Weihnachten mit VASE und Udos Abschied.

Froehliche Weihnachten an euch alle!

 

Jetzt sind 2 Wochen vergangen und ich habe eine Menge neue Entdeckungen und Erfahrungen gesammelt, an denen ihr teilhaben koennt. Ich mach am besten aus den Weihnachtseintraegen gleich zwei, einen von der letzten Woche vom VASE-Weihnachtsfest und einen von diesem Wochenende vom "anderen" Weihnachten.

 

Zuallererst einmal war unser Weihnachtsfest mit VASE in Lindas Projekt Camp Hope suuuperschoen! Wir kamen morgens alle ein wenig verschlafen und muerrisch an, denn "das ist doch keine Zeit aufzustehen!" (man denke an die Freiwilligen in Collaqui, die, um den Bus zu bekommen, um 5 aufstehen mussten..).

Nach einer letzten aufregenden Generalprobe fuer unser Weihnachtstheaterstueck, wurden die Kinder vom Projekt von unserer Chefin Gina, der Praktikantin Farah und von Linda begruesst und dann in 4 Gruppen eingeteilt.

In diese 4 Gruppen wurden auch wir Freiwillige eingeteilt und so ging ich mit Felix und Johanna zu "unseren" Kids. Einer der anderen deutschen Freiwilligen, die ebenfalls im Camp Hope arbeiteten, aber nicht von VASE sind, der Marian, schloss sich uns an.

Zuerst ging es in die Maerchengruppe, wo Hannan und Jan Schneewittchen und der gestiefelte Kater vorlasen und die Kinder danach Bilder zu den beiden Maerchen ausmalen durften.

Als naechstes ging es in die Bastelgruppe, wo jedes Kind ein Teelicht basteln durfte. Das war gar nicht so einfach fuer die, denn ein drittel der Kinder war behindert und ein zweites drittel noch ganz klein! Natuerlich mussten wir da ein bisschen Hand anlegen :)

Danach machten wir uns auf den Weg in die suesseste aller Gruppen : Die Plaetzchengruppe! Es wurde Teig ausgerollt und genascht, ausgestochen und aufs Blech gelegt und nach dem Backen mit Zuckerguss und bunten Perlen verziert. Es Leckerschmaus! Vor allem die ganz Kleinen hatten ihren Spass beim verzieren... aber auch wir Freiwillige, sodass ich Moritz, Marian und Yannis nach einer Weile die Hand wegklatschen musste. Die Plaetzchen waren doch fuer die Kinder! ;)

Nach der Mittagspause, die ich mit Hannan und Iris im Sandry verbrachte und Sandwiches ass, machten wir uns mit der Gruppe auf in die Musikgruppe, wo Fabian, Ciko und Dirk die Kinder ordentlich animierte, Weihnachtslieder zu singen. Eine Endlosschleife aus "Feliz Navidad", "Con mi burrito sabanero" (deutsch: mit meinem esel aus Sabanero gehe ich nach Bethlehem) und "Rudolfo que tenia la nariz" (Rudolph mit der roten Nase!) und ein bisschen tanzen, singen und mit den Rasseln klappern - sehr sehr schoen und sehr sehr niedlich! Man hat den Kindern die Freude richtig angemerkt. Und uns hat es natuerlich auch viel Spass gemacht...

Zum Schluss fanden sich dann alle wieder in den Haupt- und Essensraum ein, wo wir endlich endlich unser Theaterstueck auffuehrten, das ein voller Erfolg war. Mit der gruseligen Musik wurde mein Auftritt perfekt, nur die Frage "Cual es la capital de Quito?" (deutsch: Wie ist die Hauptstadt von Quito), brachte alle zum Lachen. Auch gut.

Micky mimte den perfekten Weihnachtsmann und die Wichtel, vor allem Yannis, der erst am selben Morgen zu der Rolle zugeteilt wurde, weil der andere Wichtel (Lars) krank war, machte seine Sache supergut! Am Ende standen wir dann oben und sangen "Feliz Navidad" und dann wurden endlich die Geschenke an die Kleinen verteilt, die sich superdoll freuten.

Als wir dann den Raum fuer uns hatten, machten wir noch unsere Secret Friend Bescherung und dann ging es fuer mich nach Hause. War ja auch ein langer Tag.

 

Am Samstag bin ich dann mit Udo und Micky nochmal nach Otavalo gefahren, weil wir, das heisst Marcel/Micky und ich, Udo einen gebuertigen Abschied feiern wollten. Leider regnete es wie Sau in Otavalo und so wurden unsere Plaene vom Wasserfall etc, im wahrsten Sinne weggespuelt. So haben wir nur die "Chillerhosen" bzw Stoffhosen mit bunten Muster gesucht und fanden eine freundliche Familie, die uns mit zu ihrem Haus nahm, wo sie die Hosen herstellten. Das war suuuperinteressant zu sehen und sah ultraaufwendig aus. Udo kaufte seine 30 Hosen zum Zuhauseindeutschlandverkauf und Micky und ich bewunderten die verschiedensten und buntesten Muster ueberhaupt. Auf der Rueckfahrt schlief der liebe Udo und so quatschten Micky und ich, waehrend im Fernseher ein seltsamer Karatekungfufilm lief. Wieder in Quito angekommen fuhren wir direkt zu Udo ins Projekt (falls ich es noch nicht erwaehnt haben sollte : Udo, Johanna und die Amis wohnen und arbeiten in dem Projekt Muchachos Trabajador, wo Kinder in den verschiedensten Arbeiten "ausgebildet" werden, um sich so das Geld nicht beim Betteln/Schuheputzen/Zigarretten und Lollis verkaufen verdienen zu muessen) und assen dort Abendbrot. Danach ging es mit der gesamten Muchacho-Truppe und saemtlichen Freiwilligen in einen Club, der Elektromusik spielte und bei denen die Frauen umsonst reinkamen (die Herren mussten bezahlen, aber beide Geschlechter durften umsonst trinken ;)), um dort Johannas Geburtstag und Udos Abschied zu feiern. Es war lustig und traurig und danach fuhren wir noch in die WG von den Jungs die bei Linda mit ihm Projekt arbeiten, wo wir auch die Weihnachtsfeier von VASE gemacht haben. Die WG von den dreien (Marian, Fabian und Elias) ist supergross und die Jungs feierten ebenfalls Abschied - von Elias, dessen Jahr fast vorueber war.

 

Am Sonntag schliefen Josi und ich ewig lange und machten uns dann nochmal auf zum Muchacho Trabajador, weil wir ein paar Sachen bei Johanna gelassen hatten und weil wir uns von Udo verabschieden wollten. Der war allerdings gar nicht da, sondern auf dem Mercado Artesanal. Also schnappten Josi und ich uns unsere sieben Sachen und fuhren als naechstes nach Carapungo, wo Yannis und Moritz arbeiteten. Nach einigen Umwegen, denn die Wegbeschreibungen in Ecuador machen es einem nie leicht, ans Ziel zu kommen, kamen wir in dem bunten Spieleparadies, genannt Grundschule, bei Yannis und Moritz an. Wenn ich sage bunt, dann meine ich, dass kein einziger Fleck weiss war. Alles war LILA, ROSA, GELB, GRUEN, BLAU, ROT und weiss der Kuckuck was noch. Ich hab mich gleich wohl gefuehlt! :) Waehrend Yannis und Moritz an ihrer Torwand fuer die Fussbaldtore haemmerten und saegten, spielten Josi und ich Basketball und besahen uns das gesamte Gebaeude aus allen Ecken. Als es anfing, zu regnen, raeumten wir auf, warfen noch ein paar Koerbe und machten uns dann wieder auf dem Weg in die Stadt, denn Carapungo ist im Grunde fast genauso weit weg wie Collaqui, nur eben in eine andere Richtung...

Auf dem Rueckweg rief mich Udo nochmal an und fragte, ob ich ins Projekt fahren wuerde, um mich doch noch richtig von ihm zu verabschieden. Also ging es nochmal zum Muchacho! Ich wartete auf Udo und als er kam, fragte er "Hast du Hunger? Ich kenn da so eine Ladenverkaeuferin, die laed mich zum Essen ein. Komm einfach mit!" Herrlich. Typisch Udo. Spontan wie Sau.

So gingen wir ein paar Haeuser weiter und ich lernte Jolly und ihre gesamte Familie kennen. Wir assen Tortillas mit Guacamole und danach machten wir Novena, so eine Art Gesangs- und Gebetskreis, im Grunde wie in Deutschland die Adventszeit, man veranstaltet das 9 Tage lang vor Weihnachten.

Nach der Novena gingen Udo und ich zurueck zum Projekt, verabschiedeten uns und ich fuhr mit dem Taxi nach Hause und war ziemlich traurig, dass Udo nun auch weg war. Abschiede sind einfach nicht schoen, egal wann und egal wo auf der Welt.

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