Weihnachtsfeierei

Wie versprochen jetzt der zweite Teil des Weihnachtsblogs.

 

Die Woche fing damit an, dass Iris und ihre Familie ein Weihnachtsfest geplant hatten, zu dem etwa 15 Kinder aus dem Kindergarten kommen durften. Ich nahm 3 Kinder von den Kindergaertnerinnen mit, mit denen ich am meisten zu tun hatte und mein Lieblingskind Ariana, die in meiner Gruppe ist. Iris brachte die restlichen 11 Kinder aus ihrer Gruppe mit.

Mit 20 Personen (es waren noch ein paar Erwachsene dabei) fuhren wir in dem Bus Guadalajara bis zu Iris und mir und liessen die Kinder dann erstmal draussen auf der Wiese spielen. Die Freundin von Iris Gastbruder David machte den Kinderanimateur (was ganz gut war, denn erstens waren Iris und ich noch ziemlich k.o. von der Arbeit und den Kindern dort und zweitens mussten wir, das heisst Josue, Iris, David, eine Freundin von David und ich noch das Minitheaterstueck proben, um es den Kindern spaeter vorzuspielen.. Das Maerchen von Goldloeckchen und der Baerenfamilie, falls es jemandem was sagen sollte..) und spielte mit den Kindern ein Spiel, bei dem die Kinder vor dem boesen Wolf wegrennen sollte. Ungluecklicherweise hatten sie eine richtige Wolfsmaske und Ariana, die ja die kleinste in der Runde war, war superaengstlich und krallte sich an mir fest. Im Uebrigen hatte ich zwar die Erlaubnis von der Mutter, Ariana mitzunehmen, aber ich wusste weder, ob sie abgeholt wurde, noch wohin genau ich sie haette bringen koennen! Das machte mir den ganzen Nachmittag Riesensorgen, weil ich ja schlecht ein Kind bei mir lassen konnte. Und ich als Mutter haette mir doch auch irgendwann Sorgen um mein Kind gemacht! Naja, die ecuadorianischen Muetter sehen das irgendwie alles ein wenig anders hab ich das Gefuehl.

Als es zu dunkel zum draussen Spielen wurde, nahmen die 15 Kinder im Wohnzimmer Platz und wir spielten unser Theaterstueck vor. Danach wurde ein wenig gesungen und heisse Schokolade getrunken und dann wurden die Kinder auch schon nach und nach abgeholt. Zu meiner Erleichterung kam auch Arianas Mutter in dem Auto von meiner Kollegin Glenda mit, da fiel mir wirklich ein Stein vom Herzen!

 

Einen Tag spaeter war dann das Kinderweihnachtsfest in unserem Projekt, was ziemlich gross gefeiert wurde. Es wurden die Eltern eingeladen, jede Gruppe fuehrte einen Tanz oder ein Lied vor und auch die Eltern machten kleine Auffuehrungen. Mittagegessen wurde dann in der jeweiligen Aula des Kindes, die knackevoll waren mit allen Eltern und Kindern der Gruppe (die sind ja schon manchmal zu klein allein fuer die Kinder!) und dann kam Papa Noel bzw. unsere Direktorin und verschenkte Puppen und Autos an die Kinder. Und natuerlich eine Menge Suessigkeiten. Als dann die meisten gegangen waren, ging der ecuadorianische Saftwein im Becher herum und Eltern und Tias und wir nahmen  ihn schlueckchenweise zu uns. Danach gingen Iris und ich mit Josi Weihnachtsgeschenke besorgen und einen Kaffee trinken. Und endlich und muede kamen wir zu Hause an.

 

Am Donnerstag war dann normal Arbeit wie immer und erst nach der Arbeit sollte dann die Mitarbeiterweihnachtsfeier statt finden. Wie immer wenn die Ecuadorianer 16 Uhr sagen, fing es erst um 18.30 h an und so langweilten Iris und ich uns ein bisschen, obwohl wir extra erst um kurz vor 5 gekommen waren. Zuerst spielte eine mexikanische Gruppe und dann fuehrten die Tias aus allen Gruppen kleine Theaterstuecke auf. Sogar die Essensfrauen stellten sich auf die Buehne und sangen ein Weihnachtslied. Es gab superleckeres Essen und wir spielten Secret Friend, wobei ich von meinem geheimen Freund ein ecuadorianisches Bild und einen Pullover geschenkt bekam. Von dem Projekt bekamen auch alle etwas geschenkt, Iris und ich Schals, Muetzen und Handschuhe (manch einer mag es nicht glauben, aber die kann man hier auch sehr gut gebrauchen!). Nach der ganzen Zeremonie wurde dann die Musik laut aufgedreht, Bier und Saftwein gemischt (iiieh!) und getanzt, getrunken und gefeiert. Um kurz vor 12 fuhren Iris und ich mit dem Taxi in die WG von Marian, Fabian und Elias, weil die dort ebenfalls eine kleine Party veranstalteten und irgendwann ging es dann nach Hause und schlafen.

 

Am Freitag mussten Iris und ich auch arbeiten, aber weil es Iris letzter Tag war, blieben wir nur bis zum Mittagessen und dann verabschiedete Iris sich von allen, was suuupertraurig war. Die Kinder konnten natuerlich schlecht verstehen, warum ihre geliebte Tia den nun gehen musste und die Tias waren auch alle sehr emotional. Ziemlich k.o. kam ich dann zu Hause an, wo ich alleine war bis abends. Ich oeffnete dann Mamis und Papis Geschenk, was sie mir zugeschickt hatten und las meine Weihnachtsmail von ihnen. Das war wirklich wirklich traurig (und schoen!) und so wie mein Tag angefangen hatte, war ich eigentlich schon ziemlich deprimiert und freute mich ganz und gar nicht auf den Heiligabend.

Abends kamen dann so gegen 9 meine zweite Gastschwesterund die Enkelin und dann haben sich alle bedankt fuer das, was ihnen in diesem Jahr wiederfahren war und sich Dinge fuers naechste Jahr gewuenscht. Ich hab mich bedankt, dass ich in Ecuador sein konnte und mir gewuenscht, dass es meiner Familie gutginge und dass meine Kinder aus dem Kindergarten auch ein schoenes Weihnachten haben wuerden. Dann haben wir uns verkleidet (keine Ahnung warum, aber ich setze mir dann einfach ein paar Puschelohren auf und gut war) und es wurde Bescherung gemacht! Das war eigentlich ziemlich schoen und ich hab auch ein paar Kleinigkeiten bekommen. Superschoen war (war das Zufall oder wollten meine Gasteltern das?), dass mein Gastvater eine CD mit deutschen Weihnachtsliedern auflegte und so konnte ich auch ein bisschen mitsingen... :)

Nach der Bescherung haben wir dann ENDLICH gegessen und es war ein FESTMAHL. Truthahn und eine leckere Nusssauce dazu, mit Rosmarinkartoffeln und ein wenig Salat (und natuerlich, wie konnte es anders sein, Reis!). Nach dem Essen sassen wir noch eine Weile zusammen, aber irgendwann war ich dann einfach zu muede und ging schlafen.

 

Am Samstag ging es aehnlich weiter. Zusaetzlich zu meiner zweiten Gastschwester und der Enkelin, kam dann noch die dritte Gastschwester und ihr Ehemann und der Freund meiner ersten Gastschwester dazu und so war es schon ein wenig voller (aber eigentlich trotzdem nichts im Gegensatz zu unseren Weihnachtsfeiern zu Hause). Es gab eine zweite Bescherung, wir haben ein wenig gespielt und ein fast genauso leckeren Essen wie am Tag zuvor. Nach dem Essen konnte ich dann endlich endlich mit meiner Familie zu Hause feiern und obwohl es sehr schoen war, sie zu sehen, war ich natuerlich auch ein wenig traurig, obwohl es fast war, als waere ich dabei (ich konnte ja immerhin alle sehen und mit allen reden und sie konnten mich auch sehen und hoeren :D). Abends hatte ich fast ein schlechtes Gewissen, weil ich so viel geskyped hatte undmich dann auf den Weg zum Muchacho Trabajador machte, um dort die Amis, Johanna, Ciko und Josi zu treffen und noch ein wenig mit denen Weihnachten zu verbringen. Die Dekoration im Gemeinschaftsraum des Projekts war superschoen und wir machten ein Feuerchen im Kamin und tranken Wein und hoerten Weihnachtsmusik.

 

Das fast schoenste Weihnachtsfest OHNE meine Familie hatte ich am Sonntag. Ich weiss nicht, ob die anderen drei meiner Liebsten das auch so sehen, aber fuer mich war es eindeutig das allertollste! Am Abend trafen Josi, Ciko, Yannis und ich uns bei Yannis zu Hause und obwohl sein Zimmer wie immer aussah wie bei Dana zu Hause und auch nicht weihnachtlich geschmueckt war, hatte ich das Gefuehl, jetzt war wirklich Weihnachten.

Wisst ihr, die drei Musketiere Josi, Ciko und Yannis sind glaube ich, hier am meisten zu meiner Familie geworden. Josi las eine Geschichte vor aus meinem Buch, das ich von Illy geschenkt bekommen hatte und ich las DIE GESCHICHTE vor, die, die Papi seit 3 Weihnachten jedes Mal vorliest und immer aufs Neue geruehrt war. Und ich, ich wollte diese Geschichte einfach vorlesen, einfach im Kreise meiner Liebsten und auch geruehrt sein. Und das war ich auch. Danach machten wir unsere kleine Volunteerbescherung und schliesslich sahen wir uns zusammen einen Film an. Als ich zu Hause ankam, haette ich gluecklicher nicht sein koennen.

 

Und damit nochmal an euch alle ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ganz viel Liebe von meiner Seite, ich habe euch sehr vermisst!

Eure Berrin

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