Urlaub!

Und da fliegen die Flitzefinger wieder ueber die Tasten!

 

Meine Lieben!

Ich bin jetzt wieder aus meinem UUUURLAUB da und habe natuerlich ein bisschen was zu erzaehlen.

So wie der Urlaub war, braeuchte ich erstmal Urlaub vom Urlaub. Oder eher Urlaub vom Busfahren, denn wer haette es gedacht, das ist hier mein absoluter Tod. Es fing auf der Hinfahrt mit so einer seltsamen Frau an, die ihren eigenen Bus verpasst hatte (zugegeben war das nicht schwer, denn ihr Bus und unser Bus hatten dieselbe Nummer und dasselbe Ziel, nur eben nicht dieselbe Abfahrtszeit) und sich dann strikt weigerte, von unserem Platz aufzustehen, sodass der andere Bus warten musste auf unseren Bus, damit die Frau endlich auf "ihren" Platz konnte und unseren freigab. Ein Drama sag ich euch! Nach zehn Stunden Nachtfahrt (eindeutig die bessere Option, aber dazu komme ich spaeter noch) kamen wir, das heisst Iris und ihre Freunde Johanna, Flo, Byron und Juan (der eigentlich Johannes heisst und aus Oesterreich kommt) endlich in Cuenca an, wo gerade die Fiestas de Cuenca stattfanden, sprich es sollte ziemlich viel los sein.

Auf der Suche nach Kaffee landeten wir in dem Hostel/Cafe/Restaurant "El Cafecito" und nach dem ersten Kaffee gings zum Markt, um dort richtig zu Fruehstuecken. Sobald unsere Lebensgeister erwachten liefen wir auch schon singend, springend, tanzend, jonglierend und Bloedsinn redend durch Cuenca, schauten uns das Zentrum an und was es sonst noch so zu sehen gab. Am Mirador de Cuenca konnte man auf die ganze Stadt heruntersehen und feststellen, dass sie durch saemtliche Backsteingebaeude sehr rot wirkte. Cuenca wirkt irgendwie viel europaeischer, was wahrscheinlich daran liegt, dass weniger Strassenverkaeufer unterwegs sind, die Stadt sehr viel sauberer und reicher erscheint und sogar die Flaggenfarben Cuencas (rot und gelb) eher an Spanien, als an Ecuador erinnern. Die Stadt der Reichen sozusagen.

 

Ein bisschen fuehlte ich mich wie zu Hause in Berlin, denn nicht nur, dass man an jeder Ecke andere Freiwillige traf aus Quito oder Riobamba, von VASE oder vom DED, sondern genau wie in Berlin hatte selten jemand einen Plan, wohin man als naechstes gehen koennte. Das war eigentlich wirklich witzig, weil ich Leute traf, die ich in Baños im Supermarkt kennen gelernt hab oder einen Typen den ich ueber einen Freund aus Berlin schonmal am 1.Mai in Berlin getroffen hatte (Zufaelle gibts?!) und insgesamt hatte ich das Gefuehl, Cuenca wollte mir ein bisschen geben, was ich an Heimat vermisst hab. Die meiste Zeit verbrachten wir in Cuenca auf Konzerten oder in Clubs oder auch auf dem Markt und vor allem die Konzerte erinnerten mich total an die "Fete de la musique" in Berlin am 21.Juni. Nur das Feuerwerk war ein wenig uebertriebener als in Deutschland, wahrscheinlich nehmen die das mit den Sicherheitsregeln hier ein wenig anders. Nichtsdestotrotz war es sehr sehr sehr schoen.

 

Einen Tag verbrachten wir im National Park von Cajas in der Naehe von Cuenca. Das war ganz cool. Die Landschaft war BEEINDRUCKEND. Je hoeher wir stiegen, desto freier fuehlte ich mich und irgendwann setzte ich mich und saugte einfach nur die Landschaft auf, die ganze verrueckte Natur, die wir zu sehen bekamen. Einfach krankhaft schoen. Waehrend ich so dasass und meine Freiheit genoss und ein wenig die Augen schloss, wurde mir ploetzlich wieder bewusst, dass ich die Reise auch ein wenig deshalb unternommen hatte, um mich selber besser kennen zu lernen : meine Staerken und Schwaechen, meine Wuensche und Ziele und Erwartungen vom Leben und von der Zukunft.

Den Rueckweg trampten wir zu 12. in einem Pickup, was ziemlich lustig, aber auch ein bisschen eng war.

 

Den letzten Tag in Cuenca schauten wir uns nochmal alles an, was wir kriegen konnten : Athleten und Clowns, Militaers und eine Gothikbar, Konzerte, Seifenkistenrennen, sogar Praesident Correa konnten wir sehen. Zu viert (Johanna, Flo, Iris und ich) endeten wir am Abend wie eigentlich taeglich einmal im Cafecito und liessen den Cuencaurlaub mit Tee und Schokotorte ausklingen. Der Kellner, der uns inzwischen ziemlich gut kannte, gab uns, obwohl es nicht Montag war und es das Angebot nur montags gab, Schokokuchen 2x1 und so freuten wir uns und waren bester Laune. Schliesslich ging es zum Busbahnhof und ich fuehrte meine Reise alleine weiter...

 

Ueber GUAYAQUIL nach MONTAÑITA!

Guayaquil ist die 2.groesste Stadt Ecuadors und ich fuhr fruehmorgens nur kurz durch, allerdings wirkt es fuer mich sehr entspannt mit vielen Palmen und wenig hohen Haeusern.

Morgens um 8 h kam ich dann in Montañita an, der Stadt an der Kueste, von der man behauptet, es waere die Surferlagune und Partymagnet. Der Empfang war dank Regen und Schlamm eher unschoen und so stampfte ich etwas muede noch von der Busfahrt zum Hostel TIKILIMBO, wo Josi, Ciko, Yannis und Moritz eingecheckt hatten. Die freuten sich natuerlich sehr von mir geweckt zu werden und zusammen gingen wir fruehstuecken. Leider war das Wetter in Montañita nicht wirklich toll und in allen Tagen sollten wir die Sonne nicht einmal sehen. Vielleicht zum Trotz, vielleicht auch als eine Art Lockmittel fuer die Sonne, versuchten wir wenigstens so zu tun, als waeren wir am Strand im Urlaub, demnach gingen die Jungs surfen und Josi und ich Volleyballspielen und das natuerlich in kurzen Klamotten. Eigentlich hatte ich trotz Karibikflair mit den kleinen Bambushauesern mit Haengematten und den vielen Surfbrettern und Surfern, eher das Gefuehl Urlaub an der Nordsee zu machen.

An der Nordseekueste...

Die schoenste Entdeckung war glaube ich die Minischildkroete, die uns zwei einheimische Kinder zeigten, denn sie wollten unbedingt, dass die Jungs sie mit dem Surfbrett zurueck in die Wellen brachten. Ich hab sie gekuesst, wurde aber leider kein Prinz draus...

Ansonsten war es trotzdem ein sehr entspannter Urlaub trotz schlechtem Wetter : Wir badeten im Wasser, spielten Volleyball, gingen zu einer Poolparty, machten uns mit der halben Stadt bekannt und entspannten in den Haengematten mit einem Cocktail - wunderbar!

Am Sonntag in der Fruehe machten wir uns dann wieder auf dem Heimweg, dh. es gab eine sehr sehr sehr anstrengende Busfahrt, die um 6.30h in Montañita ueber Puerto Lopez nach Quito begann und erst um 21h abends endete. Wie konnte das sein? 1.Die Fahrt von Puerto Lopez nach Quito dauerte 13 h. 2.Wir hielten in etwa JEDER Stadt an, was nicht weiter schlimm gewesen waere, wenn 3.nicht etwa 100 Menschen bei jedem Halt ein oder ausgestiegen waeren und 4.bei jedem Stopp nicht etwa 30 Strassenverkaeufer (oder sollte ich sagen Busverkaeufer??) schreiend und nervtoetend durch den Bus gelaufen waeren. 5. Dann natuerlich die ueblichen Busprobleme : zu heisse, stickige oder zu kalte Luft, Fenster, die sich nur mit Sesam-Oeffne-Dich oeffnen liessen und natuerlich zu wenig Platz = zu wenig Schlaf und nichts gescheites zu essen. Sprich : Schlechte Vorraussetzungen fuer Gute Laune. Als wir dann endlich um ca 21h am Busbahnhof Quitumbe im Sueden Quitos ankamen, das naechste Problem : Wir zum Geier komm ich um diese Zeit von ganz im Sueden nach Hause ganz in den Norden? Als ich um 23 Uhr im Bett lag, kann man ohne Zweifel sagen, dass ich sehr erleichtert war.

Was fuer ein Urlaub, Karracho!

 

Aber jede Reise ist hier ein kleines Abenteuer...

 

Viel Amor aus Ecuador,

Eure Berrin

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