Un mes.

Auf abifahrt in Kroatien - La pequeñita palma y yo
Auf abifahrt in Kroatien - La pequeñita palma y yo

Noch ein Monat und ich fühle mich, als ob ich schwebe.

 

Ein bisschen unrealistisch kommt es mir vor, so als ob es noch nicht greifbar wäre. Irgendwie denke ich immer noch, dass ich unendlich viel Zeit habe, dabei sind es jetzt wirklich nur noch ein paar wenige Wochen.

Eigentlich bin ich der festen Überzeugung, dass ich sowieso erst begreife, dass ich weg bin, wenn ich wirklich weg bin. Jedes Mal, wenn ich anfange, zu denken, dass ich bald weg bin, höre ich sofort wieder auf, darüber nach zu denken. Aufschiebung.

Nicht, dass ich nicht mehr wollen würde, ich will es unbedingt, aber gerade der Sommer in Berlin ist immer wunderbar und da hat man eben das Gefühl, dass man nirgendwohin gehen muss. Einfach die Zeit genießen.

 

Also schwebe ich.

 

Ich bin sozusagen in der "Übergangsphase", in der Phase zwischen Abitur-Abiball-Abifahrt und meinem Auslandsjahr. Zwischen Ende und Anfang. Zwischen Schulzeit und After-Schulzeit. Es ist einfach schwer, sich vorzustellen, dass man bald selbstständig durch die Gegend gurkt, Entscheidungen trifft, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere in einem anderen Land und auf einer anderen Sprache, wenn man gleichzeitig hier oder auf Abifahrt noch mit den vielen vertrauten Gesichtern rumschlawenzelt und einfach nie allein sein muss oder möchte. Selbstständigkeit? Freiheit!

 

Schweben.

 

So richtig schweben ist es ja dann doch nicht. Die letzten Wochen sind geprägt von vielen Dingen auf der To-Do-List : Visum beantragen, Impfungen, Vorbereitungsseminar, Gastgeschenke finden und auch alles einkaufen, was man sonst noch so im fremden Land benötigen könnte. Achja und dann muss man sich ja auch um die Bezahlungsmöglichkeiten im Ausland kümmern und Versicherungskram und so weiter und so ewig fort. Allerdings lohnt sich der Stress oder jedenfalls bin ich davon überzeugt.

 

Weiterschweben.

 

Jetzt geht es dann langsam sogar ans Abschied nehmen. Nächste Woche fange ich an, habe ich mir vorgenommen. Ich fange an bei meinen Babysitterkids und den Eltern. Traurig. Immer wieder sage ich mir, dass es schließlich "nur" ein Jahr ist. Immer wieder weiß ich, dass ein Jahr ganz schön lang sein kann. Und vor allem passiert so viel in einem Jahr! Allein mein letztes Jahr! War es nicht stressig, spannend, unschlüssig, erlebnisreich, zauberhaft? Und das muss doch einfach bedeuten, dass das nächste Jahr einfach doppelt so emotional wird! Natürlich bin ich jetzt noch viel mehr damit beschäftigt an die vergangene Schulzeit zu denken, an die Menschen mit denen man so viele Jahre verbracht hat und so viele Dinge erlebt hat, an all die Momente, die einzigartig sind. Und ich frage mich, wie sehr sich die Wege trennen, wie sehr wir uns alle auf der ganzen Welt verstreuen..

Und doch..

 

Losfliegen.

 

Das Schweben geht dann vorüber, wenn ich losfliege. Wenn ich in der Maschine sitze und merke, dass es losgeht. Vielleicht sogar ein bisschen früher, wenn ich am Schalter stehe und meinen Eltern, meiner Schwester und meinen Freunden winke und das Gefühl habe, den ersten Schritt in ein ganz besonderes Jahr zu machen. Vielleicht begreife ich es ja dann und sobald ich es begriffen habe, kann ich euch sagen, ob es sich gut oder schlecht anfühlt.

 

Sitting. Waiting. Wishing.

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    solvey (Samstag, 17 Juli 2010 00:26)

    Ich kann Dein Schweben so nachempfinden... Es ist ein seltsamer Moment sich loszulösen und in eine unbekannte Welt einzutauchen, Alles neu zu lernen und nochmals wie ein Kind vertraute Dinge neu erlernen zu müssen...dabei auf sich selbst gestellt sein, ohne den rettenden Anruf bei Eltern oder eine schnelle SMS zu Freunden, die man dann später treffen kann. Dieses eine Jahr wird Dich verändern, Dich reifen lassen und Dich reich belohnen. Manchmal sitzt Du sicher etwas einsam in Deinem Zimmer und vermisst die vertraute Welt...DANN gibts noch Facebook! ;o) Ich freu mich für Dich!!!
    Komm nochmal auf ein gutes Stück deutschen Kuchen zu mir...
    Liebe Grüße von Solvey

  • #2

    Magali (Samstag, 17 Juli 2010 18:13)

    Hmmm Berrin,
    soooo schön geschrieben. und mir geht es genauso.
    ich werde mich montag um den zug/flug/irgendwasanderes nach berlin kümmern, da wir uns wirklich noch mal sehen MÜSSEN.
    sage dir dann bescheid.
    und ich glaube facebook wird noch sehr große bedeutung haben in den kommenden monaten ;o)
    freue mich auf dich, süße.
    Kuss Magali ♥

  • #3

    Moses (Montag, 23 Juli 2012 00:22)

    I just love this site, its amazing and awesome and really speaks to you|I have activated to your rss feed which need to do the trick! Use a nice evening!

  • #4

    buytadalafilonline (Dienstag, 06 November 2012 18:14)

    I intended to draft you this bit of remark in order to say thank you once again for the pretty guidelines you've documented here. It is quite strangely open-handed of you to present unhampered precisely what a lot of people could have made available as an electronic book to generate some cash for themselves, and in particular now that you could have tried it if you decided. Those good tips likewise served as a good way to recognize that some people have a similar dream the same as my personal own to understand a whole lot more concerning this condition. I am sure there are lots of more fun periods ahead for many who take a look at your website.

Uhrzeit in Quito, Ecuador

Blogs von anderen ICJAnern