Canoa - ein entspanntes Abenteuer.

Ich glaube, in meinem letzten Bericht habe ich etwas gemeint, wie "ich muss unbedingt wieder zum Strand" oder so.

Jetzt (17.Januar) bin ich gerade wieder aus Canoa zurueck und denke mir so "ach, soo bald muss ich nicht wieder zur Kueste. Ich meine mittags habe ich auch hier in Quito 30 Grad, nur eben kein Meer."

Aber ich hatte irgendwie vergessen, dass mich die Kueste fertig macht. Dass man ewig lange hinfaehrt und noch viel laenger zurueck, dass es fast nie Busse gibt. Naja und dann ist da noch meine geklaute Kamera und meine Sonnenbrille, die baden ging. Aber alles nicht soo schlimm. Kann ja nicht immer heile Welt und Sonnenschein sein.

 

Wir, das heisst Hannan, die fast genauso Panik schiebt, wenn es darum geht, Busse zu bekommen, wie Josi ("Also ich wuerd da schon ne halbe Stunde frueher da sein..") und ich, sind also am Freitagabend ueber Nacht losgefahren, nach Chone, obwohl wir nicht so genau den Plan hatten, wo Chone eigentlich ist, ausser, dass es in der Naehe von der Kueste sein sollte. Egal. Im Bus sass so ein Ecuadorianer neben uns, der Hannan mit seiner Lebensgeschichte vollgequatscht hat (ich hab getan als wuerde ich schlafen oder es tatsaechlich getan). Morgens um halb 6 kamen wir in Chone an und nahmen als naechstes den Bus nach San Vicente. Warum? Weil ich bei Hannans Gespraech mit dem Typen im Halbschlaf mitbekommen hatte, dass wir nach San Vicente muessten und dann dort nochmal umsteigen muessten. "Wie kannst du dir sowas merken?", hat mich Hannan gefragt. Gute Frage. In San Vicente kamen wir dann so um 7 an und wussten erstmal nicht, was wir machen sollten, wo der naechste Bus abfaehrt und wie wir jetzt weiterkommen koennten. Da haben wir mitbekommen, wie so eine kleine Gruppe von Menschen, die auch in unserem anderen Bus mitgefahren sind und auch nach Canoa wollten, so einen Typen ueberredet haben, sie mit seinem Pickup nach Canoa zu fahren. Da haben wir uns einfach dann mit rein geschlichen (nein, natuerlich haben wir gefragt!). Der Pickup sah megaalt aus, mit Kassettenspieler und hat bei jedem kleinen Huegel gefaehrlich geschuckelt. Um 8 waren wir dann jedenfalls an unserem Reiseziel - hurra.

Als naechstes ging es mal wieder auf Hostelsuche. Wir blieben im Hostel Shelmar, wo uns die nette Besitzerin im Satinschlafanzug aufmachte und uns gaehnend zu Zimmer Nr 10 fuehrte. Mit Privatbad 8 Dollar die Nacht. Und kleiner Balkon mit Haengematten daneben...

Nachdem wir uns eingerichtet hatten ging es natuerlich sofoooort an den Strand. Der Strand war soo schoen und weitlaeufig, mit wunderschoenem hellen Sand und vielen Strandmuscheln und kleinen Strandkrebsen. Es war zwar erst Zehn Uhr, aber die Sonne knallte schon ordentlich und wir sprangen sofort in die Wellen und machten kleine Kunststuecke. Das Wasser hatte genau die richtige Temperatur um der brennenden Sonne zu entfluechten und es war so uuuunglaublich schoen und befreiend. Ausserdem war es einfach toll, nur mit Hannan am Strand zu sein, weil wir vollkommen stressfrei da lagen und uns entspannten. Surfen bin ich diesmal auch nicht gewesen, irgendwie trau ich mich das noch nicht. Naechstes Mal nehm ich mir erstmal ein Bodyboard und tu so als ob ich es koennte, bwz uebe dann mal ein wenig ;) Doch die anderen Surfer, die auf den Wellen tanzten, als waere es eine Kleinigkeit, sahen uuunglaublich cool aus. Weniger cool war, dass es irgendwie voller war, als ich gedacht haette. Und das obwohl erstens die Reina de Camino, die staerkste Kuesten-Busgesellschaft, seit dem Busunglueck im Dezember nicht mehr fuhr und zweitens es immer hiess, Canoa sei eine ruhige Zone, wo noch nicht so viele Touristen herumirrten. Denkste. Oder waren das alles Hippies auf der Suche nach dem Glueck am Meer?

Als die Sonne uns zu stark wurde, sind wir zurueck ins Hostel und haben uns mit dem Ventilator aufs Ohr gehauen.

Danach sind wir was essen gegangen : Pizza und Cola. Genau das richtige wenn man im Urlaub ist. Wir mussten sogar nichts bezahlen, denn so ein Typ hat uns das spendiert (jaa jaa, die Eckis), was unser Budget wieder aufheiterte.

Dann sind wir wieder ein paar Stunden zum Strand schwimmen gegangen und kurz vor Sonnenuntergang waren wir duschen und uns umziehen, sodass wir, als wir zurueck zum Strand kamen, gerade noch die rosafarbenen Streifen der Abendsonne mitbekommen haben. Schoen. Dann haben wir uns mit zwei Colas (entgegen meiner vorherigen Vorstellung, ich dachte naemlich wir wuerden uns mit Cocktails hinsetzen, aber naja, nach Alkohol und Party war uns an diesem Wochenende ganz und gar nicht, also eben Cola und Ruhe) an den Strand gesetzt und den ganzen Abend, obwohl in Canoa ziemlich was los war, gequatscht und das Meer beobachtet.

 

Am naechsten Morgen standen wir gemuetlich um 9 Uhr auf und goennten uns ein Fruehstueck Continental, das heisst Ruehrei, Kaffee, Saft, Toasts und Marmelade und gingen danach, ihr erratet es sicher, zum Strand, wo wir noch eine Stunde verbrachten, um uns dann im Hostel nochmal zu duschen und auszuchecken. Weil es dann genau mittags war und Hannan und ich eher vorsichtig mit der ecuadorianischen Sonne umgehen wollten, setzten wir uns noch ins Cafe unseres Hostels und tranken was, wobei wir Marie kennen lernten, die aus Frankreich kam und gerade erst in Ecuador angekommen war, um Urlaub zu machen. Zusammen mit Marie gingen wir dann nochmal zum Strand, lernten ein paar nette Einheimische kennen, vergnuegten uns im Wasser (wobei meine Sonnenbrille von einer Riiiiiesenwelle erfasst wurde) und sassen eine Weile im Sand. Kurz nachdem ich meine Zebraohren-Fotos gemacht hatte, die ich immer mache, egal an welchem Ort ich bin, kamen 4 Typen an uns vorbei und schuetteten uns unglaublich viel Sand entgegen. Wir beschwerten uns empoert und ich wollte sofort nach meiner Kamera schauen, damit nicht noch mehr Sand darankam, allerdings bemerkte ich in dem Moment, dass sie weg war. Ein Typ, der zu den anderen 4 Typen gehoerte, hatte sie mitgenommen. Und dann ging es los. Die Einheimischen, mit denen wir uns angefreundet hatten, trommelten sofort ihre gesamten Cousins zusammen und verteilten Auftraege ("du rufst die Polizei", "du merkst dir das Kennzeichen von dem Auto", "du faehrst denen hinterher" etc.) und kurze Zeit spaeter machten wir uns auf den Weg zur Polizei, leider ohne Ergebnis. Meine Kamera mit der letzten Speicherkarte, das heisst Bilder seit Weihnachten, Silvester, Cikos Geburtstag in Ambato und jetzt die Canoabilder, war weg. Und meine entspannte Laune damit eigentlich auch erstmal. Allerdings hatte dann die gesamte Surfercrew von dem Missgeschick gehoert und versammelte sich um uns rum, sodass der restliche Nachmittag eigentlich noch ziemlich lustig war.

Erst am Abend wurde es wieder kritisch. Hannan und ich hatten so gegen halb 7 unsere Sachen vom Hostel abgeholt und stellten uns an die Bushaltestelle, wobei uns alle Einheimischen etwas anderes ueber die Busse erzaehlten ("der faehrt da ab", "nee dort faehrt der ab", "der bus kommt heute gar nicht mehr", "kommt in 10 min" etc.). Nach einer Ewigkeit fragten wir noch einen Typen, der uns empfahl mit dem Taxi nach San Vicente zu fahren, weil die Tickets nach Quito sicherlich bald weg sein wuerden. Da wir dringend nach Quito mussten, um am naechsten Tag zu arbeiten, nahmen wir also das naechste Taxi. Doch erfolglos, in San Vicente waren die Tickets ausverkauft. Und in Bahia. Und in Chone. Oh-oh. Wir fuhren also wieder zurueck nach Canoa und ueberlegten lange hin und her. Das Ergebnis : Wir blieben noch eine Nacht.

Demnach setzten wir uns den Abend wieder an den Strand und genossen noch einmal, diesmal weniger entspannt, das Meer.

Am naechsten Morgen standen wir in aller Fruehe auf und fuhren mit dem Bus von Canoa nach Pedernales, drei Stunden noerdlicher. Von dort aus nahmen wir um 11.40 h dann den naechsten Bus nach Quito. Zum Glueck dachten meine Leute bei der Arbeit, dass ich noch krank mit Bindehautentzuendung war. Abends um 7 Uhr kamen wir dann nach einer anstrengenden Tagebusfahrt (ich HASSE Tagebusfahrten) in Quito an. Quito begruesste uns mit Regen.

Urlaub aus und vorbei. Strandabendteuer zuende.

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Kommentare: 1
  • #1

    Juicer Review (Donnerstag, 11 April 2013 02:53)

    I shared this upon Twitter! My buddies will definitely enjoy it!

Uhrzeit in Quito, Ecuador

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