Oh,wie schoen ist Karneval.

Schaumparty im Kindergarten
Schaumparty im Kindergarten

¡Que viva el Carnaval!, hiess es wie zu erwarten war, in den letzten Tagen. Das Karnevalsfieber war ausgebrochen und machte ganz Ecuador unsicher. Und die Reisestrecken anstrengender.

 

Das fing schon am Freitag bei mir auf Arbeit an : Schaumparty im Kindergarten. Ausgeruestet mit etwa 30 Schaumspruehdosen machten wir auf dem Spielplatz mit den Kindern eine riesige Schaumparty. Das Zeug ist weiss, gelb, rosa oder blau, riecht nach Kaugummi oder Bodylotion und verschwindet innerhalb von 3 Minuten, allerdings haftet es unsichtbar an Haaren, Haut und Kleudung. Es hat superviel Spass gemacht, die Kinder waren groesstenteils verkleidet oder trugen selbstgebastelte Masken (Konstantin und ich haben uns auch welche gemacht) und freuten sich riesig ueber den Schaum und den Krawall. Eigentlich ist es ja in Quito Brauch mit Wasser zu spritzen, allerdings waere das im Kindergarten mit den Kindern keine gute Idee gewesen, weil ist die Kleidung erstmal nass, sind die Kinder auch ganz schnell krank. So fing die Wasserschlacht erst an, als die Kinder schliefen. Nach Arbeitsschluss war ich demnach meganass und vollgeschaeumt, aber supergluecklich. Ich fand es einfach SO WITZIG! Fuer die naechsten Tage habe ich dann Schaum, Konfetti, Glitzer, meine Maske und alete und neue Klamotten eingepackt und bin am Freitag frueh ins Bett gegangen.

 

 Am Samstag verliess ich dann um 6.30 Uhr das Haus, war endlich um 8.30 Uhr am Busbahnhof Quitumbe im Sueden. Dort war die Hoelle ausgebrochen : Hundertausende von Menschen draengelten, schrien und warteten. Mein erster Gedanke : Ach du Kacke, ich komme auf keinen Fall nach Ambato! Ich stellte mich also etwas hoffnungslos und genervt an eine der fuenf Schlangen der fuenf Ambatoschalter an und wartete. Und wartete. Das Lustige ist eigentlich, dass an normalen Tagen (also keine Fiestas), alle Schalter nach Ambato leer sind und sich alle darum draengeln, dass du zu ihnen kommst. Diesmal war es eher so, dass sie dich am liebsten losgeworden waeren. Und zwischendurch hiess es "erstmal keine Tickets mehr" oder "es gibt gar keine Busse momentan" und so weiter. Da stand ich also als Dritte am Schalter. Ecuador kann einen fertig machen. Um 10 Uhr sass ich dann doch im Bus und war schonmal relativ fertig vom ganzen Morgenstress. Und hungrig. Ich schlief ein und wachte erst auf, als wir im Stau standen. Ohje. Die Fahrt, die eigentlich 2,5 Stunden dauern sollte, hat diesmal unglaubliche 4 Stunden gedauert (nicht mitgerechnet, dass ich 2 Stunden von zu Hause zum Bahnhof brauchte). Scheinbar wollten wirklich ALLE nach Ambato oder Guaranda oder Riobamba. Um 14 Uhr tanzte ich dann bei Ciko an und musste erstmal essen und mich ausruhen. Spaeter gingen wir ins Zentrum, aber da ging noch gar nicht so viel, sodass wir bald zurueckfuhren, kochten, den Paten guckten (3 Stunden lang!) und auf Yannis und Fabian warteten, die wegen der Menge an Reisenden mit einem Sammeltaxi fuer 10 $ nach Ambato fuhren (Bus kostet 2,50$) und erst um kurz vor 12 Uhr nachts ankamen. Dann guckten wir noch einen Film und gingen um 3 Uhr schlafen, wissend, dass wir nicht besonders viel schlafen wuerden.

 

Am Sonntag gings dann fruehs um 8.30 Uhr (was hiess, dass wir um 7 Uhr aufstanden) ins Zentrum fuer die Blumen- und Fruechteparade. Die Parade fing natuerlich statt um 9 Uhr erst um 11 Uhr an, aber es warn Traum! Wunderschoene Wagen verziert mit Blumen und aussehend wie Blumen und Fruechte zogen vorbei, waehrend die Sonne knallte und wir auf der eigens organisierten Tribuene sassen. Auf den Wagen standen die "Reinas de Ambato", die Schoenheitskoeniginnen Ambatos und winkten und warfen Rosen in die Menge und zwischen den Wagen tanzten hunderte von Frauen und Maennern in Blumen- und Bienchenkostuemen vorbei. Zum Schluss folgten Gruppen mit Laenderkarnevalstypischen Kostuemen (Peru, Bolivien, Kolumbien, Chile, Mexiko, Argentinien, Brasilien und natuerlich die einzelnen Provinzen von Ecuador).

Es war superschoen, doch die eigentliche Fiesta feierten wir danach.

Nach der Parade lieferten wir uns naemlich in den Strassen Ambatos eine erbitterte Schaumschlacht. Die Autos wurden angespritzt, es liefen fast nur noch schaumig-weisse Menschen umher und der Kampf legte sich erst ein wenig, als es anfing zu regnen. Dann spielten Yannis, Ciko und Moritz Carwash, indem sie das naechstbeste Auto einschaeumten, die Huellen fallen liessen und sich und das Auto ein bisschen sauberputzten. Schliesslich fingen wir zu Ciko und hatten eigentlich noch grosse Plaene fuer den Abend, aber  irgendwie wurde es spaeter und spaeter und als wir die Wohnung verliessen, da fuhren Moritz und ich auch schon zum Busbahnhof, um unsere Nachtfahrt nach Guayaquil anzutreten. Wir waren superfertig und kamen ziemlich ko um 5 Uhr in Guayaquil an, von wo es noch mal 4 Stunden weiter nach Puerto Lopez ging, wo bereits Santino und Josi die letzten Tage verbracht hatten. Wir kamen so um 10 Uhr an und suchten erstmal ein Hostel, was sich als schwieriger als gedacht erwies. Mit ziemlich viel Glueck bekamen wir ein Zimmer im gleichen Hostel wie Santino und Josi. Uebrigens auch das billigste (trotz Ferien 10 $ pro Nacht und Kopf, die anderen lagen so bei 15 bis 25 $). Als wir Josi und Santi endlich trafen, entschieden wir, einen Nachmittagstrip nach Montañita zu machen (Josi und ich waren bereits zweimal dort, einmal im November und einmal zu Silvester). Montañita ist nur eine Stunde von Puerto Lopez entfernt, dafuer ist dort aber dreimal soviel los. Puerto Lopez ist auch eher als Hafen und zum Angeln in Nutzung, waehrend sich in Montañita die Surfer (und Touristen) tummeln. In Montañita legten wir uns gleich an den Strand, badeten und trafen erst die Amis und dann Serkan und Linda, mit denen wir dann auch noch einen Cocktail tranken, bevor es nach Hause nach Puerto Lopez ging. Dort entspannten wir noch ein wenig in den Haengematten und gingen frueh schlafen.

 

Am Dienstag machten sich Moritz und ich dann auf zu unserer Tour auf die Isla de Plata. Diese Insel gilt als das "Galapagos fuer Arme", de4nn es gibt dort eine Menge Aussergewoehnliches zu sehen. Wir waeren also supergespannt und wurden mit einem Motorradtaxi zum Strand gefahren, wo bereits der Rest der Gruppe (Haelfte Touris, Haelfte Ecuadorianer) wartete. Mit einem Motorboot fuhren wir dann etwa eine Stunde zu der Insel, die irgendwann ziemlich gruen in Erscheinung trat.

Es war UNGLAUBLICH und SO TOLL.

Erst machten wir eine zweistuendige Wanderung bei knallender Sonne ueber die Insel und sahen dabei die supercoolen Blaufusstoelpel und eine beachtliche Anzahl an Voegeln, ausserdem viele bunte Raupen, Schmetterlinge und einen Salamander.

Von der Sonne geplaettet fluechteten wir dann auf das Boot, wo wir uns erfrischten und etwas assen (alles in der Tour mitinbegriffen). Als wir auf den Rest der Truppe warteten, die eine groessere Tour gemacht hatten, kamen ploetzlich riiiiiesige Schildkroeten an. Sowas tolles habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen! Die waren soo schoen und so elegant und sahen einfach so suess aus, obwohl sie bestimmt halb so gross wie ich waren.

Ich war total geplaettet. Habe tolle Fotos gemacht waehrend wir die Schildis gefuettert haben.

Als der Rest der Gruppe ankam, haben wir uns dann die Schnorchelmasken aufgesetzt und sind ins sauklare Wasser gesprungen. Ich fand, ich hab mich irgendwie bloed dabei angestellt, aber es hat trotzdem Spass gemacht und als ploetzlich die ganzen bunten Fische ankamen, habe ich mich schnell aufs Boot gefluechtet und meine Kamera gezueckt (danke Mami und Papi!!!). Nach einer Stunde sind wir dann zurueck aufs Boot und eine Stunde zurueck nach Puerto Lopez gefahren.

Ich war sehr gluecklich, das war einfach der Hammer!

Um 7 Uhr abends sind wir dann nach einer Polizeikontrolle endlich mit dem Bus zurueck nach Quito gefahren und kamen dort kurz vor 4 Uhr morgens an. Man beachte, dass wir im November 14 Stunden Tagesfahrt gebraucht haben, waehrend es nachts nur 9 Stunden gedauert hat...

 

Zurueck in Quito bin ich noch vollkommen begeistert von dieser Reise! Ich kann einfach nicht glauben, wie wunderschoen es hier ist und freue mich total auf die naechsten Erlebnisse.

Die werde ich euch dann natuerlich so schnell wie moeglich abtippen. Ich hoffe es geht euch allen gut und das der Fruehling langsam kommt.

Ganz viel Amor aus Ecuador,

Eure Berrin  

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