Junglefever.

Schreibblatt. Das "Peace" ist von mir =)
Schreibblatt. Das "Peace" ist von mir =)

My heart is beating like a jungledrum

Rakatungkatungrakatukatungtung

My heart is beating like a jungledrum

Rakatungkatungrakatukatungtung

My heart is beating like a jungledrum

 

emiliana torrini - jungledrum

 

Nachdem ich letzten Mittwoch mit meinen Kids Ostern gefeiert habe

(soo suess! Ich hab sie alle als Osterhaesschen geschminkt, dann

haben wir ein bisschen Hasen gespielt, Eier bemalt und schliesslich

durften sie Osterschoki suchen.. es war so schoen!), sind wir zu 6. ueber

Nacht nach Cuyabeno gefahren. Cuyabeno liegt im Regenwald und ich

war superaufgeregt - mein erstes Mal im Regenwald!

 

Morgens kamen wir ein bisschen erschoepft an - diese Nachtfahrten machen

einen fertig - und haben dann erstmal etwa eine Stunde drauf gewartet, dass wir

abgeholt wurden... Mit dem Kanu sind wir dann ueber den Cuyabeno River gefahren

und haben erstmals ein bisschen Regenwald-Atmosphaere aufgeschnappt.

Das war superkrass. So viel gruen, so viel Natur, dass es einen erschlaegt und

man sich ploetzlich einfach extrem verbunden mit der Natur fuehlt. Da hat Mama

Erde einen guten Job geleistet!

Unsere Lodge, also unsere Unterkunft, war dann total abgegrenzt von jeglicher

Zivilisation hatte ich das Gefuehl; Handynetz Fehlanzeige.

Es gab kleine Bungalows aus Holz und viele riesige Baeume und wie fast immer

Haengematten. Es war eine wirklich schoene Unterkunft, muss ich zugeben, mehr

als ich erwartet hatte. Was auch unerwartet war, war unser kleines, krabbeliges Haustier :

An der Wand unseres Bungalows klebte erstmal eine Vogelspinne. Netter Gast.

"Aber die tut nichts", sagte unser Guide. Hundebesitzer sagen das ueber ihre Hunde

auch immer. Aber nun gut, wir spannten unsere Mosquitonetze und hofften einfach,

dass die Spinne zu freundlich war, als dass sie sich nachts neben uns legen wuerde.

 

Nach eine kurzen Verschnaufpause sind wir dann auch schon losgewandert. Unser

erster Guide hiess Hugo (sehr untypischer Eckiname) und fuehrte uns ueber einen

Holzsteg mitten in den Jungle. Es ging hoch und runter und es war unglaublich heiss -

kurz gesagt : Diese Wanderung war superanstrengend (sollte aber nicht die Letzte sein).

Hugo wusste einfach alles. Oder jedenfalls hatte ich das Gefuehl es sei so. Ueber ungefaehr JEDEN Baum, JEDE Spinne und JEDEN Vogel, die wir sahen, konnte er neben

den Geraeuschen und Besonderheiten einfach noch hundert andere Dinge erzaehlen.

Beeindruckend und ein wenig beaengstigend. Ebenso war der Jungle an sich. Alles

feucht, krabbelig und GROSS; unglaublich gross. Ich war begeistert und fuehlte mich

ein bisschen wie Alice in Wunderland, wenn sie ihren Schrumpf-Trunk getrunken hatte.

Und mal im Ernst : Ich bin ja so schon klein, aber dort...!

 

Als wir zurueckkamen, haben wir als erstes festgestellt, dass einer meiner Freiwilligenfreunde mit seiner Familie ebenfalls in unserer Lodge war. Ich sag es ja immer wieder : Egal, wo man in Ecuador hingeht, irgendwen trifft man immer und wenn es nur eine Gruppe Deutscher ist. Oder vielleicht gerade das.

Nach dem Mittagessen hatten wir Siesta-Pause. Das war aeusserst hilfreich, sonst haetten wir naemlich die Nachtwanderung nicht geschafft. Um kurz vor Abenddaemmerung ging es dann wieder gemeinsam mit Gummistiefeln und Taschenlampen ausgeruestet auf Entdeckungstour und ich muss echt zugeben, dass ich mich bei dieser Wanderung ein bisschen ueberwinden musste, so nachts im Jungle ist schon noch mal eine ganz andere Sache, das soll gut ueberlegt sein. Im Grunde haben wir auch irgendwann kaum was gesehen, sind ueber saemtliche Wurzeln gestolpert und auf dem feuchten Boden ausgerutscht, aber es war GRANDIOS. Am meisten beeindruckt haben mich, mal von den unzaehligen Spinnen, die natuerlich teilweise auch giftig waren, die Zitronen-Ameisen, die wir vom Baum weggegessen haben (und sie haben wirklich nach Zitrone geschmeckt, kein Scherz!), das Blatt, auf dem man Nachrichten schreiben konnte, die mehr als 3 Monate ueberdauern (siehe Bild oben) und vor allem die Baeume, die von ihren eigenen Aesten erwuergt wurden (superscary! Die Aeste haengen bis runter zum Boden und von dort schlaengeln sie sich dann wie Schlangen um den Stamm herum, um ihn zu erwuergen...).

Als wir nach einer Ewigkeit endlich wieder aus der umhuellenden Dunkelheit herauskamen, reichte ein Blick in den UNFASSBAREN Sternenhimmel, um wieder die Sprache zu verlieren. Ich weiss nicht mehr, was ich gedacht habe, aber ich glaube ich habe ewig hochgeschaut. So etwas habe ich noch NIE gesehen und nicht nur, weil ich in der Stadt wohne, sondern einfach, weil es nirgendwo einen vergleichbaren Himmel gab.

 

Am zweiten Tag sind wir dann mit Guide Nummer Zwei (hab seinen Namen vergessen, aber er hat eh nicht viel gesprochen, sehr schweigsamer Kumpane) zum Piranha-Fischen gegangen. Auf dem Weg haben wir Papageien, Affen und eine Menge anderer Voegel gesehen, ziemlich cool, vor allem die Affen. Doch leider waren wir nicht besonders erfolgreich beim Fischen, sodass wir mit leeren Haenden, aber umso mehr Ehrgeiz zum Mittagessen zurueckkehrten, wo wir ein paar Amerikaner mit aehnlichem Ehrgeiz kennen lernten, sodass die sich unserer Gruppe anschlossen. Zusammen gingen wir ein zweites Mal fischen und immerhin SAHEN wir diesmal schon Piranhas, gefangen haben wir jedoch wieder keinen. Es sollte jedoch nicht unser letztes Mal sein. Abends hingen wir dann noch bis spaet in die Nacht mit den Amis ab und erzaehlten viele Geschichten, einige sehr spannend, andere noch unfassbarer.

 

Am dritten Tag waren wir alle ziemlich aufgeregt. Es sollte zuerst mit dem Kanu zwei Stunden den Fluss entlang bis zu der Grossen Lagune gehen und danach zum Indiodorf. Da es eine Gruppe gab, die diese Tour genau einen Tag vor uns gemacht hatte, waren wir supergespannt, vor allem auf die Delfine und auf die Schlangen (uns fielen fast die Augen aus, vom Auf-den-Baum-starren!).

Die zwei Stunden auf dem Fluss waren cool. Unser dritter Guide Romolo hatte einfach noch viel mehr Ahnung, als alle, die wir davor hatten und erzaehlt uns die coolsten Sachen. Von Papageien, bis Schildkroeten und Affen gab es unglaublich viel zu sehen und zu hoeren und ehrlich gesagt haette ich ewig so weiterfahren koennen...

In der Lagune gingen wir dann schwimmen, das war auch in bisschen gruselig, man weiss schliesslich nie, was so in deiner Reichweite umherschwimmt... Es war unglaublich wie doll alles ueberschwemmt war, die Baeume sahen auf einmal so klein aus, die Voegel kamen einem so nah vor und irgendwie sah es alles sehr unwirklich aus. Diesmal hatte ich also eher das Gefuehl ploetzlich sehr viel groesser zu sein.. verkehrte Welt.

Leider haben wir KEINE Delfine gesehen, wir waren alle sehr enttaeuscht, scheinbar waren sie schon weitergezogen.

Nach einer Mittagspause mit Thunfischsalat ging es dann zu dem Indiodorf. Ich war ehrlich gesagt eher negativ ueberrascht, als ich mich mit den Kindern dort unterhalten habe. Anscheinend kamen jeden Tag andere Touris zu ihnen. Natuerlich, dass ist ihr Weg zu Geld zu kommen, allerdings fuehlte ich mich teilweise sehr unwohl, Fotos zu machen, von dem Ort, wo sie lebten. Wer will schon eine Bande Paparazzis in seinem Wohnzimmer stehen haben?? Andererseits war es suuuperinteressant : Die Huetten, die Einfachheit, der Hausaffe "Nacho", die Kinder, die in ihrer Umgebung einfach so viel Spass hatten, der kleine Junge, der mit einer Schildkroete umherrannte, die vielen Papaya- und Bananenbaeume im Garten, die Kakaobohnen und die Yuca-Planzen. Aus den Yuca-Wurzeln (sieht ein bisschen aus wie Ingwer, nur sehr viel groesser) haben wir dann so eine Art Pizzaboden gemacht, der unglaublich trocken war und einfach aus nichts anderem als aus dieser geraspelten und ausgewrungenen Wurzel bestand. Wir haben ihn mit Banane gegessen. Unser Guide hat uns Kakaobohnen geroestet, die einmalig waren. So rein, pur, lecker, ein bisschen bitter, Geschmackserlebnis hoch zehn. Nebenbei habe ich von dem Familienopa die Zahlen von 1 bis 10 auf ihrer indigenen Sprache gelernt (Pacua heisst die und es klang unaussprechbar, mein Blatt Papier sieht aus wie Kauderwelsch).

Die Kinder standen daneben und haben mit selbstgemachten Ketten und Armbaendern aus Muscheln, Tierzaehnen und Steinen gespielt. Der Affe huepfte hin und her und sprang von einer zur naechsten Person. Lustige Tiere.

Schliesslich fuhren wir mit dem Kanu zurueck zur Lodge. Diesmal war es absolut dunkel und wir mussten den Weg mit der Taschenlampe leuchten. Ich hab trotzdem keine Ahnung, wie wir es eigentlich zurueck geschafft haben. Aber hey, die machen das schliesslich fast jeden Tag, irgendwann wird man fast jeden Baum und jede Liane kennen (und ein paar Abkuerzungen ;)). Zwischendurch sahen wir eine Eule und ich hatte manchmal das Gefuehl, dass wir viel laenger brauchten, als auf dem Hinweg.

Zurueck in der Lodge gab es Abendessen und wieder sassen wir wieder abends zusammen und lachten und plapperten, als waeren wir nicht muede und erschoepft von der Tour. Unser Guide Romolo setzte sich auch irgendwann zu uns und zeigte uns eine Menge wahnsinnstoller Fotos. Besonders die Fotos von der Schlange, die irgendetwas riesiges im Bauch hatte, waren krass. Ploetzlich hatte ich das Gefuehl, ich muesste doch nicht soo unbedingt eine in echt sehen...

 

Tag Vier hatte es dann noch einmal richtig in sich. Um fuenf Uhr frueh machten wir uns zum dritten Mal auf Piranha-Fang, allerdings wieder erfolglos. Nach dem Fruehstueck ging es in Gummistiefeln auf Schlammtour. Das Wasser war ueber Nacht gesunken und so huepften und kaempften wir uns durch Pflanzen, Wasser und Schlamm. Es war superlustig und machte sehr viel Spass. Nur das Einsinken bis ueber die Knie machte mir ein bisschen Angst. Die Maenner kletterten einen umgefallenen Stamm hinauf und hangelten sich die Liane runter und wir rieben uns mit Ameisen ein (angeblich brachte das Glueck beim Angeln...). Noch einmal sahen wir eine unzaehlige Menge an interessanter Tiere (vor allem Ameisen : Conga-Ameisen, die Fieber und Schmerzen verursachte, Soldaten-Ameisen mit kleinen Hoernern, die sich in deinen Finger bohren konnten und Feuerameisen). Ich muss zugeben, der Urwald hat es mir ganz schoen angetan. Unglaublich, was ich 8 Monate lang verpasst hab! Mit quietschenden Stiefeln und von oben bis unten mit Schlamm eingesaut gingen wir zurueck zur Lodge und fuhren erstmal den Fluss hinauf, um in dann mit Schwimmwesten herunterzuschwimmen. Das war saulustig!

Nach dem Mittagessen versuchten wir dann NOCHMAL unser Anglerglueck. Der Jungle meinte es diesmal gut mit uns, nicht nur hatten wir unglaublicherweise das Glueck, eine Anaconda auf einem Baum zu beobachten (ich haette die ja niemals gesehen! Romolo ging ungefaehr bis auf einen halben Meter Abstand und fotografierte sie... unfassbar der Typ!), sondern diesmal befanden wir uns auch DEM Piranhafleck. Ich fing zwar keinen, allerdings 4 andere aus unserer Gruppe. Und die Fiecher waren interessant! Und sahen so fischig aus, eigentlich gar nicht so gefaehrlich..

Zurueck in der Lodge packten wir und assen noch ein letztes Mal zu Abendbrot, verabschiedeten uns von der Crew und von unseren Mateys und dann fuhr uns Romolo zurueck zur Bruecke, wo der Bus war. Auf dem Weg dahin hatten wir dann noch das Glueck das Auge eines kleinen Krokodils zu sehen.

Schliesslich nahmen wir den Bus zurueck, wurden einmal mitten in der Nacht kontrolliert und kamen morgens in Quito an. Wie sollte es anders sein, regnete es.

 

Der Urwald ruft. Ich hoer ihn immer noch.

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Kommentare: 1
  • #1

    Masticating Juicer (Sonntag, 05 Mai 2013 07:09)

    This informative article was exactly what I had been trying to find!

Uhrzeit in Quito, Ecuador

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