arbeiten und zu Hause bleiben.

Mich schockten vor allem die Bilder im Fernseher, weil sich das abspielte, wo Josi und ich gerade mal einen Tag vorher langspaziert waren und einen Canelazo mit Brombeere getrunken hatten.

So wirklich Angst hatte ich ehrlich gesagt nicht, weil wir uns zu weit vom Geschehen entfernten, aber die Bilder waren einfach unglaublich schockierend. Ich blieb dann zu Hause und guckte mir mit Iris und Josue "Karate-Kid" auf DVD an, um uns ein bisschen abzulenken.

Am freien Freitag fuhr ich zu Josi nach Cumbaya und guckte mir zum ersten Mal an, wie sie so lebte. Ausserdem lernte ich ihre Gastfamilie kennen - ein Erlebnis! Wir wollten um 13 Uhr zum Bauernhof der Tochter nach Yaruqui fahren, fuhren dann SCHON um 15 Uhr los und nahmen unsere neue VASE-Praktikantin, die gleichzeitig Josis Nachbarin ist, gleich mit. Auf dem Bauernhof sammelten wir Maiskolben, kochten und spielten mit den Kindern der Verwandschaft. Nach einem ewig langen Tag, fuhren wir (geplant war 18 Uhr) um halb 8 in Richtung Cumbaya und nachdem wir dann mindestens 20 Mal anhielten und "noch schnell" eine Besorgung machten, waren wir um halb Zehn ENDLICH zurueck bei Josi. Muede und erschoepft wie wir waren fielen wir auch bald darauf in die Betten, Allerdings war das Einschlafen in Cumbaya ziemlich schwer, weil die Strassenhunde sich draussen zerfetzten. Am Samstag machten wir uns nach wenig Schlaf und wie immer viel zu fruehem Aufstehen, vor allem fuer einen Samstag, auf dem Weg nach Collaqui, um dort Hannan, Jan und Lars zu besuchen, aber Hannan und Jan waren ausgeflogen und so trafen wir nur Lars, was auch witzig war. Von Collaqui ging es wieder nach Cumbaya essen und dann nach Quito zu mir nach Hause. Schliesslich machten wir zwei uns auf den Weg ins Zentrum, um uns dort mit Vale, Moritz und Yannis zu treffen. Den Abend verbrachten wir dann in Quito, was dank der Besserung der Situation hier, ziemlich witzig und entspannt war...

Heute haben Josi und ich uns auf einen Spaziergang zum Supermaxi (Einkaufsladen) gemacht und ich hab mich mit neuen Pflegeprodukten eingedeckt. Ausserdem haben wir uns mit American Cookie-Teig beladen und diese zu Hause in der Heimkueche fabriziert. Sie schmecken wunderbar - moechte jemand probieren? Josi und ich haben schon wunderbar viele Plaene fuer die Weihnachtszeit, scheinbar habe ich in Josi einen Weihnachtswichtel und eine Backfee gefunden und das macht uns viel Spass.

 

Morgen fange ich endlich an im "naechsten Level" zu arbeiten. Rueckblickend war die Arbeit in der Babygruppe sehr sehr sehr anstrengend, aber auch sehr spassig und immer wieder ein Erfolg nach dem naechsten und ich bedauere es sehr, dass mir wegen der Quito-Krise mein letzter Tag genommen wurde, sodass ich mich gezwungen schnell verabschieden musste. Es ist so erstaunlich, wie gut ich die Kinder kenne und wie sehr sie mir auch vertrauen und sich immer mehr eingewoehnt haben. Ich hab sie einfach alle so lieb gewonnen, selbst den Dicken, der mich auf Schritt und Tritt heulend und jammernd verfolgte und auch die Hexe, die in der Mittagspause nie schlafen wollte und es erst in den letzten Tagen unter Anstrengungen konnte. Ich werde sie alle vermissen, vor allem meine kleinen Monster, die immer mittanzen, ob Kinderlieder oder Reggaeton. Und ich werde auch meine Kolleginnen vermissen, besonders Carla mit der jeder Tag einfach viel lustiger war und jedes Lied seinen eigenen Charakter bekommen hat. Jetzt mach ich meinen Kopf frei und gehe mit meinen neu erlernten spanischen Kinderliedern ins naechste Level und hoffe, dass ich mir ein Bild von den Neuen machen kann, auch wenn mir mit ihnen viel weniger Zeit gegeben ist. Und wenn ich die kleinen Quaelgeister doch zu sehr vermissen sollte, kann ich sie ja jederzeit besuchen oder als meine spaetere Hauptgruppe waehlen.

Ich halte euch ueber meine Vorlieben auf dem Laufenden.

 

Ach, eins noch, weil ich gerade daran denke : Einigkeit und Recht und Freiheit! Heute gedachten Josi und ich in meinem Bettchen dem Tag der deutschen Einheit und sangen die Nationalhymne. Darf man sich lustig vorstellen.

 

So ich finde, das ist wieder ein wenig viel zum Lesen und obwohl ich wieder einmal viel mehr erzaehlen koennte, verabschiede ich mich mit Gruss und Kuss und hoffe sehr, dass ihr alle wohlauf seid. Lasst euch nicht von den Nachrichten erschrecken, denn allen Freiwilligen geht es wunderbar, soweit ich mich bei ihnen erkundigt habe. Mir inklusive.

Viele Kuesse aus Quito,

Eure Berrin

 

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Mi

29

Sep

2010

Landlust.

Meine letzte Woche mit den Babies! Jetzt ist es fast vorbei und inzwischen weiss ich nicht, ob das gut oder schlecht ist, denn einerseits bin ich superfroh, wenn ich nicht mehr bei den Schreihaelsen bin, andererseits haben sie sich langsam so eingewoehnt, dass nur noch wenig Traenen fliessen und im Grunde werde ich die Minis vermissen. Aber die Arbeit geht ja mit den groesseren weiter...

 

In der letzten Zeit war ich ziemlich viel unterwegs in den kleinen Orten rund um Quito - sozusagen im Brandenburg Quitos.

Collaqui

Zuerst war ich mit Josi zusammen in Collaqui, um dort Hannan, Lars und Jan zu besuchen. Von Arbeit aus brauchte ich 2 Stunden in dieses Dorf. Staubwolken, Sonnenschein und jede Menge Hunde hiessen uns dort willkommen, ausserdem die anderen drei Volunteers. Sie zeigten uns ihr Dorf, ihre Prachthuetten, ihre Familien und im Garten von Jan kletterten wir auf die Avocadobaeume - Entspannung und Ruhe pur (es erinnerte mich daran, wie abenteuerlich es frueher mit Kenny, Reiko und Dana auf der Insel war), Sehr idyllisch das ganze.

Tumbaco

Auf dem Rueckweg fuhr ich durch Tumbaco, einem Nebenort. Auch Tumbaco hatten wir ein paar Naechte zuvor kennen gelernt. Wir trafen uns dort und gingen in eine Bar eines Canadiers, der ein Jahr in Wiesbaden gewohnt hatte, ein (teures) Bier trinken.

Cumbaya

Meine erste Begegnung mit Cumbaya, wo Josi wohnt, war eher zufaellig und ziemlich spontan. Ich traf auf dem Nachhauseweg zufaellig Udo und liess mich kurzentschlossen zu einem Konzert einer deutschen Band, die Udo nach Ecuador geholt hatte, ueberreden. Also fuhren wir zur deutschen Schule in Cumbaya (die erstaunlich DEUTSCH war) und verbrachten dort einen fenomenalen Abend mit der "Lotus Theorie". War irgendwie auch ein bisschen "zu Hause", die deutschen Texte zu hoeren.

Tabacundo

Die naechste Landliebe fuehrte uns am Wochenende nach Tabacundo auf die Organic Farm, wo Phil, Thomas und Vale arbeiteten. Ich war besonders gespannt auf die Farm, weil mich interessierte, wie Paul vom Vorbereitungsseminar sein Auslandsjahr verbrachte.

Nachdem Josi und ich den Vormittag mit dem "Kochen" von Empanadas verbrachten (ein Teil mit Kaese und ein Teil mit Schoki, die waren besonders lecker!!) machten wir uns auf den Weg mit Micky, Matti, Johanna und den Farmjungs zur Farm zu fahren. Dort angekommen traf uns auch hier die ruhige Idylle. Ein Schwein, ein paar Gaense, Huehner, Meerschweinchen, Hasen und viel Gemuese erwarteten uns. Wir machten unser eigenes Brot und verbrachten den Abend groesstenteils vor dem Kamin. Obwohl wir es echt schoen hatten, konnte ich mir nicht wirklich vorstellen dort ein Jahr zu leben, vor allem, wenn ich jedes Mal drei Stunden auf ein Brot warten musste, auf dass sich 5 Leute wie die Geier stuerzten.. ;)

Die Freiwilligen dort leben im Grunde wie in einer WG, teilen alles und sprechen nur Englisch. Was ich toll fand, war, dass ich meine Gummistiefel anziehen konnte :)

 

Momentan regnet es hier viel, die Leute sagen es ist Winter. Da Quito scheinbar nur zwei Jahreszeiten hat (Sommer und Winter), erkennt man den Winter daran, dass es viel regnet und etwa zwei Grad kuehler ist als sonst. Ich warte immernoch auf bunte Herbstblaetter.

Gestern haben wir Belen verabschiedet, die ein Stipendium erhalten hat und jetzt ein Jahr in Spanien studieren wird. Da wir Freiwilligen sie alle sehr ins Herz geschlossen haben, ging es in der grossen VASE-Runde Pizzaessen. Ich freute mich unheimlich, alle Freiwilligen auf einen Haufen wiederzusehen und war natuerlich auch ziemlich traurig, dass es das letzte Mal war, dass ich Belen sehen wuerde fuer so lange Zeit oder vielleicht fuer immer.

 

Jetzt bin ich wieder ziemlich gespannt auf das Wochenende, diesmal werden wir wohl in Quito bleiben und zum Quitofestival gehen. Dort treten Ska-, Reggae- und Metal-Bands auf und wir werden hoechstwahrscheinlich Udos Geburtstag feiern. Und dann faengt ja auch schon meine neue alte Arbeit an.. ich freu mich.

 

Das war es erstmal wieder von mir. Ich hoffe es geht euch allen gut. Ich denke an euch und vermisse euch.

Viel Liebe aus Quito!

Berrin

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Sa

18

Sep

2010

Guapolo, TeleferiQo und Alltag

Ein Monat ist rum und ich kann wohl behaupten, mich schon irgendwie eingelebt zu haben.

 

Die Tage haben jetzt einen bestimmten Ablauf und viele Dinge kommen mir jetzt hier fast selbstverstaendlich vor. Zum Beispiel die Spielzeugauto-Alarmanlagen. Damit meine ich nicht wirklich Spielzeugautos, denn die Alarmanlagen der Autos klingen hier eindeutig wie aus irgendeinem Science Fiction Film, ich sollte das mal aufnehmen. Die klingeln ungefaehr 3 Minuten lang alle moeglichen nervigen Geraeusche durch. Ausserdem hupen die Ecuadorianer bei alles und jedem bisschen. Betrittst du die Strasse und er will gerade abbiegen, wird gehupt, bei saemtlichen Zusammentreffen von Autos auf Kreuzungen wird gehupt, eigentlich wird immer gehupt. Bestimmt so eine Art kuenstlerischer Ausdruck.

 

Am Wochenende waren wir auf dem TeleferiQo und sind zum Aussichtspunkt beim Cruz Loma hingelaufen. Witzig war, dass uns ein Journalistenteam begleitet hat. Sie wollten einen Bericht schreiben ueber den TeleferiQo und dem Tourismus, da war die 13-Mann-Truppe aus Deutschland genau richtig fuer. Also liessen wir uns ein Stueckchen von ihnen begleiten, jedenfalls bis zu dem Pferdegehege auf dem Berg. Man konnte sich dort tatsaechlich auf ich weiss nicht mehr wieviel Metern Hoehe ein Pferd ausleihen und in den Bergen rumreiten. Hat was von Heidi und dem Ziegenpeter. Unsere Gruppe wollte jedoch eigentlich bis zu dem Rucu Pichincha, einen auf 4680m gelegenen Berg. Wenn ich schaetzen muesste, so habe ich es etwa bis auf 4300m geschafft und selbst von dort hatten man schon einen unbeschreiblichen Blick auf die Stadt und die Landschaft. Da wir schon um 10 Uhr hochgefahren sind, sind wir in etwa um 13-14 Uhr wieder runtergefahren. Man munkelt die Wolken ziehen Nachmittags schnell auf und dann saehe man seine eigene Hand nicht mehr. Einige seien wohl auch schon vor Kaelte erfroren dort oben. Die andere Haelfte unserer Truppe hat es Erzaehlungen zu Folge noch sehr viel weiter nach oben geschafft und ein paar wohl auch auf die Spitze des Berges. Ein ander Mal probieren wir das bestimmt auch noch, vielleicht wenn wir die richtige Ausruestung dafuer haben...

 

Am Montag habe ich uebrigens ueber unsere deutsche Truppe in der Zeitung gelesen... Wenn ich den Artikel von Iris zurueck bekomme, dann kann ich ihn ja mal hochladen fuer diejenigen, die es interessiert. Der "Comercial", wie die Zeitung heisst, moechte im Uebrigen noch einen Artikel ueber Freiwilligenarbeit schreiben und Mickey, Yannis und ich haben uns dazu bereit erklaert. Bleibt also abzuwarten, was da auf uns zukommt!

 

Am Samstagabend war ich dann zum ersten Mal in Guapolo und wie der Name schon sagt, war es dort mega-"guapo" (guapo = huebsch, schoen). Mickey, Udo und ich gingen in eine dieser winzigen Bars, eigentlich nur, um Bier zu trinken und eine Pizza zu essen. Was wir bekamen, war einer der lustigsten und besten Abende bisher. Wir sassen auf der Terrasse mit Megaausblick auf Landschaft und Lichtermeer und tranken unser Bier. Gegessen wurde dazu die einmalige Pfirsich-Pizza, ein Erlebnis, das wir alle drei herausragend fanden und von dem wir unbedingt erzaehlen mussten. Etwas spaeter gingen wir nebenan in eine andere Bar und trafen dort kurz darauf Johanna und die ganze Amibande, was sich als lustig herausstellte. Irgendwie ist die Atmosphaere in Guapolo nochmal ganz ganz anders als in der Mariscal, weil man eher ungestoert ist und trotzdem eine Wahnsinnssicht auf Berge hat. Und das Beste ist eigentlich, dass es nicht so touristisch gepraegt ist, wie Gringolandia.

 

 Ansonsten vergehen die Tage hier wie zu Hause, weil ich langsam im Projekt-Alltag gelandet bin. Die Kinder werden von Tag zu Tag ruhiger, sie gewoehnen sich einfach an mich und an den Kindergarten an sich. Ich hab sogar schon Armmuskelkater vom Kindertragen.

Aber das ist nicht weiter schlimm, weil ich sie ja lieb hab und gerne trage. Einige sind immernoch Problemkinder, die immer weinen und sich auch nicht so schnell beruhigen lassen, aber andere sind mit der Zeit verspielter geworden. Meine "Lieblingskinder" (ich weiss man sollte keine haben, aber es gibt eben welche, die dich vollkommen belagern die ganze Zeit) wuerd ich euch kurz vorstellen. Da ist zum ersten die Juliana, die in etwa das niedlichste Kind aus unserer Gruppe ist und am Liebsten die Mobilees mag ueber den Betten und an der Decke, das heisst sie kommt immer an und moechte, dass ich sie hochnehme, sodass sie an die Mobilees rankommt. Sie ist auch diejenige die immer ganz doll weint, wenn ich Feierabend habe und gehe. Julietta heisst ein Kind, dass mich immer total an Dana erinnert, jedenfalls als Dana noch kleiner war. Sie lacht immer total viel und freut sich, wenn man sie durch die Luft wirbelt (im Gegensatz zu den meisten anderen Kindern, die dann anfangen zu heulen..). Dann ist da noch Kerly, die ich eigentlich den Tag ueber selten Lachen sehe, ausser, wenn sie auf mich zurennt und ich sie so hochnehme und einmal rumwirbel, dann strahlt sie immer. Von den Jungs mag ich eigentlich am Liebsten Carlitos, der mir immer High Five gibt und Daniel, der zu jeder Musik tanzt und lacht. Natuerlich haben wir in unserer Gruppe noch ganz viele andere liebe und suesse und lustige Kinder, aber wie mit allen Personen kann ich immer nur einen kurzen Eindruck ueber sie vermitteln und dann auch eher ueber die, die ich am Liebsten hab.

 

Was mich vor kurzem total fasziniert hat, ist, dass es hier andere Sternenbilder gibt als zu Hause, das heisst den grossen Wagen sehe ich zum Beispiel gar nicht. Ganz schlau bin ich aus den Sternenbildern hier noch nicht geworden, aber ich beobachte sie fleissig aus meinem Zimmerfenster, wenn man sie sieht! :)

 

Ich denke, das war es erstmal wieder von mir, ich hoffe es geht euch allen gut und ich melde mich bald wieder. Ich denke an euch.

Eure Berrin

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Di

07

Sep

2010

Eggmaster und schreiende Babies

Jetzt bin ich schon drei Wochen hier und arbeite seit gestern auch in meinem Projekt. Es fuehlt sich noch immer seltsam an, hier zu sein und manchmal, wie zb. am Samstag an Danis Geburtstag wuensche ich mir, dass jemand, statt Schafe zu klonen, lieber das Beamen erfinden wuerde oder wenigstens, dass Ecuador nicht mehr als 10.000 km von Deutschland entfernt waere.

 

Aber dann denke ich mir wieder, dass es doch auch ganz gut hier ist und ich wieder ein wenig Ecuador nach Deutschland bringen kann! Und das ist ja auch immerhin etwas..

 

Die letzte Woche war cool und anstrengend. Anstrengend, weil die Ecuadorianer eine seltsame Buerokratie haben und cool, weil ich mein Projekt und meine Projektpartnerin kennen gelernt habe und weil wir wieder ein wenig Action hatten, ach und nicht zuletzt, weil ich das erste und vorerst LETZTE Mal "drei Tage wach" gespielt habe. Das kam so :

 

Mein liebstes Herz Josi hatte am Mittwoch Geburtstag und wir wollten, besonders ich, ihren Geburtstag moeglichst SUPERTOLL oder wie wir hier sagen CHEVERE feiern. Deshalb backten Ciko und ich einen Pflaumenkuchen a la mama de Josi, schenkten ihr Kaffee (hier, man moege es nicht glauben, ein rares Gut, denn alle trinken Ekel-Instant) und nach unserem letzten Schultag lud ich Josi noch auf einen Jugo (oder wie wir hier sagen "Hugo") ein, bevor wir uns fuer abends verabredeten. Spaeter trafen wir uns mit Johanna und ihren aeusserst amerikanischen Amis und gingen zur LADIES NIGHT in den Bungalow (gleiches Spiel wie letzte Woche, deshalb kuerze ich mal ab).

Am Donnerstag hatte ich meinen ersten richtigen Depritag und waeren Belen und Iris nicht gewesen, waere ich mit Miesepeterstimmung zu Hause geblieben.

Auf jeden Fall verbrachte ich den halben Tag mit Belen, die mir mein Projekt und Iris vorstellte und ich fand beide toll : Mein Projekt, weil es bunt und schoen und voller suesser Kinder ist und Iris, weil sie lustig, lieb und voller Energie ist.

Als ich abends im Pyjama mit meiner Gastfamilie Dr.House guckte, lockte mich Iris, die uebrigens ausser meine Projektpartnerin auch noch dazu meine Nachbarin ist, doch noch mal aus dem Haus und zusammen mit ihrem Gastbruder und dessen Freund gingen wir Chupitos (Shots) trinken, bis zu dem Punkt, da mein Handy einen Tauchgang ins Klo machte. So lernten Iris und ich uns am ersten Tag gleich mal nuechtern und betrunken kennen - auch gut.

 

Freitag also wieder frueh raus, wieder zum Migrantenoffice, wieder nichts (Josi und ich wollten Donnerstag schon und es klappte nicht, im Endeffekt bin ich am Samstag nochmal zum Office und hielt dann feierlich meinen Censo, das ist sozusagen unser Ausweis hier, in den Haenden und im uebrigen fand ich es nur gerecht, dass der Typ vergessen hatte, dass ich noch nicht bezahlt hatte!! Nebenbei zugeben muss ich, dass ich Freitag meinen Reisepass vergessen hatte und es deshalb nix wurde..). Am Nachmittag hatten wir mit allen VASE-Leuten ein Pick-Nick zu dem jeder ecuadorianisches Essen mitbrachte (im Endeffekt waren es eher Snacks) und abends also das dritte Mal in die Mariscal in drei Tagen - Holla die Waldfee. Wir gingen in unsere Lieblingsbierbar (4 Bier fuer 5 $) und spaeter tanzen (das Pilsenerbier hier ist total super!).

 

Naechste kurze Nacht und Tagesziel fuer Samstag : Mitad del mundo, die Mitte der Welt. Zusammen mit Josi und ihrem Freund Santino fuhren wir also zum eigentlichen Aequator. Imposant war dieser grosse Turm und ein grossartiges Gefuehl, in der Mitte der Welt zu sein. Josi und ich machten Ratschlaege auf dem Aequator, zu 3. blickten wir nach Deutschland in die Ferne und sahen Meerschweinchen am Spiess (nein, ich habe noch nicht probiert).

Da im Tourifuehrer stand, dass das nicht der richtige Aequator war, sind wir weiter ins Inti-ñan, ein interaktives Aequatormuseum, auf dem angeblich eigentlichen Aequator (ich bleibe skeptisch). Dort war es suuuperlustig. Wir haben beobachtet, wie das Wasser im Waschbecken einfach durchschoss, im suedlichen Teil gegen und im noerdlichen Teil im Uhrzeigersinn strudelte, haben uns Schrumpfkoepfe und die Haut von Riesenschlangen (16 m, darueber komme ich immernoch nicht hinweg..die koennte 15 Berrins laengs fressen und ich will sie nie nie nie treffen!!) angeschaut. Aber das eigentliche Highlight war die Sache mit dem Ei, denn angeblich kann ein Ei auf dem Aequator auf einem Nagel stehen. Aber was heisst hier eigentlich; da wir es mit eigenen Augen bei unserem Guide sahen, wollten Josi, Santi und ich nicht eher gehen, bis wir es auch schafften und unser Eggmastercertificate in Haenden hielten (ja, wir waren sehr stolz und fuehlten uns sehr cool danach).

Mit geschwollener Brust, wehendem Haar und Poncho ritten wir auf unseren Alpaca-Lamas nach Hause; oder jedenfalls stellten wir es uns so vor. :)

 

Sonntag wollten wir auf den TeleferiQo, der einen auf den Aussichtspunkt bringt, aber das mit dem Wetter ist hier ein wenig verhext, denn am Morgen/Mittag ist es hier meist wunderbar und am Nachmittag/Abend ziehen sich die Wolken zusammen und manchmal regnet es. So wie an diesem Sonntag. Also wieder kein guter Sonntag (letzte Woche wollten wir abends Bier trinken, aber am heiligen Sonntag gibt es keinen Alkohol!).

 

Endlich war Montag - mein erster Arbeitstag. Als ich mit Iris ankam, schreiten und heulten alle Babies in meiner Gruppe (ich arbeite einen Monat in der Babygruppe mit 8monatigen bis 1,5Jahre alten Babies) und das ging etwa 3 Stunden so. Mit 5 Babies auf einmal, die alle Einzelbehandlung fordern ist nicht gut Kirschen essen und wenn man rechnet, dass 40 Babies in der Gruppe sind und wir 4 Kindergaertnerinnen, dann kann man vielleicht nachvollziehen, dass es ein wenig anstrengend ist.

Ab mittags wurde es besser, weil die "neuen" Kinder im Kindergarten abgeholt werden und die "alten" Mittagsschlaf machen. Pause fuer Iris und mich. Ab 15 h nochmal eine Stunde, danach fix und Feierabend.

 

Insgesamt gefaellt mit die Arbeit gut und sie wird sicherlich noch besser, wenn die Guaguas (Babies) aufhoeren zu weinen. Aber nach einem Monat rotiere ich eh erstmal in den Gruppen, bevor ich mich fuer eine entscheiden darf.. ich halte euch ueber Motivation und Frust auf dem Laufenden. Bisher habe ich sie furchtbar lieb, auch wenn sie mich vollrotzen, denn eigentlich haben sie ja nur Angst und wollen zu Mami..

 

Eine unerfreuliche Nachricht noch, dann gehe ich Dr.House gucken : Am Donnerstag hat mein Gastpapi einen Raubueberfall direkt in unserer Strasse beobachtet und mich gebeten, vorsichtig zu sein und wenn es dunkel ist nur mit Taxi nach Hause zu kommen.

 

So, Schluss fuer heute! Heute ist nicht alle Tage, ich schreib wieder, keine Frage! :)

Un beso, eure Berrin

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So

29

Aug

2010

F wie Fiesta, Freiwillige und Freizeit

So ihr Lieben,

da ich jetzt gerade noch zu Hause sitze, der Rest meiner Familie irgendwo im nirgendwo unterwegs ist und ich mir Vickys Notebook nochmal ausgeborgt habe, kann ich euch ein bisschen was lustiges neues erzaehlen, zum Beispiel von der Abschiedsfiesta von Kai am Freitag, von dem Indiodorf Otavalo, wo wir gestern waren und ein bisschen was ueber die anderen Freiwilligen und was wir sonst so treiben.

 

Am Freitagabend wollten wir feiern gehen. Deshalb wollte ich extra ein bisschen frueher nach Hause von der Schule, um mich nochmal auszuruhen und alles in Ruhe anzupacken (na ihr wisst schon.. fertig machen. Das dauert bei uns Maedels doch!). Ich stieg also in den Ca-Tar, das ist ein Bus, der hier langfaehrt und sitze gemuetlich da und denke ich fahre nach Hause, weil der Bus, der bei mir langfaehrt eben auch der blaue Ca-Tar ist. Nichtsahnend plapper ich also am Telefon mit Kai und Josi, wobei ich mich langsam wundere, welche Strassen wir ueberhaupt nehmen und seit wann der Ca-Tar eigentlich am Flughafen langfaehrt. Ups. Ich hatte mich also wiedermal verfahren. Kein Problem, dachte ich, denn das war mir erst letztens auf dem Weg zur Schule auch passiert (zu dem Zeitpunkt war ich zwar genervt, weil ich mich abhetzte, aber Schule war ja eh langweilig und deshalb fand ich es nicht soo schlimm zu spaet zu kommen ;)). Ich also auf der Karte nachgeguckt und festgestellt, dass ich etwa 7 km noerdlicher war als sonst und sozusagen noch mehr im Norden als ich sonst schon wohne. Irgendwann fuhr der Bus immer weiter bergaufwaerts und die Haeuser wurden immer aermlicher, die Baeume mehr und die Menschen im Bus weniger, bis ich dann im Grunde die Einzige im Bus war. Ehrlich gesagt, so ganz so cool wie eine halbe Stunde davor, war ich dann nicht mehr. Aber ich sagte mir, Mensch, schoene Aussicht, wann komm ich denn sonst mal so rum und der Bus muss ja irgendwann auch wieder in die Stadt reinfahren. Ein netter Ecuadorianer hat mir dann mit der Karte helfen wollen, war superlieb, allerdings hat er selbst etwa 15 Minuten zum Lesen der Karte gebraucht und ich hatte mir schon laengst einen Nach-Hause-Weg ueberlegt. Jedenfalls sind wir dann wieder ins Zentrum gefahren, ich bin in den Ecovia, den Zentrumsbus, umgestiegen, in den RICHTIGEN blauen Ca-Tar umgestiegen und mit etwa zwei Stunden Verspaetung zu Hause angekommen. Da war es dann ploetzlich schon 17 Uhr und um 18 Uhr wollte ich eigentlich wieder los. Naja, also Schleudergang.

 

Um zwanzig vor Sieben haben wir uns dann im Mariscal, also dem Weggeh-Touri-Viertel getroffen und waren erst in einer Bar am Plaza Foche. War ein bisschen teurer und die Musik ein bisschen DJ Grin-go, aber eigentlich ganz lustig. Danach waren wir ploetzlich sehr viele und ich hab mich an Berliner Weggehstandards erinnert gefuehlt ( "Lass mal Eberswalder treffen!"). Zu zwoelft haben wir dann bei der naechsten, kleineren, gemuetlicheren Bar, ich glaub sie hiess Maharradscha und da gab es 5 Bier fuer 4$, was die Gruppe natuerlich sehr freute und sehr animierte. Als wir alle gut drauf waren (die Hoehe hilft da schliesslich ungemein, muss man hinzufuegen, sodass der VASE-Ratschlag fuer Hoehe und die ersten Wochen "Caminar despacito, comer poquito y dormir solito" zu dt. Langsam laufen, wenig essen, alleine schlafen, vielleicht noch mit "beber poquito" dt. trink wenig, hinzuzufuegen waere ;)), sind wir tanzen gegangen und ich moechte eigentlich gar nicht soviel dazu sagen, ausser, dass ich es mir GENAU SO vorgestellt habe hier. Viele Menschen, wenig Platz, wenig Sauerstoff, House-Latino-Musik und viiiel Leidenschaft. Muss fuer die meisten ein ungeheurer Selbstbewusstseinspush sein. Der Club hiess "Bungalow 6" und es war insgesamt eigentlich echt witzig, unsere Volunteer-Gruppe plant jedenfalls ein Revival naechste Woche. Das Einzige, womit ich immernoch nicht so klar komme, sind die vollen Strassen, das erinnert mich total an Malta in Paceville und manchmal bin ich da noch ein bisschen uebervorsichtig, aber ist vielleicht auch besser so. ;)

Im Taxi gings dann nach Hause, was zwar nicht billig war (Gringo-Aufschlag eben), aber immerhin war der Taxifahrer nett und er hat mich sicher nach Hause gefahren. Jegliche Horror-Taxi-Alptraeume also erstmal unbestaetigt.

 

Nach zu wenig Schlaf ging es dann am Samstag mit einem gelben angeblich funkelnagelneuen Bus und unserer Volunteer-VASE-Truppe nach Otavalo, ein von Quito zwei Stunden entferntes Indiodorf. Unterwegs hielten wir an und kamen an einen Snackshop, wo ein Junge in Tracht und einem Alpaca-Lama auf uns wartete, um fleissig Touribilder machen und abkassieren zu koennen. Als wir weiterfuhren stiegen ein paar Indiomaedels ein und sangen Lieder auf Quechua, klang total schoen. In Otavalo angekommen sind wir ueber den Indiomarkt gegangen und Josi und ich haben ungefaehr tausend Dinge gefunden, die wir toll fanden und deshalb beschlossen, dass wir in zehn Monaten nochmal nach Otavalo auf den Markt gehen und dann aber richtig shoppen gehen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Freiwilligen waren wir beim shoppen zurueckhalten, ich hab mir nur einen Schildkroeten-kettenanhaenger gekauft (ohne Kette -.-). Der Markt an sich war ziemlich lustig und es gibt einfach viiiel zu viiiel zu kaufen. Haengematten (ich will ne Haengematte!!!), Alpacapullis, Schachspiele mit Indios gegen Spanier, supertolle Klamotten (sehr bequem aussehend) etc. Nach dem Mittagessen sind wir dann zu einem Wasserfall in der Naehe gefahren und waren erstmal im Wasserfall baden. Das war sooo unglaublich cool! Die Stroemung war zwar sehr krass, aber man hat sich einfach hammer gut gefuehlt.

 

Danach waren wir noch im National Park (ich hab mit Tieren gerechnet, es waren aber Berge und gruen und viiel Wasser) und sind mit dem Motorboot und unserer Gruppe einmal um die Berge im Wasser gecruist. War ziemlich lustig und sah fantastisch aus. Anschliessend haben wir unseren gratis Canelazo getrunken und sind mit dem Bus zurueck nach Quito gefahren. Was ich jetzt beinahe vergessen haette, man konnte unterwegs die Farm, auf die einige der Freiwilligen arbeiten werden sehen, das war nochmal ein bisschen aufregend.

 

Ach, beinahe waere es mir entfallen, ich wollte noch ein paar Worte zu den anderen Freiwilligen sagen. Alle sind supertoll, ich hab sie schon jetzt sehr lieb gewonnen. Im Unterricht ist es vor allem mit der Prinzessin Hannan und Fabian sehr witzig und nachmittags nach der Schule bin ich am Liebsten mit Josi, meiner Corazòncita, Ciko, Yannisito und Vale Wunderbaer unterwegs, mit denen man einfach superviel Spass hat und die wie ich nur Bloedsinn im Kopf haben. Die VASE-Leute hab ich auch schon gern, vor allem Belen und Lasse und natuerlich Kai, aber der sitzt ja jetzt wieder im Flugzeug nach Deutschland. Alles in allem ist es ein bisschen schade, dass so viele der Freiwilligen weggehen.. Johanna und Udo sind ja zum Beispiel bereits in ihrem Projekt, aber wenn sie mitkommen, dann freut man sich immer noch mehr, weil man mit Udo richtig gute Gespraeche haben kann und weil Johanna jede Grundstimmung nochmal um zwei Grad aufpeppt. Nicht zu vergessen sind mein lieber Micky, der eigentlich Marcel heisst, aber den ich Micky nenne, weil wir bei der Orientation eben Micky und Minnie waren, als wir so ein Spiel gespielt haben. Und natuerlich Lars, der aber gerade krank ist und den ich jetzt schon seit dem InfoVoS ziemlich gut kenne. Diese und noch viiiel mehr Leute helfen mir hier, nicht so dolles Heimweh zu haben und ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie so toll sind. :)

 

Ich hoffe es geht euch allen gut, ich denke an euch, mache mir Gedanken und vermisse euch, aber wisst ihr, ihr muesst ja wissen, dass ich euch lieb hab, denn das weiss man, wenn es so ist.

Viel Liebe aus Quito

 

Eure Pequeñita

 

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Fr

27

Aug

2010

Ein riesengrosser Spielplatz voller Hunde, Indigenas und tollen neuen Entdeckungen!

Ich habe mir diesmal eine Liste gemacht, weil es einfach zu viel ist, was ich mitteilen muss. Eine Seite voller neuer Entdeckungen. Wenn ich mich nicht irre, dann hat in Berlin gerade wieder die Schule angefangen.. Momentan gehe ich hier auch noch zur Schule und es ist unglaublich langweilig. Ich kann einfach nicht glauben, dass ich 15 Stunden wegfliege, nur um wieder zur Schule zu gehen. Ich bin im Curso Avanzado – die Schlaufuechse sozusagen - und wir machen im Grunde genau das gleiche, was ich in der Schule im Spanischunterricht auch gemacht habe : Grammatik, Texte lesen, diskutieren und das im 8. Stock eines Hochhauses mit geschlossenen Jalousien. Wir haben Unterricht von 9 Uhr bis 13 Uhr, danach haben wir Freizeit und begeben uns auf Entdeckungstour in der Stadt, meistens essen wir erstmal etwas Unsere "Schule" liegt direkt im sogenannten "Mariscal", das ist das Touristenviertel. Ich bin Freitagabend das erste Mal mit meiner Familie und der anderen Freiwilligen Anita, die bis Sonntag dageblieben ist (jetzt ist sie wieder in ihrer Schweizer Heimat), dort gewesen. Was heisst dort gewesen, wir sind mit dem Auto dort "spazierengefahren", weil es doch scheinbar ein bisschen unsicher ist abends. Aber Morgen gehen wir dort feiern mit der grossen Truppe Freiwilliger, das erste Mal feiern uuhuu! Einen Grund haben wir auch : Kai, einer der VASE-Leute (VASE ist die ecuadorianische Organisation, die sich mit den Freiwilligen aus Deutschland und aller Welt, aber vor allem auch den ecuadorianischen Freiwilligen beschaeftigt) feiert seinen Abschied und wir machen alle mit.

Weil ich gerade bemerke, dass meine Liste viiiel zu lang ist, beschreibe ich mal einen der Tage. Ich stehe morgens um 7 Uhr auf und stolpere die Treppe runter in die Kueche, wo meistens schon Gastmama Maria (sie ist Krankenschwester), Gastpapa Eduardo (er ist Fussballtrainer der L.D.U. de Ecuador) und Gastschwester Vicky (sie ist Ernaehrungsberaterin und hat mit ihrem Freund ein Catering-service), sowie unsere Haushilfe Gaby und ihr 1 Jahr alter Sohn Estefano (der am gleichen Tag wie ich Geburtstag hat :)) am herumwerkeln sind. Sie alle sind schon viiel laenger wach als ich und meistens auch schon alle aus dem Haus, wenn ich aus der Dusche komme. Zum Fruehstueck gibt es Kakao, ein suesses Broetchen und einen Batido, das ist eine Art Fruechte-Milch-MIx-Getraenk. Um 8 Uhr gehe ich dann auch aus dem Haus, bis zu dem Tor, vorbei an unserem Hund "Juguetona" und raus auf die Strassen Quitos. Ich gehe zu dem Schild mit Parada und warte auf einen der Hundert blauen Busse,die bis auf den letzten Platz gefuellt sind. Ich kann mich daran nicht gewoehnen. Ich dachte immer, dass die Busse in Indien sauvoll seien, aber die Ecuadorianischen machen denen schon ziemlich Konkurrenz. Nach einer anstrengend, stehenden, endlosen Fahrt komme ich also im Mariscal an. Ich steige aus, laufe bis zu unserer "Schule", wobei mich die Ecuadorianer anstarren oder pfeifen. Ziemlich unangenehm, dieses Gefuehl, so als waere man irgendwie ein neues Spielzeug oder so.

Dann beginnt der Unterricht, ein nie endendes Kapitel. Man schaut auf die Uhr, hoert wieder zu, schaut wieder auf die Uhr und wundert sich, dass er drei Minuten vergangen sind, seit man das letzte Mal auf die Uhr geschaut hat. Aber so ist das nunmal..

Gestern waren wir im Centro Historico - dem historischen Center in Quito. Ziemlich beeindruckend, wir haben uns den Plaza de la Independencia, die Iglesia de Compañia, die Catedral auf dem Plaza Grande, das Museo de la Ciudad und die antike Calle Ronda angeguckt. Vor allem die Iglesia de Compañia war schockierend, weil drinnen alles aus Gold war. Ein ziemlich komischer Anblick um ehrlich zu sein, denn waehrend es auf der einen Seite wunderschoen ist, ist es andererseits auch abschreckend, weil man sich fragt, warum die Ecuadorianer das Gold nicht anders verwendet haben. Seltsam ist es, vor allem wenn man wieder raus auf die Strasse geht und der erste Mensch der einem begegnet ein 6-jaehriger Junge ist, der deine Schuhe putzen will oder ein 4-jaehriges Maedchen, das dir Kaugummi verkaufen will. Die Bilder praegen sich ein wie nichts. Ueberraschend ist uebrigens, dass es hier nur supersuesse Kinder gibt. Und damit meine ich OHNE AUSNAHME. Im Gegensatz zu deutschen Moppelchen, sind die hier einfach viel zu niedlich. Man moechte sie alle einsammeln, in den Koffer packen, mit nach Hause nehmen und in die Glasvitrine stellen, so niedlich sind sie.

In der Calle Ronda war ich schon am Samstag mit meiner Familie und da war es viel spannender. Abends ist da mehr los und in jedem Hauseingang verkaufen sie Canelazo, eine Art Gluehwein, total lecker. Als wir dort waren habe ich das erste Mal Empanada de Viento gegessen, das sind im Grunde Teigtaschen mit Zucker und Kaese. Es gibt sie auch mit Huehnchen, Fleisch und Gemuese. Die schmecken supergut.

Heute waren wir beim Salsa. Obwohl ich schon Salsa getanzt hab, hat es mir nicht soviel Spass gemacht, weil ich frueher Rueda de Casino getanzt habe und wir haben hier nur als Paare getanzt, was mir ein bisschen zu langweilig war.

 

Es gibt hier ziemlich viele Dinge, die mich verwundern oder erschrecken. Da ist die Sache mit den Toiletten, vielleicht wisst ihr das noch nicht, aber wenn man hier auf Toilette geht, dann schmeisst man sein Toilettenpapier in einen Eimer neben der Toilette, damit die Klos nicht verstopfen.

Ausserdem krass ist, dass ich manchmal das Gefuehl habe, es gibt in den Strassen mehr Hunde als Menschen. Die streunen hier ueberall rum und einer der Freiwilligen wurde schon gebissen.

Beim Einkaufen sind mir ein paar Jungs aufgefallen, die an der Kasse dein Zeug in Tueten packen, alle Tueten auf einen Wagen schmeissen, den bis zu deinem Auto schieben und dein Auto einraeumen. Nett, oder?

Die Ecuadorianer muessen hier uebrigens oefters mal ihre Taschen und Rucksaecke abgeben, wahrscheinlich damit niemand klaut.

Vor den Supermaerkten und wichtigen Gebaeuden sind hier oftmals bewaffnete Polizisten, ist ehrlich gesagt ein bisschen einschuechternd.

Die Strassen sind hier unglaublich sauber, ich bin echt ueberrascht, vor allem in Vergleich zu Berlin, wo ueberall Kippen, Kaugummis und Glasscherben rumliegen. Vicky meinte, das Abkratzen eines Kaugummis vom Boden wuerde 15 $ kosten, kein Wunder also, dass es hier viele Kampagnen gibt zum Sauberhalten der Strassen und Umwelt.

Ziemlich schoen sind im Uebrigen auch die Mauern, die mich an unsere East Side Gallery in Berlin erinnert, denn alles ist vollbemalt, manchmal mit Quatsch, manchmal mit wirklich schoenen Bildern.

Am Samstag hatten wir eine Ueberschwemmung im Schlafzimmer, scheinbar durch die Toilette erzeugt, aber ich bin nicht sicher.

 

Zum Schluss noch ein paar Worte zu meiner Gastfamilie, denn die verdienen es nochmal extra genannt zu werden. Am Anfang viel es mir ein bisschen schwer, mich zu arrangieren, weil ich mich einfach ein wenig fehl am Platz gefuehlt habe. Inzwischen gucke ich jeden Abend mit meiner Gastmami und Vicky Dr.House. Am Liebsten mag ich bisher die Enkelin Christina. Sie ist 12 Jahre alt, erinnert mich ein wenig an eine aeltere Ausgabe meines Aupairkinds Rocio und ist quirlig wie eh und je. Gaby unsere Haushilfe ist superlieb und erklaert mir immer hundert Sachen in der Kueche, waehrend ich ihren Sohn Estefano durch die Kueche jage. Mit Vicky verstehe ich mich super und kann mich immer mit ihr unterhalten, was mir mit meinem Gastpapa noch etwas schwer faellt. Der taut immer nur auf, wenn wir mit Christina unterwegs sind, aber klar, das ist der Opi-Bonus! :D

Meine Gastmama Maria ist superlieb, nur manchmal ein bisschen genervt, ansonsten laesst sie mir viele Freiheiten, ich darf eigentlich kommen und gehen wann ich moechte, nur moechte sie immer Bescheid wissen, damit sie sich keine Sorgen machen muss. Im Grunde also wie zu Hause :) Allerdings bin ich meistens eh um circa halb Sieben zu Hause und dann gibt es um Sieben "Abendessen", das heisst eine Tasse Schoki, ein Brot y ya esta. Die groesste Mahlzeit ist hier naemlich das Mittagessen, da gibt es dann Suppe, danach Fleisch mit Reis und Gemuese und ein Dessert.

 

Wie ihr seht habe ich schon ziemlich viel zu berichten und das war natuerlich noch laengst nicht alles, aber jetzt ist es fast zehn Uhr und ich sollte langsam ins Bett hopsen. Ich denke viel an zu Hause und an meine Liebsten, vor allem waehrend der langen Busfahrten und abends im Bettchen krieg ich dann doch ein bisschen Heimweh. Aber trotzdem geht es mir hier supergut und ich bin sehr froh, hier zu sein. Denn jeden Tag gibt es was Neues zu sehen!

Ich hoffe, es geht euch allen gut. Meldet euch doch mal, damit ich mehr laechelnde Gesichter im Kopf hab, wenn ich an euch denke :)

Ich vermisse euch sehr und hab euch lieb.

 

Eure Berrin

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Do

19

Aug

2010

Quito und Co.

Jetzt habe ich mal Zeit gefunden, den ersten Eintrag in Ecuador zu machen!

 

Also, es geht mir superbien - supergut! Die Leute hier haben uns total lieb empfangen. Wir mussten zwar ewig an der Schlange am Flughafen anstehen, um durch die Passkontrollen zu  kommen, aber dann ging es mit zwei Bussen direkt zu unserer wunderschoenen Unterkunft in Quito. Das Haus ist rot angestrichen und wirklich schoen. Die Zimmer sind sauber und gemuetlich und von den beiden Terrassen hat man einen traumhaften Blick aufs Citycenter; man sieht die tausend kleinen und wenigen grossen Haeuser und sieht sogar, wie die Flugzeuge so dicht ins Center reinfliegen, dass man meinen moechte, sie krachen in das naechstbeste Haus hinein. Das gleiche Gefuehl hatte ich uebrigens auch, als wir nach 15 Stunden Flug endlich fruehmorgens in Quito ankamen. Seltsam war es auch, dass wir in den Wolken die Gipfel der Berge sehen konnten, ich hab ein paar Fotos gemacht und werde sie sobald wie moeglich hochladen... denn das duerft ihr nicht verpassen! :)

Hier auf dem Seminar ist es auch total cool, wir haben eine sehr entspannte Zeit, alle sind gut drauf und die anderen Freiwilligen sind supernett. Wir lernen hier Dinge, die wir in Ecuador machen koennen und Dinge, die wir besser sein lassen und natuerlich Tipps und Tricks, die wir hier gebrauchen koennen, ausserdem definieren wir Freiwilligenarbeit, beschaeftigen uns mit den Projekten usw. Macht alles ziemlich viel Spass, aber wegen dem Jetlag oder auch wegen den anstrengenden Tagen ich weiss es nicht genau, sind wir meistens um 8 Uhr abends schon ziemlich fertig.

Das Essen hier schmeckt eigentlich supergut, taeglich zweimal Reis und oftmals Zwischenmahlzeiten mit Bananen. :)

Was kann ich noch sagen? Ich war schon in dem Einkaufszentrum, eigentlich mehr oder weniger das Einzige, was ich wirklich gesehen hab hier. Die haben hier alles, was es bei uns auch gibt in dem Einkaufszentrum, es ist total modern und kommt einem komisch vor, wenn man vor dem EInkaufzentrum zwischen den Strassen die Indios sieht, die auf der Strasse wohnen...

Morgen komme ich dann in meine Gastfamilie und darauf freue ich mich total und bin auch sehr gespannt.

Ich weiss inzwischen auch, dass ich mit einer anderen Freiwilligen im Projekt arbeite,die schon seit 6 Monaten da ist. Sie kommt auch aus Deutschland, aber ich denke ich werde versuchen gleich immer auf Spanisch mit ihr zu reden, dann lerne ich das ja auch schneller!

Uebrigens habe ich jetzt auch ein Handy mit ecuadorianischer Nummer, also wenn ihr die haben wollt koennt ihr mir ja schreiben, dann gebe ich sie euch. Allerdings ist das natuerlich auch ein wenig teuer..

Ich denke das war es soweit erstmal. Ich denke an euch und vermisse euch. Schreibt mir, damit ich weiss, wie es euch geht.

 

Ganz viel Liebe von eurer

Berrin

 

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Mo

09

Aug

2010

No hay que llorar, que la vida es un carnaval..

Noch sieben Tage.

Abschied nehmen.

In Gedanken nehme ich gerade schon von allen und allem, was mir

am Herzen liegt, Abschied, weil ich weiß, dass ich das, sofern ich es

im letzten Moment mache, nicht angemessen und ausreichend tun werde.

Dieses Abschiednehmen passiert im Stillen, beim Beobachten.

Ich sage mir dann einfach, dass das Schöne an dem Satz "Auf Wiedersehen",

das "wieder sehen" ist. Sehr optimistisch gestimmt also.

Und doch fällt es mir schwer Worte zu finden, denn zwischen dem Anfang

meiner Gedanken und dem Ende - nichts, nur Leere und auch Anfang und Ende

kommen mir seltsam vor, unwirklich.

Etwas begreifen und doch gar nichts.

Weg und doch noch da, da und doch schon weg, weit weg.

Ich fange an zu denken, glaube ich, ohne Inhalt, oder vielleicht doch, aber wenn

ich vor mich hinstarre und mich verabschiede, stelle ich fest, dass ich gar nicht

weiß, was ich denn gedacht habe oder ich habe es wohl auf der Stelle vergessen.

 

Trotzdem gibt es da noch diese Glücksmomente. Und zwar zwei vollkommen

unterschiedliche Arten von Glück. Einmal über das Noch-zusammen-sein und

das Genießen der übrigen Zeit mit Freunde und Familie; und dann über das

Sich-freuen auf das Unbekannte, auf das was kommt und einfach ALLES.

Jedenfalls nutze ich die letzten Tage nochmal, um mit den Menschen Zeit zu

verbringen, die mir am Herzen liegen und die ich vermissen werde.

 

Ein völliges Gefühlswirrwarr, Tohuwabohu, Chaos, alles durcheinander hier.

Glücklich sein und doch traurig sein, traurig werden und doch totales Glück verspüren.

Und sowieso sind die ganzen restlichen Tage ein einziges Warten darauf, dass es

endlich losgeht und ich mit dem Gefühlsquatsch aufhören kann, weil allmählich

mag ich weder melancholisch, noch ungeduldig oder organisiert sein, ich möchte

einfach beginnen. Einfach hochfahren, neustarten, reloaden, updaten und abheben.

Und natürlich weiß ich, dass ich meine Liebsten ein Jahr nicht sehen werde,

aber ich bin genauso sicher, dass sie mich in meiner Abwesenheit nicht vergessen

werden. Und dafür liebe ich sie.

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Mi

28

Jul

2010

Adivina adivinanza..

Lost at the frontier between dream and reality..

 

Zurück vom Seminar bleibt mir eigentlich nur zu sagen, wie wunderschön es ist,

mal nicht ans Abschiednehmen zu denken, sondern mal an das, was vor mir liegt,

auch wenn das jetzt, da ich wieder zu Hause sitze, ein abruptes Ende hat und ich

wieder vor der Unwirklichkeit meines Weggehens stehe.

 

Zusammen mit etwa 45 anderen Teilnehmern, von denen 14 andere noch im 

weltwärts-geförderten Programm sind, haben wir die 7 Tage mehr oder weniger

gut überstanden, soll heißen mit eher weniger Schlaf.

Alles in allem war es ein tolles Seminar, an dem ich wirklich nicht rumnörgeln kann.

Die Grundstimmung war entspannt bis heiter, alle haben sich gut verstanden, die

einen oder anderen sogar mehr als gut...

Als ich am Donnerstag mit den anderen Weltwärtslern ankam war ich wenig optimistisch,

dass es mir Spaß machen würde, vor allem, weil meine eigene Verfassung immer

noch eher einem emotionalem Tief entsprach. Aber der Einstieg in den ICJA-Trupp,

der schon seit 3 Tagen die Vorherrschaft führte, war leichter und lustiger als gedacht.

Die Sternchengruppe nahm Esther und mich mit großem Hallo auf und ich fühlte mich

gleich ein wenig zu Hause.

 

Meine Teamer Paul und Anika waren nicht nur superlieb, sondern auch total locker drauf, sodass die Stimmung in der Sternchengruppe immer ziemlich fröhlich-ansteckend war.

Ein paar Leute waren sogar von meinem letzten Info-VOS da, zb. Jörn, Jannis, HC, Finn, Richard, Esther und die Teamerin Nicole. Das hebte meine Stimmung um ein Weiteres, denn das Info-VOS im Februar war wirklich unglaublich lustig und hat damals meine Vorfreude auf das Auslandsjahr gesteigert und mir gezeigt, dass meine Entscheidung dazu richtig war.

Auch die anderen Teamer - Maayen, Felix, Kohle, Julian und Anna - waren total offen und haben alle Fragen geduldig beantwortet. Die "Energizer" morgens waren (fast immer) erfolgreich und haben Spaß gemacht. Die Einheiten waren hauptsächlich interessant und haben zum Nachdenken angeregt, manche Diskussionen waren sogar besonders hitzig

(vor allem die Rassismus-Einheit - auweia! Merke : Rassismus ist oftmals Diskriminierung, Diskriminierung aber nicht gleich Rassismus!! Na gut, wie man das eben definiert, aber es ging ja besonders darum, uns für Rassismus zu sensibilisieren. Trotzdem bin ich immer noch unschlüssig, ob das eine gute Methode war, uns das Thema näherzubringen...), einige Einheiten waren auch eher langatmig, aber die meisten waren im Kern sehr lehrreich. Vor allem die Gender-Einheit fand ich interessant, da sie gezeigt hat, wie unterschiedlich Frauen und Männer doch über die Eigenschaften ihres und des anderen Geschlechts dachten. Die einzelnen Ideen der Teamer, zum Beispiel zu dem Identitätsband oder dem Lieblingsessen, sowie die "weltweit verlieben"-Einheit waren total niedlich und kreativ und auch die Tüte mit dem Spielzeug fürs Gastland war ein schönes Souvenir für zu Hause (oder eigentlich eher für die neue Heimat).

 

Sogar der Ausflug nach Berlin hat mir mal eine andere Seite meiner Heimat gezeigt. Mit viel Krawall ging es mit dem Bus ins Zentrum -der Busfahrer war wahrscheinlich wenig begeistert von den 50 gröhlenden Jugendlichen- und dort dann im Gropius-Bau in die "Topografie des Terrors"-Ausstellung, die den ganz alltäglichen Terror des Nationalsozialismus beleuchtete und zwar nicht nur von der deutschen, sondern auch von der jüdischen, polnischen, tschecho-slovakischen, italienschen, spanischen, französischen, ect. Seite. Insgesamt ist das Thema Nationalsozialismus ziemlich ausgelutscht, aber im Endeffekt ist es gerade für die nächsten Generationen wichtig, nicht aufzuhören darüber zu reden und so weiter, jedenfalls ist das mein Standpunkt. Natürlich bin ich auch eher mit einer genervten Miene in die Ausstellung gegangen, aber danach war ich mal wieder total nachdenklich und bedrückt.

 

Am Dienstag haben wir dann abends noch eine kleine "Traumreise" gestartet, zu derem Ende wir uns selbst einen Brief schreiben sollten, den ICJA uns dann in sechs Monaten zuschickt. Zuerst hatte ich überhaupt keine Ahnung, was ich schreiben sollte, vor allem nicht mir selbst. Im Endeffekt habe ich mir nochmal meine jetzigen Gedanken von der Seele geschrieben und Befürchtungen und Wünsche aufgelistet. Ich bin gespannt, was ich nach den sechs Monaten zu meinem Gekritzel sage..

 

Am letzten Abend haben wir dann noch unsere kleine, interne "Carzy Hair"-Party geschmissen - die Krönung der Woche - und alle ausgelassen zu den Sommerhits des Jahres getanzt. Ein bisschen traurig wurde ich dabei natürlich auch wieder, denn der nächste Abschied war gekommen, auch wenn es "nur" der Abschied der neugewonnenen Freunde war. Dennoch sind sie einem in der Woche schon ziemlich ans Herz gewachsen und dementsprechend ist es schon sehr schade, dass wir uns alle in verschiedene Richtungen verstreuen.

Den Titel hat die Party übrigens wegen ihrem Thema erhalten, denn alle mussten sich mit einer verückten Frisur auf der Party präsentieren. Einige sind dabei total aufgegangen und kreativ geworden (Crazy-Hair-Gewinnerin war Lea mit einer Art Steckdosen-Albert-Einstein-Frisur) und insgesamt war der Abend ein gelungener Abschluss (mal abgesehen von dem kleinen Auftritt der Polizei).

 

Mittwoch war dann morgens nochmal Klupgrubbe und die Sternchen trafen sich zur Auswertung. Am Schönsten an der finalen Einheit war das Spiel, bei dem jeweils einer der Gruppe sagt, wo er jetzt gerne wäre, dann die Augen schließt und alle anderen Gruppenmitglieder machen Geräusche, wie sie glauben, dass sich der Ort anhört. Ein letztes MA-AAHHHH-ZUNGA und dann wurden wir zum Mittagessen und zum Gehen entlassen.

 

Jetzt sitze ich hier zu Hause und sehe mir noch einmal meine Geschenke von meiner Geburtstagsfeier an, bei der ich ein absolutes emotionales K.O. erlebte. Ich hätte zwar vorher nicht gedacht, dass es mir so schwer fallen würde, aber irgendwie war es schon ein bisschen überwältigend, wenn 50 Leute den Countdown runterzählen, mit Wunderkerzen "Happy Birthday" singen und dich alle gleichzeitig umarmen wollen. Da dürfen auch mal ein paar Tränchen fließen, meinetwegen auch ein ganzer Ozean. Nebenbei höre ich gerade die Seminar-CD, ein Song-Mix der Lieblingslieder aller Teilnehmer und Teamer. Eine wundervolle Idee übrigens. Ebenso wundervoll die Idee des "Secret Friends" : Mein secret Friend Simon hat mir zum Schluss eine CD mit Kinderliedern geschenkt - eine total liebe und aufmerksame Geste, von der ich zu Hause auch nochmal beim Hören total begeistert war.

 

Ein bisschen fühl ich mich noch hin- und hergerissen zwischen Abschiedstrauer und vorsichtiger Vorfreude. Höchstwahrscheinlich wird es mir auch noch die nächsten drei Wochen so gehen, aber immerhin begreife ich es vielleicht langsam, was es bedeutet wegzugehen. Der Zeiger schwingt von Extrema zu Extrema, aber das war schließlich bei mir schon immer so : Himmelhochjauchzend, Zutodebetrübt.

 

Zum Schluss noch mein kleines Lieblingsrätsel (auf Spanisch) :

 

Adivina adivinanza

No es de plata

Plata no es

Quien que no sabe

un tonto es.

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Fr

16

Jul

2010

Un mes.

Auf abifahrt in Kroatien - La pequeñita palma y yo
Auf abifahrt in Kroatien - La pequeñita palma y yo

Noch ein Monat und ich fühle mich, als ob ich schwebe.

 

Ein bisschen unrealistisch kommt es mir vor, so als ob es noch nicht greifbar wäre. Irgendwie denke ich immer noch, dass ich unendlich viel Zeit habe, dabei sind es jetzt wirklich nur noch ein paar wenige Wochen.

Eigentlich bin ich der festen Überzeugung, dass ich sowieso erst begreife, dass ich weg bin, wenn ich wirklich weg bin. Jedes Mal, wenn ich anfange, zu denken, dass ich bald weg bin, höre ich sofort wieder auf, darüber nach zu denken. Aufschiebung.

Nicht, dass ich nicht mehr wollen würde, ich will es unbedingt, aber gerade der Sommer in Berlin ist immer wunderbar und da hat man eben das Gefühl, dass man nirgendwohin gehen muss. Einfach die Zeit genießen.

 

Also schwebe ich.

 

Ich bin sozusagen in der "Übergangsphase", in der Phase zwischen Abitur-Abiball-Abifahrt und meinem Auslandsjahr. Zwischen Ende und Anfang. Zwischen Schulzeit und After-Schulzeit. Es ist einfach schwer, sich vorzustellen, dass man bald selbstständig durch die Gegend gurkt, Entscheidungen trifft, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere in einem anderen Land und auf einer anderen Sprache, wenn man gleichzeitig hier oder auf Abifahrt noch mit den vielen vertrauten Gesichtern rumschlawenzelt und einfach nie allein sein muss oder möchte. Selbstständigkeit? Freiheit!

 

Schweben.

 

So richtig schweben ist es ja dann doch nicht. Die letzten Wochen sind geprägt von vielen Dingen auf der To-Do-List : Visum beantragen, Impfungen, Vorbereitungsseminar, Gastgeschenke finden und auch alles einkaufen, was man sonst noch so im fremden Land benötigen könnte. Achja und dann muss man sich ja auch um die Bezahlungsmöglichkeiten im Ausland kümmern und Versicherungskram und so weiter und so ewig fort. Allerdings lohnt sich der Stress oder jedenfalls bin ich davon überzeugt.

 

Weiterschweben.

 

Jetzt geht es dann langsam sogar ans Abschied nehmen. Nächste Woche fange ich an, habe ich mir vorgenommen. Ich fange an bei meinen Babysitterkids und den Eltern. Traurig. Immer wieder sage ich mir, dass es schließlich "nur" ein Jahr ist. Immer wieder weiß ich, dass ein Jahr ganz schön lang sein kann. Und vor allem passiert so viel in einem Jahr! Allein mein letztes Jahr! War es nicht stressig, spannend, unschlüssig, erlebnisreich, zauberhaft? Und das muss doch einfach bedeuten, dass das nächste Jahr einfach doppelt so emotional wird! Natürlich bin ich jetzt noch viel mehr damit beschäftigt an die vergangene Schulzeit zu denken, an die Menschen mit denen man so viele Jahre verbracht hat und so viele Dinge erlebt hat, an all die Momente, die einzigartig sind. Und ich frage mich, wie sehr sich die Wege trennen, wie sehr wir uns alle auf der ganzen Welt verstreuen..

Und doch..

 

Losfliegen.

 

Das Schweben geht dann vorüber, wenn ich losfliege. Wenn ich in der Maschine sitze und merke, dass es losgeht. Vielleicht sogar ein bisschen früher, wenn ich am Schalter stehe und meinen Eltern, meiner Schwester und meinen Freunden winke und das Gefühl habe, den ersten Schritt in ein ganz besonderes Jahr zu machen. Vielleicht begreife ich es ja dann und sobald ich es begriffen habe, kann ich euch sagen, ob es sich gut oder schlecht anfühlt.

 

Sitting. Waiting. Wishing.

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